23 August 2010

Themenvorschläge für Artikelserie erwünscht

Hi!

Ich plane gerade eine Artikelserie - und möchte mal hören, in welche Richtung ich gehen sollte.



P.S.
Ist Polldaddy besser als Vizu - oder gibt es noch bessere Widgets für Onlineumfragen?

Labels:

16 Dezember 2009

Ein auf Eigentümerinteressen verkürzter Liberalismus erzeugt eine ökonomische und soziale Struktur mit totalitären Zügen.

Labels: ,

30 September 2009

Entgegnung auf Sven Regener - wider einer Entpolitisierung der Musik

Sven Regener gab dem SpOn kürzlich ein bemerkenswertes Interview, wo er mit guten und nachvollziehbaren Argumenten dazu rät, Kunst und Politik zu trennen. Darauf habe ich eine Entgegnung:
Kann Musik die Wirklichkeit beeinflussen? Kann der Musiker von seinem Instrument her Einfluss auf die Politik seiner Zeit gewinnen? Es gibt Autoren, die diese Frage verneinen, ich bejahe sie. Alle Musik hat magische Wirkung. Musik erreicht mehr als den Verstand, sie verankert sein Gefühl. Sie gibt dem verankerten Gefühl geistige Legitimation. Ich glaube darum, daß der Musiker nicht Thesen postulieren, sondern bestärken und ermutigen soll und zudem ein Beispiel geben kann. Musik gehört zu jenen seltenen geistigen Mitteln, Menschenliebe, Solidarität und Progressivität zu verbreiten, tapfere Haltungen zu schulen, spontanes Gefühl für Menschlichkeit, Freiheit und Schönheit zu vertiefen.
Das ist übrigens ein Plagiat - also nicht originär von mir. Wer wurde plagiiert?

Labels:

26 Juli 2009

Ein einzelner Satz Theorie (linksliberal)

Wenn eine Hauptaufgabe des Staates darin liegt, private Übermacht zu beschränken bzw. auszugleichen, dann kann nur ein Staat legitim sein, der wiederum selbst nicht durch Übermacht im Umgang mit dem Individuum geprägt ist.

Labels:

24 Mai 2009

Linksliberalismus 2.0 blüht und gedeiht!

Schaut man sich ein wenig um, in diversen Foren, in Blogs, aber auch in den Parteien an der Basis, so wird man finden, dass eine neuer, zeitgemäßer und streitlustiger Linksliberalismus blüht und gedeiht. Der Zeitgeist dreht sich! Fast überall dort, wo bislang radikale Marktliberale und Wirtschaftsliberale die Diskurse prägten, sind diese unübersehbar in die Defensive geraten. Im Tagesspiegel-Kommentarbereich, als Beispiel, werden die Diskurse nunmehr zunehmend von Leuten wie S. Theile geprägt:

"Die Marktwirtschaft gewährleistet, daß knappe Ressourcen sinnvoll verwaltet werden. Das macht sie in der Tat zu einem starken System. Dadurch ist sie aber noch lange nicht gerecht und schon gar nicht moralisch, auch wird sie nicht bereits dadurch demokratisch legitimiert, weil es Menschen sind, die an ihr teilnehmen.

Was ich im Kühlschrank habe, um bei Ihrem Bild zu bleiben, ist zuerst Ausdruck meiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, die davon bestimmt ist, was ich mit meiner Arbeitskraft am Markt erzielen kann. Wenn etwa ein Erwerbstätiger nur 5€/h verdient, dann spiegeln sich darin zwei Erscheinungsformen von Macht. Jene des Arbeitgebers, der diese Situation ausnutzen kann, und jene des verbrauchenden Arbeitnehmers, welcher in Wirklichkeit nichts entscheiden kann, weil er das kaufen muß, das am billigsten ist." (Quelle)

Analysiert man die deutsche politische Blogosphäre (der Spiegelfechter und "Wahlradar" haben sich damit beschäftigt), und unterscheidet man bei den dort etwas über 500 betrachteten Politblogs zusätzlich zwischen Rechts- und Linksliberalen, so wird man feststellen, dass ein sozial progressiver, moderner Liberalismus - bei den Blogs - inzwischen sogar die stärkste Kraft unter allen politischen Richtungen ist.

Der - so nenne ich ihn - Linksliberalismus 2.0 ist zwar noch lange nicht bei den ökonomischen und politischen wirtschaftlichen Eliten angekommen. Der Weg wird noch lang sein.

Aber das wird schon.

Labels:

18 September 2008

Freiheitsbegriff: Machtausgleich zentral – Grundlagen des Linksliberalismus (5)

Ein pragmatischer und lebensnaher Freiheitsbegriff ist meiner Meinung nach wertvoller als vermeintlich denkscharfe Unterscheidungen (z.B. zwischen "Freiheit von" vs. "Freiheit für"), denn es gibt sehr unterschiedliche und vielfältige Freiheitsquellen – und Freiheitshindernisse, welche über das Raster „positiv“ vs. „negativ“ hinaus ragen.

Im Übrigen ist jede "negative Freiheit" auch als "positive Freiheit" umformulierbar. Auch die von heutigen Neo"liberalen" hochgeschätzten Wirtschaftsfreiheiten, die sie gerne als "Freiheit von" auffassen (also: Freiheit vom Staat), sind mit nur leicht veränderten Blickwinkel kaum etwas anderes als eine "Freiheit zu", indem Fall eben die Freiheit, weitgehend frei wirtschaften zu können.

Wie noch gezeigt wird, mutiert die falsche Vorstellung vorrangiger negativer Wirtschaftsfreiheiten fix zu einer bösen Erscheinung einseitiger Eliteninteressen, sobald davon abstrahiert wird, dass für die Wahrnehmung von Wirtschaftsfreiheiten weitere Voraussetzungen notwendig sind - vor allem eine Gesellschaft, die in ausreichenden Maß eine allgemeine Chancengleichheit bietet.

Freiheit ist in der pragmatischen Vorstellung unterschiedlicher Freiheitsquellen (im Gegensatz zu sektiererhaften Marktlibertären u.ä.) nie etwas Absolutes, sondern immer etwas Relatives, ständig Abzuwägendes und sogar etwas, worum stets gerungen werden muss, und sei es, weil die "innere Freiheit" noch wachsen muss. Es ist also nicht allein eine Frage der politischen Ordnung. Die Freiheitsbedürfnisse unterschiedlicher Gesellschaftsschichten sind untereinander fair auszugleichen - einzelne Freiheitsquellen können sogar untereinander in Konflikt geraten, was nicht einmal selten der Fall ist, denn schließlich handelt es sich oft um Fragen der ganzen Gesellschaft und damit (teils) auch um Konfliktfragen - entsprechend widersinnig ist es, eine einzelne (echte oder vermeintliche) Freiheitsquelle zu verabsolutieren.

Zur wirtschaftlichen Freiheit gehört im Übrigen, und hier wird es kompliziert, auch ein gewisses Maß an Gleichheit bzw. "Gleich-Mächtigkeit" unter den Vertragspartnern. Denn bei totaler vertraglicher oder ökonomischer Übermacht der Wenigen verschwindet auch die wirtschaftliche Freiheit, und eine womöglich noch formal bestehende Wirtschaftsfreiheit mutiert dann zur "Freiheit" weniger Wirtschaftsmächtiger. Um es sehr deutlich zu sagen:

Wer z. B. wirtschaftliche Freiheit zum Kern jeglicher Freiheit erklärt, ist ein Depp. Genauso deppenhaft ist in meinen Augen aber auch derjenige, der in der Beschränkung der Freiheit von Konzernen automatisch als ein Freiheitsgewinn der Übrigen ansieht.

So einfach ist es nicht.

Die Degeneration des Freiheitsbegriffes bzw. seine Verengung würde ich als Merkmal von Ideologie und weiterhin, wenn dieser Prozess stark fortgeschritten ist, als Merkmal von Totalitarismus einstufen.

Insofern, von seinen verengten Freiheitsbegriffen her, steht der heutige, am Elitenwohl orientierte Neo"liberalismus" (Freiheit für wenige Wirtschaftsmächtige statt für die Vielzahl der Individuen) m.E. näher am Faschismus (Freiheit für die "Nation" statt für die Vielzahl der Individuen) als beispielsweise ein "demokratischer Sozialismus" (den ich ebenfalls ablehne).

Noch zugespitzter formuliert: Radikaler Wirtschaftsliberalismus übt mit seinem neofeudalen Charakter strukturelle Gewalt aus und hat sogar eine innere Tendenz zu Autoritarismus und Faschismus.

Aber, es gilt auch: Die Dinge sind in Bewegung, ja, sogar die Begriffe selbst. Sobald "demokratische Sozialisten" eine gesellschaftliche Vormachtsstellung erringen (davon sind wir heute sehr weit weg), stehen sie in größter Gefahr - m.E. schlimmer noch als die heutigen Neo"liberalen" - einen repressiven Freiheitsbegriff zu entwickeln.

Aber eben, weil die gesellschaftlichen Machtverhältnisse in Bewegung sind, und ein Ausgleich von Macht notwendig ist, entscheide ich mich für die "leichtere Waagschale", d.h. für die Untermächtigen.

Ich behaupte: Ohne Machtausgleich gibt es keine Freiheit.

Ein Liberalismus, der die tatsächliche Lage der Mehrheit der Bevölkerung vergisst und deren Freiheitsnotwendigkeiten vergisst, ein Liberalismus, der sich gleichzeitig kaum Gedanken über die Verwirklichung von Machtausgleich macht, während seine führenden Vertreter die Demokatie zu diskreditieren versuchen, dieser Liberalismus wird zu einer bigotten und geradezu überflüssigen Veranstaltung.

Neoliberalismus in seiner heutigen Form ist weder freiheitsdienlich, noch ist er überhaupt noch Liberalismus.

Ältere Folgen:
Grundlagen des Linksliberalismus (4)
Grundlagen des Linksliberalismus (3)
Grundlagen des Linksliberalismus (2)
Grundlagen des Linksliberalismus (1)

Labels: , ,

03 September 2008

Freiheitsquellen, Freiheitshindernisse, positive und negative Freiheiten - Grundlagen des Linksliberalismus (4)

Wäre ich ein Philosoph, würde ich vermutlich nur ca. alle drei Monate ein Wort finden. Jedenfalls: Nach vielen Monaten des Nachdenkens ist mir endlich ein Wort eingefallen. Das Wort lautet: Freiheitshindernisse.

Warum finde ich es bemerkenswert?

In der (nun seit zirka 3 Jahren andauernden) Diskussion mit Blogliberalen, Blog"liberalen" und Rechtslibertären habe ich mich an dem dort modischen Freiheitsbegriff gestoßen. Dort wird gerne zwischen "positiven" (Freiheit zu) und "negativen" (Freiheit von) Freiheiten unterschieden - und mit dieser, scheinbar klaren, Fundamentalunterscheidung konstruiert man dort einem ganz besonders "liberalen" Freiheitsbegriff. Und die politische Bemühung soll - nach Ansicht der Rechtslibertären und Rechtsliberalen - einzig (bzw. vorwiegend) dem Erhalt der "negativen Freiheit" gewidmet werden, der Freiheit von Zwang.

Irgendwann fand ich dann (das dauerte nur rund 18 Monate), dass der Begriff "Freiheitsquellen" deutlich flexibler ist, verglichen mit dem rechtsliberalen Konzept, weniger reduziert ist und mehr Potential bietet: Nämlich, den Begriff "Freiheit" mit Leben zu füllen.

Tja, und heute Abend (beim Lesen eines uralten Lexikons zum Stickwort Freyheit) fiel mir auf, wie dumm, wie unvollständig diese Idee von mir war, denn es fehlte zumindest ein Wort, das ich heute Abend fand: Freiheitshindernis.

Wofür soll das Wort gut sein?

Der Witz ist, meiner Meinung nach, dass das Konzept von "positiver Freiheit" vs. "negativer Freiheit" doch sehr eingeschränkt ist. Wie bringt man dort z.B. die "innere Freiheit" unter? Darum: Freiheitsquelle. Wie bringt man Unfähigkeit unter, wie eine fehlende Entwicklungsvoraussetzung oder wie eine hinderliche, aber eigentlich freiwillige Unterwerfung unter einem Dienstverhältnis? Darum: Freiheitshindernis.

Die Kategorisierung von "positiven" vs. "negativen" Freiheiten ist im Vergleich trennschärfer. Zwischen den beiden Kategorien Freiheitsquelle und Freiheitshindernis kann (m.E. leichter) ein fließender Übergang bestehen - und es kann vorkommen, dass der gleiche politische, soziale oder persönliche Sachverhalt beiden Kategorien angehört. Der Vorteil ist, dass man mit "meinen" Kategorien (ich glaube ja nicht, dass ich der erste bin, der diese Unterscheidung vorgenommen hat) mehr Fleisch erhält, mehr Inhalt, und vor allem mehr von dem, was Freiheit ausmacht. Man kann mit diesen Kategorien leichter fragen: Mehr Freiheit wodurch? Weniger Freiheit wodurch? Man kann sich m.E. dann auch leichter mit institutionellen Fragestellungen beschäftigen.

Die Unterscheidung von "Freiheitsquelle" vs "Freiheitshindernis" entfernt zugleich auch von einem aktuellen und verbreiteten politischen Elitendiskurs, wo man Politik gerne auf das Beseitigen von Zwängen beschränken möchte (hier gerne genommen: Steuerbelastungen, "Sozialstaat" als Lastenquelle und bürokratische Hemmnisse). Ich glaube, dass "meine" beiden Kategorien nützlicher sind, nützlicher für die analytische Arbeit (auch, weil vollständigere Ergebnisse möglich sind) und auch nützlicher für die politische Arbeit.

Ein weiterer Aspekt: Demokratie wird in "meiner" Fundamentalunterscheidung zur positiven Freiheitsquelle, während diejenigen, welche den Unterscheidungen von Isaiah Berlin folgen, Demokratie auch mal gerne als eine Form von "Zwang" umdeklarieren, bei der eine Mehrheit die Minderheit (i.d.R. als Leistungsträger verstanden) unterwirft. Isaiah Berlin hat sich in seinen berühmten "Four Essays on Liberty" (der Link bietet den vollständigen Text) zu stark von seinem anti-marxistischen Reflex leiten lassen - und dabei, meiner Meinung nach, viel philosophisches Porzellan zerschlagen.

Labels: , ,

22 Juli 2008

Politik und Märkte - einige Anmerkungen

  1. Politische Meinungs- und Willensbildung sowie die Gestaltung gesellschaftlicher Ordnung sollten nicht vorrangig gemäß den Strukturen von Marktprozessen und privatem Eigentum erfolgen, sondern sollten auf einer Basis einer verständigungsorientierten Kultur öffentlicher Kommunikation und dem Ausgleich sozialer Ungleichheit und Machtunterschiede beruhen.

  2. Es verwirrt das Verständnis des politischen Geschehens, wenn dieses allzu stark als Ausdruck von marktähnlichen Strukturen und Verhaltensweisen aufgefasst wird. Das ökonomische Auswahlverhalten von Konsumenten betrifft in erster Linie den Konsumenten selbst und seinen eigenen Nutzen ("Konsumentensouveränität"), politische Auswahlverfahren und Interventionen betreffen jedoch ungleich stärker zugleich die Interessen anderer, beispielsweise deren Freiheiten. Die Aufgabe von Politik und der von ihr gestalteten Rechts- und Gesellschaftsordnung ist zudem - ganz im Gegensatz zu Marktprozessen - für Gerechtigkeit zu sorgen.

  3. Kein Mensch ist eine Insel. Eine freiheitliche Marktordnung der Ökonomie ermöglicht den Individuen die Vorstellung und das Ausleben eines inselhaften hochindividuellen Daseins, gleichwohl ist es eine Ilusion. In jeder modernen Gesellschaft sind die Menschen in einem sehr starken Maß aufeinander angewiesen. Auch daraus ergibt sich die Berechtigung von gesellschaftlichen Interessenausgleich und Gerechtigkeit.
Die sogenannten "Leistungsträger", verstanden vor allem als als Einfluss-, Einkommens- und Vermögenselite, wären ohne die Gesellschaft um sie herum: geradezu hilflos. Würde man beispielsweise ein Dutzend solcher "Leistungsträger" auf eine karibische Insel verbringen, in einer Art moderner Robison-Crusade, so wären deren Leistungen im Bereich von Häuserbau, Fischfang und Nahrungsgewinnung, abgetrennt von der sie begünstigenden Zivilisation, aller Voraussicht nach kaum ein Deut besser als eine nicht den Eliten enstammende Vergleichsgruppe von "Nicht-Leistungsträgern". Ich würde einem Dutzend Krankenschwestern/pfleger in einer solchen Situation deutlich mehr zutrauen, als einem Dutzend Clements, Ackermänner und Sinns. Mit anderen Worten:
  • Erst die Gesellschaft macht Menschen reich und vermögend und erlaubt es ihnen, sich im Gegensatz zu den übrigen als "Leistungsträger" zu inszenieren. Daraus ergibt sich eine starke Verpflichtung, gerade für Privilegierte und besonderen Profiteure von Gesellschaft: dem Mitmenschen und der Gesellschaft gegenüber.

Labels: ,

04 April 2008

Namen (Geschichte des Linksliberalismus)

Harald Abatz, Ernst Abbe, Wilhelm Abegg, Friedrich Ablass, Franz Adickes, Hans Albert, Theodor Barth, Friedrich Daniel Bassermann, Marie Baum, Emmy Beckmann, Alice Bensheimer, Jeremy Bentham, Ludwig Bergsträsser, Georg Bernhard, Johann Heinrich Bernstorff, Theobald von Bethmann Hollweg, William Beveridge, Robert Blum, Norberto Bobbio, Robert Bosch, Rudolf Breitscheid, Willy Braubach, Lorenz Brentano, Walter Brosius, Minna Cauer, Thomas Dehler, Ida Dehmel, Bernhard Dernburg, John Dewey, Hermann-Robert Dietrich, Ingeborg Drewitz, Albert Dulk, Ronald Dworkin, Max Eichholz, Albert Einstein, Fritz Elsas, Walther Encke, Anton Erkelenz, Bernhard Falk, Auguste Ficker, Otto Fischbeck, Karl-Hermann Flach, Paul Frank, Ferdinand Freiligrath, Ferdinand Friedensburg, Michel Foucault, John Kenneth Galbraith, Otto Geßler, Hellmut von Gerlach, Giovanni Giolitti, Geort Gothein, Günter Grass, Thomas Hill Green, Albert Grzesinski, Otto Heinrich Greve, Stefan Großmann, Gyula Grosz, Michael Hainisch, Eduard Hamm, Hildegard Hamm-Brücher, Adolf von Harnack, Gustav Hartmann, Friedrich Hecker, Heinrich Heine, Fritz Hesse, Hermann Hildebrand, Leonard Trelawny Hobhouse, John Atkinson Hobson, Ricarda Huch, Wilhelm von Humboldt, Johann Adam von Itzstein, Ernst Jäckh, Siegfried Jacobsohn, Johann Jacoby, Hedwig Jahnow, Karl Jaspers, Hermann Kastner, Hans Kelsen, Emilie Kiep-Altenloh, Georg Friedrich Kolb, Ferdinand Kronawetter, Lieselotte Kruglewsky-Anders, Ludwig Landmann, Helene Lange, Kalle Lasn, Wilhelm Adolf Lette, Louis Levin, Alfred Johann Levy, Fanny Lewald, Justus von Liebig, Arthur Lieutenant, Fritz Linnert, Erich Lüth, Hermann Maas, Thomas Mann, Ernst May, Julius von Minutoli, Theodor Mommsen, Julius Moses, Hermann Mulert, Adolf Neumann-Hofer, Georg Nicolai, Helene Lange, Johannes Leonhart, Wilhelm Loewe, Marie Elisabeth Lüders, Rudolf Oeser, Julius Ofner, Lorenz Oken, Carl von Ossietzky, Hermann Pachnicke, Rudolf Paul, Carl Petersen, Eugen von Philippovich, Josef Popper-Lynkeus, Heinz Potthoff, Hugo Preuß, Ludwig Quidde, Fritz Raschig, Franz Raveaux, John Rawls, Miguel Reale, Wilhelm Rexrodt, Richard Rorty, Conrad Russel, Wladimir Ryschkow, Alice Salomon, Herbert Louis Samuel, Eugen Schiffer, Theo Schiller, Arthur Schlesinger jr, Freiherr von Schoenaich, Walter Schücking, Georg Schümer, Carl Schurz, Leopold Schwarzschild, Amartya Kumar Sen, Werner von Siemens, Hugo Sinzheimer, Leopold Sonnemann, Joseph Stiglitz, Jakob Stöcker, Gustav Struve, Theodor Tantzen, Hubert Tigges, Ernst Troeltsch, Kurt Tucholsky, Else Ulich-Beil, Leopold Ullstein, Grete Unrein, Dirk Verhofstadt, Rudolf Virchow, Carl Vogt, Georg Voigt, Beatrice Potter Webb, Marianne Weber, Max Weber, Harriet Wegener, Bernhard Weiß, Urs Widmer, Otto Wittelshöfer, Theodor Wolff, Agnes von Zahn-Harnack
"Der letzte große Kampf des Liberalismus wird unter allen Umständen gegen Rechts gefochten." (6. April 1907, Friedrich Naumann)
Besser ist das.

(Nachtrag: Dieses Posting ist im Mai 2007 ein viertes Mal weiter ausgebaut worden)

Labels:

02 Juli 2007

Reinhard Mey - Sei wachsam



Weil ich im Augenblick ziemlich überarbeitet bin, reicht es nur für einen Youtube-Schnippsel. Aber einen guten! (via mellowbox)

Dazu gibt es hier einen kleinen, vielleicht sogar passenden, Hinweis auf einen Kommentar bei Momorules - sowie ein umgedichtetes Gedicht bei Che. Seid wachsam, merkt euch die Gesichter gut! Bewahrt euch euren Mut - und passt gut auf!

Labels:

12 Juni 2007

Kleine linksliberale Grundsatzansprache

Linksliberalismus bedeutet nicht Freiheit und Würde einer Schicht, bedeutet nicht geistige Erstarrung in einem letztlich konservativ-bürgerlichen Interessenblock der Wohlbegüterten, sondern das Anstreben tatsächlich erfahrbarer Chancengleichheit, persönlicher Freiheit und Menschenwürde möglichst aller Menschen.

In Anbetracht der anwachsenden sozialen Verwerfungen unserer Gesellschaft genügt das allerdings nicht. Die politisch gelebte Freiheits- und Demokratieorientierung muss sich in einer Zeit, in der den Schwächeren der Gesellschaft immer härtere Lasten auferlegt werden, deutlich auf die Seite der kleinen Leute, Normalbürger, Arbeitnehmer und Schwachen in der Gesellschaft stellen.

Gegen den mächtigen Klientelismus der Privilegierten.

Anderenfalls kommt es zur Erstarrung in einer vermeintlich süßen klebrigen Soße aus bürgerlicher und großbürgerlicher Interessenpolitik bis hin zum offenen Betrug an der Gesellschaft - so, wie dies z.B. vom "Bürgerkonvent", der F"D"P oder der INSM als politisches Konzept gehandhabt wird.

Ich meine: Die Zeit für den verlogenen und zunehmend reaktionären Wirtschaftsliberalismus läuft ab.

In Anbetracht der teils dramatisch anwachsenden Aufweichung von Demokratie und Bürgerrechten in unserem Land, sichtbar auch an den Ereignissen anlässlich des G8-Treffens - und sichtbar am fast vollständigen Versagen unserer Presse und Medien, genügen heute in diesen Fragen kein gemütlich-seichtes Leisesein oder untätige Unentschiedenheit.

Die Devise des Tages lautet: Angriff! Holen wir uns unseren Staat zurück.

Labels:

24 April 2007

Für alle, die wegen Terror zittern oder sich aus Angst vor "dem" Islam in die Hosen puschen: Ein Hinweis. Übrigens, Hinweis in eigener Sache: Die linksliberale Blogosphäre wächst, wie sich auch unschwer an der quicklebendigen Linkliste "Linksliberale Blogs" bei mir sehen lässt. Das Wachstum ist wirklich erstaunlich.

Labels:

25 März 2007

Die patriotischen Frauenvereine zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Die patriotischen Frauenvereine gehören in vielfacher Hinsicht zu den Merkwürdigkeiten deutscher Emanzipationsgeschichte. Manchmal führt Reaktionäres zum Gegenteil. Ursprünglich wurden die patriotischen Frauenvereine in Folge des Jahres 1812 gegründet, in Zusammenhang mit den sogenannten Befreiungskriegen, die den Einfluss und die Auswirkungen der französischen Revolution eindämmen sollten.

Vorgeschichte

Wenige Jahre zuvor, nämlich im Herbst 1805, hatten einige süddeutsche Fürstenhäuser (Baden, Bayern, Würtemberg) Koalitionsverträge mit Napoleon Bonaparte geschlossen. Währenddessen besiegte Napoleon trotz russischen Eingreifens Preußen. Am 27. Oktober 1806 hielt Bonaparte, der 1804 gekrönte Kaiser der Franzosen, Einzug in Berlin und diktierte Preußen die Friedensbedingungen.

Man muss sich den Napoleon dieser Jahre ein wenig so verstellen wie George Walker Bush, allerdings als besseren Schachspieler und noch durchgeknallter. Gemäß der Militärdoktrin des „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ und seiner grenzenlosen Überzeugung, selbst für das Gute zu stehen, sah sich Napoleon gezwungen, den weltweiten Islamfaschismus zu bekämpfen Welthegemon zu werden.

Aufgrund seines quasi neonservativen Verständnis von Außenpolitik, nämlich zur kriegerischen Durchsetzung von „Freiheit und Demokratie“, musste er Russland besiegen, als Hindernis auf dem Weg zur Erringung der Weltherrschaft. Zugleich war dies für ihn auch notwendig im „Kampf gegen den Terror“, den es gegen das bonapartistische Frankreich nun tatsächlich gab. Als Hort des Terrors galt die Achse der Bösen Russland.

Es geschah also nicht grundlos.

So zog Napoléon 1812 mit seiner "Grande Armée" los, mit über 600.000 Mann, darunter ca. 40.000 aus Preußen, um Russland zu besiegen und um die Weltherrschaft zu erringen. Für das Ideal des Guten und des Schönen. Weniger gut und schön war es für Napoleon, dass er dabei seine Armee in Russland aufrieb, wie man es in Tolstois „Krieg und Frieden“ nachlesen kann. Vor dem Hintergrund eines geschwächten Hegemons befreite sich dann im Juni 1813 Spanien von Napoleons Herrschaft, außerdem griffen die vormals besiegten Österreich und Preußen Napoleon an. Dies vor allem in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813.

Mit rund 120.000 Opfern der Kriegshandlungen hatte diese Völkerschlacht bei Leipzig in etwa den Opferumfang des gegenwärtigen Irakkrieges (siehe -> hier und -> PDF-Quelle), mit dem Unterschied, dass diese Opferzahl in lediglich drei Tagen erreicht wurde. Die deutschen Kriegsopfer standen hier auf beiden Seiten der Kriegsführenden.

Man kann sich vorstellen, welchen Nachrichtenwert dieses beispiellose Gemetzel im Jahre 1813 hatte. Das war "shock and awe" für die Öffentlichkeit; das Thema der nächsten Jahre. Ein solches Blutvergießen erschien zuvor völlig undenkbar, und legte eine Grundlage für die nachfolgende deutsch-französische Feindschaft, welche weiteren brutalen Blutzoll nach sich zog.

Nach der Niederlage Napoleons brach nicht nur in Leipzig ein irrsinniger Siegestaumel aus, denn der übermächtige Gegner war besiegt, und eine wahre Flut an patriotischen Reden, Schriften, Festen und Feiern erhob sich, schwappte durch Deutschland, zumeist verbunden mit bitterem antifranzösischen Ressentiment, wie z.B. auf dem Wartburgfest.

Die Gründung patriotischer Frauenvereine

Das war die Lage. Die allgemeine Stimmung, der patriotische Taumel in Folge der Völkerschlacht war die Vorgeschichte zur Gründung der patriotischen Frauenvereine in Deutschland. Zwischen ca. 1812 und 1815 gründeten sich in Reaktion auf diese Stimmung über 500 „patriotische Frauenvereine“.

Diese Vereine und die dort organisierten Frauen sammelten im Vorfeld der Völkerschlacht Spenden zur Ausrüstung von Kriegsfreiwilligen, rüsteten während der Schlacht Kriegslazarette ein, stellten Verbandsmaterialien, Fahnen und Kleidung her und waren nach der Völkerschlacht vor allem geschockt, über die zahllosen Kriegstoten und die Leiden der Versehrten.

In der Folge übernahmen die patriotischen Frauenvereine zunehmend allgemeine soziale Aufgaben. Die ursprünglich rein nationalistisch gedachten Frauenvereine ermöglichten den Frauen, ihren häuslichen Rahmen zu verlassen und mit ihren Leistungen in der Öffentlichkeit Anerkennung zu erlangen.

Wandlungen patriotischer Frauenvereine

Nach 1815 lösten sich zahlreiche Frauenvereine aufgrund starker Gegnerschaft in der männerbestimmten Öffentlichkeit wieder auf. Die meisten patriotischen Frauenvereine, gerade die größeren, blieben aber über das Jahr 1815 hinaus aktiv, allerdings veränderten die dann immer noch sehr zahlreichen Frauenvereine ihre Aktivitätsschwerpunkte in Richtung Armenfürsorge und karikative Aufgaben, sie nahmen teils sogar pazifistische und linksliberale, sowie emanzipatorische Haltungen an und agierten immer offener ständeübergreifend.

Diese Frauenvereine mündeten, nicht selten, in die freiheitlichen Gruppierungen des Vormärzes, was ein beachtlicher Wandel der ursprünglichen Intentionen darstellt.

Die patriotischen Frauenvereine wurden zum Geburtsort der deutschen Frauenbewegung.

Warum kam das so?

Das in diesen patriotischen Frauenvereinen gewonnene Selbstbewusstsein der Frauen, die errungenen Handlungs- und Gestaltungsspielräume wurden zum Hilfsmittel zur Organisierung weiblicher und emanzipatorischer Interessen.


Das ist vor dem Hintergrund des typischen Frauenbildes nationalistischer und alldeutscher Kreise durchaus paradox. Nicht immer nahmen diese Frauenvereine einen emanzipatorischen Charakter an, aber auch dann konnten die in den Frauenvereinen organisierten Frauen gesellschaftlich partizipieren, und durch ihre Selbstorganisation Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten entwickeln.

Nationalbewegung als Vehikel

Die patriotischen Frauenvereine wurden im Laufe der Jahre, oft sogar in Personalunion, zu Geburtszellen der Frauenvereine des Vormärzes 1848, bei denen erstmalig offen und offensiv „Frauenrechte“ gefordert wurden*.

Louise Otto-Peters, die Pionierin der deutschen Frauenbewegung (Quelle), verstand 1843 in einer Kontroverse Politik als angewandte Vaterlandsliebe. Sie sagte: Die Teilnahme der Frau an den Interessen des Staates ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht. Dieses Selbstverständnis hatte viel mit dem Wirken der patriotischen Frauenvereine zu tun.

Die junge, oft schwärmerische deutsche Nationalbewegung mit ihren patriotischen Frauenvereinen wurde vielen dieser Frauen ein Vehikel zur Selbstverwirklichung, und auch ein Mittel zur graduellen Befreiung der Frau aus den typischen Abhängigkeiten einer ultrakonservativ strukturierten Gesellschaft.

Napoleons Traum von der Weltherrschaft hat indirekt die deutsche Frauenbewegung hervorgebracht.

*Emanzipation: Worunter „liberale“ bzw. „prowestliche“ Neoirgendwassis bis heute schwer leiden,- zumal wichtige Vertreter dieser Politsektierer doch tatsächlich von einen „demokratisch-ökofemisozialistischen“ (!) Feindbild faseln, übrigens in Zusammenarbeit mit Vertretern der Neuen Rechten...

Labels: ,

09 März 2007

Es wächst und gedeiht. Darum werde ich übers Wochenende meine Linklisten überarbeiten, und z.B. solch feine Blogs wie Besitzstandwahrer verlinken. Das Blog Besitzstandswahrer hat einen guten Sinn z.B. für relevante Meldungen und Meinungen. Da kommt noch Einiges!

Labels: ,