12 Juni 2007

Kleine linksliberale Grundsatzansprache

Linksliberalismus bedeutet nicht Freiheit und Würde einer Schicht, bedeutet nicht geistige Erstarrung in einem letztlich konservativ-bürgerlichen Interessenblock der Wohlbegüterten, sondern das Anstreben tatsächlich erfahrbarer Chancengleichheit, persönlicher Freiheit und Menschenwürde möglichst aller Menschen.

In Anbetracht der anwachsenden sozialen Verwerfungen unserer Gesellschaft genügt das allerdings nicht. Die politisch gelebte Freiheits- und Demokratieorientierung muss sich in einer Zeit, in der den Schwächeren der Gesellschaft immer härtere Lasten auferlegt werden, deutlich auf die Seite der kleinen Leute, Normalbürger, Arbeitnehmer und Schwachen in der Gesellschaft stellen.

Gegen den mächtigen Klientelismus der Privilegierten.

Anderenfalls kommt es zur Erstarrung in einer vermeintlich süßen klebrigen Soße aus bürgerlicher und großbürgerlicher Interessenpolitik bis hin zum offenen Betrug an der Gesellschaft - so, wie dies z.B. vom "Bürgerkonvent", der F"D"P oder der INSM als politisches Konzept gehandhabt wird.

Ich meine: Die Zeit für den verlogenen und zunehmend reaktionären Wirtschaftsliberalismus läuft ab.

In Anbetracht der teils dramatisch anwachsenden Aufweichung von Demokratie und Bürgerrechten in unserem Land, sichtbar auch an den Ereignissen anlässlich des G8-Treffens - und sichtbar am fast vollständigen Versagen unserer Presse und Medien, genügen heute in diesen Fragen kein gemütlich-seichtes Leisesein oder untätige Unentschiedenheit.

Die Devise des Tages lautet: Angriff! Holen wir uns unseren Staat zurück.

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4 Comments:

At 13 Juni, 2007 07:29, Anonymous Jochen Hoff said...

Muss ich jetzt linksliberal werden oder darf ich für mich ganz privat Sozialdemokrat im guten alten Sinne bleiben.

Ich bin nicht nämlich nicht liberal. Das ist ein Begriff der entweder von nationalliberal oder von neoliberal dominiert wird und in beiden Fällen Faschismus bedeutet.

Links bin ich auch nicht auch wenn ich wahrscheinlich bei den Linken meine politische "Heimat" habe. Aber links ist mir zu dünn. Das riecht immer noch irgendwie nach DKP und KPD der BRD. Kindergartengruppen die nie erwachsen wurden und Wirtschaft immer für etwas böses hielten.

Ich aber will Wirtschaft. Stark und im ständigen Wettbewerb untereinander. Ich will sie schlank, klein und pfeilschnell. Mittelstand eben. Keine Dinosaurier.

Ich will Fortschritt, von Menschen für den Menschen. Wissenschaft, schnell und kompetent.

Nein. Ich will nicht linksliberal sein.

Entschuldige bitte.

 
At 13 Juni, 2007 11:09, Anonymous pantoffelpunk said...

"Wissen Sie, liberal bedeuetet im liberalen Sinne ja nicht nur lieberal..." - kündige denen doch einfach endlich die Freundschaft.

"Sozialdmokrat" hört sich auch super an und ist genau die selbe Grütze!

 
At 14 Juni, 2007 01:21, Anonymous Karsten said...

@Jochen Hoff:

Naja, "Sozialdemokrat" ist nun einmal auch Ottmar Schreiner, ist Klaus Ernst, ist Oskar Lafontaine. Die verlangen nix pfeilschnelles, die loben Chavez, die rufen nach Verstaatlichung, die wollen eher "demokratischen Sozialismus" als "Sozialdemokratie". Im Übrigen ist das mit dem Faschismus lediglich denunziatorisch - wie üblich, jeder, der kein "sozial" drin hat, ist gleich Faschist. Mehr als lächerlich.

@Dean:
Ich sehe bei Dir weder Naumann in der Liste noch Karl Popper (nur einen anderen Popper, den ich noch nicht kannte, aber interessant fand). Was ist mit Karl? "Rechtsliberaler" nach Deiner Definition?

 
At 14 Juni, 2007 17:03, Anonymous Anonym said...

Die Definition ist die Botschaft.


Ein sehr interessanter text. Zum vollständigen Vertändnis folgende Detailfragen:

1) was genau ist "tatsächlich erfahrbare Chancengleichheit", wie genau ist sie herzustellen ?

2) wer genau sind die "Wohlbegütertren" sprich ab welchem Nettovermögen bzw. mangels Nettovermögen, ab welchem Brutto-Einkommen p.a. greift diese Definition?

Ich denke eine Klarstellung in diesen Punkten würde uns weiterhelfen. Auch "persönliche Freiheit" und "Menschenwürde" sind Wieselworte die zu präzisieren wären.

Vorab vielen Dank,

es grüßt,

der Lebemann

 

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