03 Mai 2009

SPIEGEL spinnt (Teil 1416, zirka) - und sieht Singapur als "Musterland" mit einer idealtypischen professionellen Regierung

Das neoliberal-konservative Zeitgeistmagazin SPIEGEL hält ein autoritäres Regime, welche gegen die Menschenrechte massiv verstößt, für ein echtes "Musterland", deshalb, weil es einen hohen Sauberkeitskomfort bietet- sowie Idealbedingungen für internationale Wirtschaftskonzerne. Der sehr mäßige, und ggf. moralisch vollends verrottete, Journalist Mark Fehr schreibt (hier) für den SPIEGEL über Singapur:
"Darüber hinaus ist das Musterland ein wahres Paradies für Firmen aus aller Welt: Es herrschen stabile politische Verhältnisse ohne Korruption, eine professionelle Regierung sorgt für hervorragende Infrastruktur und öffentliche Sicherheit. (...) Luftverschmutzung, Kriminalität, miese Hygiene - sonst in Asien an der Tagesordnung - bleiben den Mitarbeitern in Singapur erspart."
Tjanun, deutlich weniger Gutes schreibt Amnesty International über Singapur und seine Regierung.

(Es ist so: Rechts"liberale" wie im SpOn haben i.d.R. nur ein rein taktisches Verhältnis zu den Menschenrechten)

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12 Oktober 2008

Satirisches Highlight: Claus Christian Malzahn

Wollte ich eine groteske Satire verfassen, dann würde ich jedes einzelne Wort unverändert lassen. Jedes Wort, das Claus Christian Malzahn gerade über Cem Özdemir und seinem Kampf um einen Spitzenplatz zum Bundestag geschrieben hat. Was Claus Christian schrieb, hat mich zu Tränen des gerührt, so sehr musste ich lachen.

Der Chefsatiriker der Politredaktion des SPIEGEL hat wieder zugeschlagen. Ahistorisch, verdummt bzw. verdummend - und zugleich sehr witzig. Jedes Wort ist falsch - und darum, als Satire, ist es richtig.

(ich vestehe allerdings nicht, warum man einen derartigen Komiker im SPIEGEL zum Chefredakteur gemacht hat - weder sein Umgang mit der Sprache, noch sein politisches Urteilsvermögen deuten darauf, dass er der Position eines Chefredakteurs wirklich gewachsen ist)

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12 September 2008

Der schwarzgelbe Reinhard Mohr hat auch mal Recht!

Ich kann es kaum glauben, Reinhard Mohr vom Spiegel hat einen guten, Wahrheit und Sinn stiftenden Kommentar im SpOn geschrieben:
Die SPD ist zwei Parteien. Wer daran noch zweifelte, bei Maybrit Illner wurde es bewiesen: Die eine Hälfte träumt von Lafontainismus, die andere von Schröderei. Linke dieses Landes, vereinigt Euch doch einfach - dann hättet Ihr wieder 40 Prozent!
Es ist allerdings etwas seltsam, wenn sich eine derartige Anmerkung ausgerechnet in einem kampagnenjournalistischen Politmagazin findet, das sich die Beeinflussung der SPD (in Richtung Rechtsschröderei) und den Sturz von SPD-Kandidaten zum Programm gemacht hat. Ein Kommentar gegen die Schröderei ausgerechnet vom schwarzgelben Träumer Reinhard Mohr. Auch die Führungsspitzen des SPIEGEL erstreben Schwarzgelb und lassen bevorzugt "pro Reformen" schreiben - ein Programm für wachsende Armut, sinkende Reallöhne, für Demokratieabbau und mehr Wohlstand der Konzerne (Körperschaftssteuer nur noch 15 %) sowie Bestverdiener.

Dass Reinhard Mohr andererseits zu dumm dafür ist, um in der (angeblich um 2 Millionen reduzierten) Arbeitslosenstatistik Mängel und Manipulation zu erkennen, das passt wieder zum schwarzgelben Mohr, der den - etwas übertriebenen - Sozialabbau der Agenda 2010 für einen Garanten des Aufschwunges hält - und der im Übrigen für soziale Realitäten blind ist. Auch darum erscheint ihm soziale Programmatik lediglich als lässliche "Tradition". Die Ablehung des "neoliberalen Quarks" (Stegner) wertet er als Temperamentausbruch, und wiederum, wenn die olle Seebacher behauptet, dass der Sozialstaat weg müsse, dann findet Reinhard Mohr daran nichts zu mäkeln. Deshalb, weil er selbst so denkt.

(denn sein Sozialstaat ist der neoliberalisierte SPIEGEL-Verlag)

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10 September 2008

SpOn spinnt. Nachdem man das haltlose Gewäsch von Fischer/Thießen ohne Kritik an der Aussagekraft der "Studie" verbreitet hatte, stolpert man sich zielbewusst in die nächste Peinlichkeit. Anlässlich eines methodologisch komplett idiotischen Rankings, das aus Weltbank-Umfeld stammt, folgert der SpOn, dass Deutschland und die Niederlande weitaus schlechtere Orte für Investitionen und Wirtschaftstätigkeit sind als z.B. Georgien und Mauritius.

Auf Platz 1 steht der autoritäre Staat Singapur. Da wünsche ich den auswandernden Geschäftsleuten schon mal viel Spaß, wenn die sich da wirtschaftlich (und auch ansonsten...) frei entfalten wollen. Harharhar. Guter Witz. In Georgien werden nahezu alle Geschäftsleute (außer: wenn sie Georgier sind) mit Mafiamethoden erpresst und systematisch enteignet. Vielleicht sollte Hamburg mal mit den gleichen Methoden reformiert werden (zumindestens alle Gebäude, die an der Ost-West-Straße angrenzen), welche Georgien in Südossetien angewendet hat. Harhahar. Auch in Mauritius steht der Rechtsstaat oft nur auf dem Papier. Und mindestens einmal im Jahrzehnt wird die Insel von Zyklonen niedergemäht. Da macht das Investieren gleich doppelt Spaß. Immerhin wird Mauritius seit 2005 (zur Freude der dortigen Bevölkerung) von progressiven Sozialdemokraten regiert - und für Agrarprodukte sowie Tourismus ist die Insel wirklich nett. Das war es dann auch.

(Schalten Sie nächste Woche wieder ein, wenn der SpOn das nächste Desinformationsranking veröffentlicht)

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07 September 2008

Malzahn als Kommentargigant - so spiegelt er Steinmeier

Kaum ist das Ziel des bürgerlichen Kampagnenjournalismus erreicht, und Beck hat Parteivorsitz und seine Ambitionen abgegeben, rückt nun Steinmeier ins Visier. Galt Steinmeier in den bürgerlichen Medien zuvor als eine Art weißer Ritter, zumal im Vergleich zu Beck, so werden ihm jetzt Dunkeltöne abgewonnen. Der Chefredakteur der politischen Abteilung des SPIEGEL schreibt:
Die Nominierung des einstigen Kanzleramtschefs von Gerhard Schröder wird Erleichterung hervorrufen - Begeisterung freilich nicht. Steinmeier ist ein effizienter Politiker, dessen außenpolitische Vorstellungen im Wesentlichen auf die Architektur der Entspannungspolitik der achtziger Jahre gründen.
Ein Mann, der einmal für Entspannungspolitik gestanden hat, ist für Spiegels Malzahn schon mal grundsätzlich nicht begeisternd. Der Leser lernt: Frieden ist ein Manko.
Hier liegen die Ursachen für den politischen Dissens zu Angela Merkel, die eben jene Entspannungspolitik auf der anderen Seite in der DDR erlebt hat.
Aha: Merkel hätte sich "auf der anderen Seite" an Stelle von Entspannung wenigstens einen kernigen kalten Krieg gewünscht. Ja, nee: Iss klar! Ich warte noch darauf, dass Claus Christian Malzahn seinen Lesern zu berichten weiß, dass z. B. die Reiseerleichterungen und Verwandtenbesuche in der DDR generell verhasst waren. Es ist doch immer wieder unfassbar schön, wenn ein leitender Redakteur des SPIEGEL den Ursachen auf die Spur kommt.
Die Konkurrenz zwischen Kanzlerin und Vizekanzler wird das letzte Jahr der Großen Koalition dominieren - soviel steht heute fest.
Zwei konkurriernde Kanzlerkandidaten könnten im Vorfeld einer Wahl: konkurrieren. Danke, Claus Christian, SPIEGEL-Leser wissen mehr!
Steinmeier ist kein Charismatiker, seine Karriere und die Umstände seiner Ernennung zum Kanzlerkandidaten erinnern auf den ersten Blick gar an den eiligen Aufstieg Klaus Kinkels in der FDP (...)
Oder an den Dalai Lama? An Helmut Kohl? An Adenauer? An den Aufstieg von Helmut Schmidt? Völlig egal. Dass Herr Malzahn bei seiner politischen Erinnerungstätigkeit an Personen aus der FDP denkt, das darf man bei ihm getrost für normal halten. Malzahn legt nach der Entspannungspolitik den Finger in eine zweite Wunde: Das Charisma. Es fehlt. Durchgefallen.
(...) weil sonst niemand da war, dem man den Job zutraute.
Tja. Niemand da. Niemand traut Steinmeier den Job zu. Und - schwupps - schon ist er Kandidat. So sind die Sozen.
Auch Kinkel kam aus dem Apparat (...)
Naja. Steinmeier war bereits 33 Jahre lang Parteimitglied, im Gegensatz zu Kinkel, der 1993 den FDP-Parteivorsitz nach 2 Jahren Parteimitgliedschaft erhielt.
Schönen Dank an Jens vom Pottblog, der mich auf ´nen Fehler hinwies!

Steinmeier war u. a. 1993/94 Büroleiter von Schröder, dann Ressortkoordinator, ab 1996 als SPD-Mann Staatssekretär und Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei, und ab 2002 war er in der Bundespolitik aktiv. Egal. Immerhin lernt der Leser den dritten Makel von Steinmeier kennen (nach: 1. Entspannungspolitik, 2. Null Charisma): Steinmeier ist ein seelenloser Aparatschik.

(das könnte sogar stimmen...)
(...) so wie Steinmeier nun Schröders Erbe verwalten wird.
Ja isses denn die Möglichkeit! Malzahn kennt die Zukunft wie seine Westentasche. Er trifft einfach die dümmstmögliche Prognose. Toll. Ein Sonderlob dafür!
Dennoch gibt es, trotz der Personalnot, in der sich die Sozialdemokratie befindet, gewaltige Unterschiede.
Aah! Jetzt wird es spannend. Der Autor will trotz Personalnot differenzieren - ich als Leser habe mir derweil die drei Makel von Steinmeier gemerkt (1. Politik der Entpannung, 2. Null Charisma, 3. Apparatschik) sowie Malzahns Zukunftsprognose.
Steinmeier aber tritt nicht als Repräsentant einer Zwischenphase an, er repräsentiert vielmehr den "Last Man Standing" der SPD vor dem historischen Abgrund.
Es geht endgültig zuende mit der Sozialdemokratie. Ich glaube, das ist zugleich die Quintessenz der Parteiberichterstattung im SPIEGEL. Vielleicht sollte der SPIEGEL eine feste Rubrik in seiner Zeitschrift einrichten, mit dem Titel: "Immer nur abwärts mit der SPD".
Es gab glücklichere Vorsitzende der SPD, aber ob Beck nun der historische Tiefpunkt war, wie von uns gern behauptet wird, muss sich erst noch erweisen.
Ja, stimmt, das muss ich noch erweisen, ob Kampagnenjournalismus noch zu historisch höherer Hochform findet. Die SPD-Vorsitzenden hangeln sich von Tiefpunkt zu Tiefpunkt. Man könnte ja gleich damit anfangen, z. B. mit "Problembär Steinmeier". Achnee, das ist nix. Ein Schnellschuss. Wie wäre es mit "Steinmeier, der Stümper" oder "Stinktier Steinmeier"?
Auch Steinmeier wird nicht allmächtig sein, das Drama von Wiesbaden nimmt wohl weiter seinen Lauf.
Ohne Allmacht nimmt das Drama von Wiesbaden weiter seinen Lauf.
Steinmeier (...) wird (...) zum politischen Kugelfang - eine Rolle, die bisher Beck vorbehalten war.
Man darf das getrost als Absichtserklärung der politischen Abteilung des SPIEGEL lesen.
Die Wahrheit ist: Das Auftauchen einer postkommunistischen, linkspopulistischen Partei in Deutschland ist so wenig rückgängig zu machen, wie man Zahnpasta zurück in die Tube pressen kann.
Und ich weiß jetzt endlich, was Claus Christian Malzahn in seiner Freizeit macht.

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24 Juli 2008

Das Elend der SPIEGEL-Journalismus

Möchte man etwas über das Elend des SPIEGEL-Journalismus erfahren, den Spitzen-Vertretern des deutschen Journalismus, so vergleiche man dafür eingehend
Eines von mehreren Problemen: Der SPIEGEL veröffentlich die eine Tötung rechtfertigende Behauptung, der verantwortliche Polizist "Nugent hat mit einer Person gekämpft, die 100 Pfund schwerer war als er". Was der SPIEGEL dabei verschweigt: Dieser angeblich gefährliche "100 Pfund" schwerere Mann lag beim 9-fachen Taser-Einsatz bereits wehrlos und gefesselt auf dem Boden.

Das nennt sich hierzulande Qualitätsjournalismus.

(Oh, ich sehe grad: den Artikel schrieb die Ex-BILD-"Journalistin" Partricia Dreyer...)

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13 Mai 2008

Steingart tillt mal wieder.

Weil Obama im Vorwahlkampf der Demokraten vorn liegt, spricht Gabor vom "Verrat der US-Medien". Wer sich als US-Journalist weigerte, Obama als komplett substanzlos zu charakterisieren, ist in seinen Augen ein "Hurenbock".

Steingart verweist bei dieser Gelegenheit, paradox genug, auf die Grundsätze und Qualitätsanforderungen des journalistischen Berufes, was in Anbetracht seiner üblen und hochparteilichen Berichterstattung absurder wäre als eine eventuelle Gattentreue eines Hurenbocks. Steingart, dessen "Korrespondentenberichte" so spärlich tröpfeln, dass man an einen von der SPIEGEL-Redaktion finanzierten Erholungsurlaub in den USA glauben könnte, hält sich selbst für gut informiert, und beklagt die Kompetenzmängel und Parteilichkeit (!) seiner Kollegen usw. usf.

Ein konkretes Beispiel: IT-Einsparungen im US-Gesundheitswesen

Dem sich für überaus kompetent haltenden Gabor Steingart fällt bis heute nicht auf, dass die von ihm so gelobte KV-Reform von Hillary Clinton nicht vernünftig finanziert ist und zudem hochwindige Behauptungen erhält wie z.B. einen Selbstfinanzierunsgbeitrag der KV-Reform durch angebliche jährliche Einsparungen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar im Fall der von Lobbyisten promoteten Einführung eines teuren staatlichen Kranken- und Krankheitsinformationssystems.

Es ist ja nicht so, dass eine IT-Modernisierung im amerikanischen Gesundheitswesen eine komplett schlechte Idee wäre (Obama hat ähnliche Pläne, allerdings in realistischerer Ausführung), nur lassen sich damit - wie jeder kompetente Journalist schnell herausfinden wird - nie und nimmer die von Clinton behaupteten 10 Milliarden Dollar pro Jahr einsparen.

Gabor Steingart ist nicht kompetent.

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19 April 2008

Textpraktikanten im SpOn?

Man darf wohl davon ausgehen, dass der Bildunterschriften-Texter bei SpOn das Thema nicht so ganz verstanden hat. Galt die "Du bist Deutschland"-Kampagne wirklich als volksverhetzend? Vielleicht hat sich aber auch ein unterbezahlter Praktikant, zuständig für die Kleinsttexte unterhalb der Bilder, einen Scherz mit der Onlineredaktion erlaubt. Er wollte ihre oberflächliche Arbeitsweise womöglich ein wenig vorführen.

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09 November 2007

Spiegelkritische Notizen für den Tag:

1. Malzahn hält ein betont serviles Interview mit Westerwelle, wo dieser bürgerliche, angebliche "Liberale" unhinterfragt verdrehten Kauderwelsch feil bieten darf und sich eifrig wie sinnlos über die DDR erregt. Kein Link für diesen Interviewdreck.

2. Die Hamburger Wahlbehörde macht Werbung für einen lästigen, teuren und Demokratie unterminierenden "digitalen Wahlstift" und das kritische Nachfragen der SpOn-Journalisten erschöpft sich im Erstauen darüber dass die Hamburger Bevölkerung massives Desinteresse an diesen Werbemaßnahmen zeigt. Überall woanders gibt es bessere Informationen.

3. Ich wundere mich, warum SpOn einen gewerkschaftsnahen Lohnspiegel lobt, und zwar dieses unzulängliche Mistding. Eine erfahrene Führungskraft im Großhandel würde im Durchschnitt 2250 Euro brutto verdienen, ein Call-Center-Agent ohne Berufserfahrung verdiene 1800 Euro. Lachhaft. Dieser Lohnspiegel liefert Werte, die im Schnitt 35% (!) unterhalb der statistischen Wirklichkeit liegen (via). Der Spiegelverlag, der diesen Unfug empfiehlt, sollte sich schämen.

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