05 Januar 2008

Kopf an Kopf: Barack Obama vs Hillary Clinton

Ankündigung: Barack Obama wird könnte auch in New Hamphire gewinnen, evtl. sogar zweistellig.

+++ Update (9.1.) +++

Hoppla! Da lag ich wohl ganz gut daneben. Ergebnis: 39% (9 Delegierte) Hillary Clinton, 36 % (9 Delegierte) Obama Barack, 17 % (4 Delegierte) John Edwards. Der "emotionale Moment" von Hillary Clinton hat die Vorwahl New Hampshire am letzten Tag gedreht und war für die Wähler das Thema des Wahltags! Wenn es von ihr kein Trick war, so war es in seiner wahlstrategischen Wirkung dennoch genial. Die vermeintlich "eiskalte" Hillary Clinton setzte auf Gefühle und die Frauenkarte - und sorgte dafür, dass sich ihre Unterstützung von Frauen stark verbesserte, wie Wählerbefragungen deutlich zeigten. Hillary Clinton ist meiner Meinung nach smart genug, um ein derartiges emotionales Trumpfass gezielt zu produzieren.

Es hat indes einen Makel, was den weiteren Verlauf des Vorwahlkampfes angeht: So etwas ist schwerlich wiederholbar. Zudem wird sich die Wirkung umdrehen, wenn Hillary Clinton für den weiteren Vorwahlkampf weiterhin auf einen Schmutzwahlkampf gegen Barack Obama setzt. Das Rennen um die Präsidentschaft ist nun weit offen, auch bei den Republikanern, wo sich ein 71-jähriger John McCain als Comeback Kid betätigt.

+++ Update (7.1.) +++

Die Kandidatur von Edwards entwickelt sich im Moment zu einem Obama-Endorsement. Edwards unterstützt Obama. In New Hampshire und South Carolina kann Clinton nicht mehr gewinnen, in Michigan (15. Januar) gerät sie gerade ins Hintertreffen, Nevada (19. Januar) dürfte ebenfalls für Clinton verloren gehen, allerdings könnte ihr ein Sieg in Florida (29. Januar) und ein knappes Ergebnis in Michigan dabei helfen, beim Supertuesday am 5. Februar ein Comeback zu erzielen.

Es gibt schwere Probleme bei der Kandidatur von Hillary Clinton, die in den US-Medien schon bald umfangreicher thematisiert werden könnten: Im Vergleich zu Obama erzielt sie systematisch geringere Umfragewerte, wenn es um einen direkten Vergleich z.B. mit McCain oder Guliani geht. Der Grund: Sie polarisiert, sie ist ziemlich unsympathisch und zudem eine altbekannte und recht ideale Zielscheibe für die "republican attack machine". Ihre Wählbarkeit ist, verglichen mit Obama, im Schnitt beachtliche 5-6 Prozent (!) geringer, denn sie verschreckt unabhängige Wähler. Mit Hillary Clinton könnten die Demokraten die Präsidentschaftswahl noch verlieren.

Kopf-an-Kopf-Vergleiche

Nimmt man drei (recht zuverlässige) Umfrageinstitute zur Grundlage, nämlich Zogby, Rasmussen und Gallup, erhält man folgende Ergebnisse:

Guliani vs Clinton: + 1,33 % für Guliani
Guliani vs. Obama: + 8,33 % für Obama
McCain vs Clinton: + 2,33 % für McCain
McCain vs. Obama: +2,33 % für Obama
Huckabee vs Clinton: + 2,66 % für Clinton
Huckabee vs. Obama: + 6,66 % für Obama

Clinton kann Obama zwar noch beschädigen (sie und ihr Wahlkampfteam starten gerade einen Schmutzwahlkampf), aber damit vermindert sie zugleich ihre eigene Wählbarkeit, besonders für moderate und unabhängige Wähler. Ein konservativer US-Blogger formulierte das Clinton-Problem auf folgende Weise:
"Of course, she might turn things around and win. Then the real fun will begin." (Quelle)

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