15 Dezember 2007

Ein Lesetipp: Eine wirklich gute Zeitungsreportage. Die Geschichte endet gut - und man kann man allerhand Schlüsse daraus ziehen.

(Über Volker Beck. Über Mut und Übermut. Über die Rolle der Medien. Über die Wirkungen von Achtung und Ächtung. Über seltsame Anspruchsniveaus. Und wie sich die Dinge trotzdem zum Guten fügen. Beispielsweise.)
(via CoffeeandTV)

4 Comments:

At 15 Dezember, 2007 18:16, Anonymous Anonym said...

Hallo Dr. Dean!
Danke fuer den fr Hinweis! Aber wieso hast du kein Impressum??? Nur die NPD Blogs haben keins, kann doch nicht sein.
Dora

 
At 15 Dezember, 2007 18:51, Anonymous Anonym said...

Kleiner Fehler ist da noch drin: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich aus dem Artikel keine Schlüsse auf *Volker* Beck ziehen kann. ;-)

Und für dich, Dora-Robin, habe ich noch ein kleines Geschenk:

>> ??????????????????????? <<
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Hier, ganz viele Fragezeichen. Bei deinem Schreibstil wirst du sie gewiss brauchen können. Beim nächsten mal gibt es dann die dazugehörigen Ausrufezeichen. Hingegen kann ich dir leider keinen höheren Intelligenzquotienten schenken, aber das macht nichts, dafür hast du ja die "rechte Gesinnung", nicht wahr?

Gruß
Ben

 
At 15 Dezember, 2007 20:02, Blogger brechreiz said...

Henrico Frank lebt sein neues Leben genau so lange, wie er als Zugpferd nützlich ist. Die Wahl fiel auf ihn, weil sein Marktwert noch nicht ganz dahin ist und man mit dem rotzigen Coolness-Faktor, der für Indie-Medien unerlässlich ist, hausieren gehen kann: "Als Punk-Experte: Henrico Frank, eben noch in der Gosse, jetzt schon auf der Showbühne (aber er hat auch richtig Ahnung von Musik)."

Oder um's deutlicher zu formulieren: Nicht obwohl, sondern gerade weil ihm seit seinem Auftritt die Massenmedien ständig in die Fresse getreten haben, nehmen sie ihn jetzt in ihre Mitte auf:

"Die Haltung, zu der jeder gezwungen ist, um seine moralische Eignung für diese Gesellschaft immer aufs neue unter Beweis zu stellen, gemahnt an jene Knaben, die bei der Aufnahme in den Stamm unter den Schlägen des Priesters stereotyp lächelnd sich im Kreis bewegen." (Adorno)

Der Punk-Tanzbär.

PS: Das soll natürlich nicht heißen, dass ich H. F. die Kohle und seine (vorläufig) gesicherte Existenz nicht gönne. Die mediale Inszenierung, dieses Nachspüren ("Was macht eigentlich ... Henrico Frank? - Sie wissen schon, der "ungewaschene Langzeitarbeitslose", wie ihn Kurt Beck nannte. Nun, er ist jetzt Musik-Experte bei einem Fernsehsender ..." inkl. Tiefgang mit Menscheln und Psycho-Beichte), dieses Eingeständnis der Ohnmacht der Masse, welches sich in der willkürlichen Auswahl eines "Glückspilzes", der - bis auf Widerruf - aus dem Elend gehoben wird, zynischerweise gerade WEIL er so asozial aussah ("Trading Places" lässt grüßen), widerspiegelt, kotzt mich an.

Das muss man sich mal vorstellen: Gerade diese zynische und vor Verlogenheit triefende Medienkampagne wird herangezogen, um zu zeigen, dass die gelobten Sekundärtugenden ("habe mich richtig reingekniet") in einem Arbeitsmarkt, der jedem seine Nichtigkeit täglich vor Augen hält, eben doch Wunder bewirken können. Natürlich darf auch ein bisschen Detailkritik am rauen Klima nicht fehlen, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Wermut wärmt.

"Der Nachdruck auf dem goldnen Herzen ist die Weise, wie Gesellschaft das von ihr geschaffene Leiden eingesteht: alle wissen, daß sie im System nicht mehr sich selbst helfen können, und dem muß die Ideologie Rechnung tragen. Weit entfernt davon, das Leiden unter der Hülle improvisatorischer Kameradschaft einfach zuzudecken, setzt die Kulturindustrie ihren Firmenstolz darein, ihm mannhaft ins Auge zu sehen und es in schwer bewahrter Fassung zuzugeben. Das Pathos der Gefaßtheit rechtfertigt die Welt, die jene notwendig macht. So ist das Leben, so hart, aber darum auch so wundervoll, so gesund." (Adorno)

 
At 28 Dezember, 2007 22:33, Anonymous arboretum said...

Dem Verfasser des Artikels ist am Ende auch noch ein grober Fehler unterlaufen, wenn er schreibt: "Henrico Frank verdient in seinem Vollzeitjob heute 2000 Euro brutto, 1200 netto. Nach Abzug von Miete, Monatskarte und Fixkosten bleiben ihm 550 bis 600 Euro im Monat - ungefähr 50 Euro mehr als zu Hartz-IV-Zeiten."

Der ALG II-Regelsatz beträgt 347 Euro, hinzu kommen die Kosten für Unterkunft und ein Heizkostenzuschuss. Henrico Frank hat nach Abzug seiner Kosten also etwa 200 bis 250 Euro mehr als zu Hartz-IV-Zeiten - und muss von diesen 550 bis 600 Euro nicht mehr Fahrkarte und Fixkosten (wie Telefon) bezahlen, die sind ja schon abgezogen. Hartzies müssen zusehen, wie sie das aus dem Regelsatz von 347 Euro finanzieren. So gesehen hat er noch sehr viel mehr gewonnen als nur 200 bis 250 Euro.

 

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