Endlich Bewegung in der HartzIV-Debatte!
Sarrazin steckt im kreativen Loch, Clement hält sich überraschend an den Maulkorb, Merkel ist auf Auslandsreise (bzw. bereitet eine vor), der Sachverständigenrat ist wegen Konflikten mit Bofinger zerrüttet und Hans Werner Sinn ist mit seiner Tätigkeit als Lohnwarner ausgefüllt. Wer bringt uns das Licht?
Zwei Wirtschaftswissenschaftler, wie man sie sich kaum kompetenter vorstellen kann, sind endlich dem Problem auf den Grund gegangen! Fundamental. Radikal. Mutig. Und mit überraschenden Ergebnissen. Die Fragen waren: Was kann verbessert werden, wie können die gesellschaftlichen Lasten der Armut gesenkt werden, wie hoch darf HartzIV sein? Es müssen Lösungen her!
Nach ausgiebigen Studien im Tierfutterangebot deutscher Supermärkte (auf die exakte wissenschaftliche Methode kann hier in der gebotenen Kürze leider nicht eingegangen werden) ermittelten sie folgende ideale Mindestsätze für HartzIV-Empfänger:
Kind: 79 Euro pro Stück / Monat (ohne Alkohol und Tabak)
Erwachsenes: 132 Euro / Monat (inkl. Freizeit, Kultur und Kommunikation)
Hier ist alles Notwendige enthalten! In der Präambel der Studie (PDF) heißt es hierzu:Es war [die] Absicht, einen Beitrag zur Verbesserung der Situation vieler Menschen zu leisten.Wer die Wirtschaftswissenschaften kennt, der weiß auch, dass das Beurteilen der Lebensverhältnisse in dieser Wissenschaftsdisziplin stets von a) Klarheit b) Objektivität, c) unbestechlicher Präzision und d) höchster wissenschaftlicher Strenge geprägt ist. Nach den aufwändigen Berechnungen der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen (Bild) und Dipl. Kfm. Christian Fischer von der TU Chemnitz sind die bisherigen Sätze für HartzIV sehr drastisch überhöht. Das Fazit in kurzer Form (Studie, s.o., S. 30)
Für eine pauschale Erhöhung der Geldleistungen für alle Empfänger spricht derzeit nichts. (...) Es wäre sehr problematisch, wenn jedermann einen Anspruch darauf hätte, so viel von der Gesellschaft zu bekommen, wie er braucht, um seiner Vorstellung nach „zufrieden“ und „frei von empfundenen Mängeln“ leben zu können.Sie haben den wissenschaftlichen Beweis dafür erbracht.
Es ist ein Durchbruch für die künftige Diskussion - tabulos, frech und überfällig! Prof. Dr. Friedrich Thießen (Lebenslauf) ist ein Spezialist für Devisenhandel, Investmentbanking und Finanzwissenschaften. Der Diplomkaufmann Christian Fischer ist Diplomkaufmann und Spezialist für das physische Existenzminimum, HartzIV-Regelsatzermittlung und Kartoffelpreise (Stand: 2005).
Anfragen für gut bezahlte Vorträge, Drittmittelprojekte und Aufträge nehmen beide Autoren gerne entgegen. Von Belästigungen (besonders seitens sogenannter Hilfsbedürftiger) ist abzusehen. Nicht zielführend sind zudem kritische Stellungnahmen von Wissenschaftlern zu Methodologie, Argumentation und Inhalt der Studie (PDF).
+++ Update +++
Ein Interview. Thießen antwortet Pidun. Man erfährt: Jegliche Kritik an der Studie ist ungerecht. Thießen fühlt sich "mulmig". Nun antwortet ihm die Bundeskanzlerin: "Diese Studie ist unverantwortlich."
Labels: Satire


