08 Oktober 2008

Die Finanzmarktkrise hat ihren Scheitelpunkt überschritten

Die Finanzmarktkrise hat ihren Scheitelpunkt überschritten:

Das ist ein verwegene Aussage, besonders zum jetzigen Zeitpunkt, und ich komme im Wesentlichen nur aus intuitiven - schwer vermittelbaren - Gründen dazu. Die kommende Wirtschafts- und Konjunkturkrise ist damit noch lange nicht vorbei, ganz im Gegenteil, diese beginnt erst. Es lagert zudem noch viel Giftmüll in den Bankbilanzen, allemal genug, um fast das ganze Privatbankensystem zu zerstören. Indes, von nun an werden die Regierungen der OECD-Staaten jedes Bankbilanzloch mit Steuergeldern stopfen, die Regierungen konkurrieren mittlerweile untereinander sogar um den Titel des freigiebigsten Bankenretters aller Zeiten - des sog. FreiBaZ.

(merkwürdiger Weise kann ich mich nicht entsinnen, wann unsere Regierungen jemals ähnlich bemüht waren und ähnlich freigiebig mit Steuergeldern verfuhren, während sie auf Gegenleistungen vollständig verzichteten)

Aber diese Rundumversorgung für Zocker, dieses freigiebige Stopfen von Bankbilanzen, sie wird dafür sorgen, dass keine weiteren Implosionen von Großbanken stattfinden werden. Vielleicht fällt der Dow Jones noch bis 8000 (das wäre m.E. eine faire Bewertung) und der DAX auf 4500 - aber es ist nicht sicher, ob diese Tiefen tatsächlich noch erreicht werden. Es wird nicht mehr viele Monate dauern, und die Börsianer werden, trotz einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise, wieder optimistischer in die Zukunft blicken.

Ich würde zur Zeit stattliche 40 Prozent des Vermögens in Aktien stecken (den Rest würde ich in gute Wohnimmobilien und in Termingeldkonten bei Genossenschaftsbanken stecken - und nicht einen Cent für Gold). Als Aktien halte ich BASF für 30 Euro, Daimler für 25 Euro, Deutsche Bank zu 40 Euro für eine z.Zt. sehr gute Empfehlung.

Allen Krisenbetroffenen (das sind indirekt wohl fast wir alle) wünsche ich eine gute Prise Mut, Kraft, Klugheit, Geschicklichkeit, Glück und Tüchtigkeit für die kommenden zwei Jahre.

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8 Comments:

At 09 Oktober, 2008 10:53, Anonymous Besitzstandswahrer said...

Die Finanzmarktkrise hat ihren Scheitelpunkt überschritten? Ab jetzt wandelt sie sich zur Krise der Realwirtschaft!

 
At 09 Oktober, 2008 12:37, Anonymous ben gunn said...

das mit den aktienempfehlungen meinst du aber nicht ernst, oder?

 
At 09 Oktober, 2008 17:32, Blogger John Dean said...

@ besitzstandswahrer

Genau so. Kein Krisenende, sondern ein Krisenzyklus.

@ ben gunn

Diese Empfehlungen nehmen Bezug auf eine Diskussion bei Don Alphonso, der danach fragte:

Was tun mit Geld?

(falls man welches hat)

Hätte ich größere Mengen Geld, das ich entbehren könnte bzw. anlegen wollte, dann würde ich mich an meinen Tipps orientieren. Das sind fundamental günstig bewertete Werte, frei nach dem Motto:

Man muss Aktien kaufen, wenn die Kanonen donnern.

Ich gebe aber gerne zu, dass es für normale Menschen im Moment jede Menge wichtigerer Fragen gibt.

 
At 09 Oktober, 2008 20:25, Anonymous Avantgarde said...

...und der DAX auf 4500 - aber es ist nicht sicher, ob diese Tiefen tatsächlich noch erreicht werden

Ähm, nächste Woche? Oder noch morgen?

 
At 09 Oktober, 2008 20:51, Anonymous ben gunn said...

@john dean:
direkte waffengeschäfte sind lukrativer... oder doch vielleicht nahrungsmittlefonds?
ach egal...

 
At 10 Oktober, 2008 07:37, Anonymous Matthias said...

Ich gehe eher von einem DAX um die 3500 Punkte aus und die Realwirtschaft, naja, da sehe ich eher Schwarz. Exportrückgang im August - das hat nichts mit Finanzkrise zu tun. oder wie siehst du das?

 
At 10 Oktober, 2008 12:45, Anonymous Olaf said...

Also die Einschätzung dass es wieder einmal ein "normaler" Zyklus ist kann ich nur teilen.
Und für alle die sich ärgern dass sie nicht vor 6 Jahren Aktien gekauft haben als der daalige Kurssturz war ist es wohl sicher nun die Chance den damaligen "Fehler" wieder gut zu machen. Man muss halt aufpassen rechtzeitig vor dem nächsten Kussturz wieder zu verkaufen.

 
At 10 Oktober, 2008 18:16, Anonymous Avantgarde said...

Sagte ich gestern morgen?
Here we are.

Und oh Mann, war das ein guter Tag heute.

 

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