10 Mai 2011

Jan Fleischhauer wundert sich...

Schreckliches muss passiert sein, sodass der vorgebliche Linkenversteher (und darum: entschiedener Feind von allem, was auch nur entfernt links sein könnte) Jan sich ein wahres Fragengewitter ausdenken musste, um dieses, trotz seiner quälenden Länge im Spiegel sogleich zu veröffentlichen.

Was genau ist passiert? Was bekümmert Jan F. so sehr?

I
n Baden-Württemberg hat die SPD just nach dem Wahlsieg für Rotgrün eine Fachfrau für Integrationsfragen (eine Betriebswirtin und erfahrende Sprecherin für Integrationspolitik im Berliner Abgeordnetenhaus) zur Integrationsministerin im Ländle ernannt. Wenig verwunderlich, könnte man denken. Aber der Jan kann das rein garnicht begreifen und vermutet, nein weiß vielmehr, dass die Ministerinnenernennung reinweg geschah, weil die Dame deutschtürkischer Herkunft ist. Da muss doch etwas krumm sein, denkt der präpotent zweidutzend Fragen stellende, Integrationsprobleme-Kenner Jan Fleischhauer, der Probleme mit der Integration seitens von Muslimen 10.000 Kilometer gegen den Wind und im Voraus riechen kann, denn - so in seiner Logik - eine völlig inkompetente Frau sei für ein völlig überflüssiges Ministerium, nur aufgrund "positiver Diskriminierung" an den Posten geraten.
Link
Aha.

Gut. Wenn das also eine schlimme, für Jan Fleischhauer keineswegs zu duldende Diskriminierung war (und das war sie!), dann ist die Ernennung von Bankfachleuten zu Bankvorständen, die Besetzung von Buchprüferstellen mit Rechnungswesenprofis und im Grunde genommen das ganze Berufswesen ein einziger, hoch skandalöser Fall von - taraaa! - positiver Diskriminierung.

Jan hat es der Republik wieder einmal gezeigt! Was für ein heller Kopf er doch ist.

(oh, und ich verlinke diesen Artikel von J. Fleischhauer nicht - das wäre zuviel der Ehre - wer sucht, der findet den pseudokonservativen Textdadaismus von J.F. sicher auch über eine entsprechend befragte Suchmaschine)

3 Comments:

At 29 Mai, 2011 17:48, Anonymous Robin Renitent said...

Ich war ungefähr 15 als ich zum ersten Mal den SPIEGEL las. Schon bald fiel mir auf, daß er ein ziemlich nihilistisches Blatt war. Aber kämpferisch und gegen den Stachel löckend. Damals.

Heute ist der SPIEGEL ein Beliebigkeitsblatt rotgrüner Färbung, mit einem Hang zur Yellowpressthematik und der Ausstrahlung einer ausrangierten Zahnbürste. Eine Spielwiese für Volontäre und „Revolving-Door-Journalisten“. Unter einem Artikel von 2 Seiten sammeln sich 4 oder 5 Namen. Nicht mal allein was verfassen können die Pfeifen.

Kommt hinzu, daß das Blatt von einer Naziparanoia befallen ist: Seit 60 Jahren keine Ausgabe ohne Nazithemen, inzwischen wissen wir alles. Von der Farbe von Eva Brauns Unterhöschen bis zu der Zusammensetzung von Blondies Hundefutter.

Kurzum: Eine verkappte BILD-Zeitung für das akademische Proletariat, also ein Drecksblatt der Schmierenmainstreampresse.

Nachdem Broder nun dort das Handtuch geworfen hat macht Jan Fleischhauer das Feigenblatt um die intellektuell-erektive Dysfunktion des Blattes zu bemänteln. Womit wir beim Thema wären:

Fleischhauer und sein Kommentar zur „Integrationsministerin“.

Als mein Ur-ur-urgroßvater 1856 in den USA ankam und später dort in den Wet Mountains eine Stadt gründete half ihm keine Integrationsbeauftragte. Auch nicht meiner Ur-urgroßtante 1867 in Melbourne. Sie heiratete einen Londoner Laywer namens Bunny. Heute gibt es dort 22 Familien mit dem Namen Bunny, und alles ohne Integrationsschuhlöffel.

Als ich 1971 nach Dänemark zog und dort Arbeit suchte gab es auch keine staatsbezahlte Integrationshilfspfeife. Ich habe es geschafft. Und so auch, als meine Frau 1991 aus Moskau nach Deutschland kam. Nie hat uns einer angerufen, noch wären wir auf die Idee gekommen sie „integrieren“ zu lassen. Nach 6 Monaten sprach sie fließend Deutsch. Dann gingen wir 1998 nach Kanada. Integration? Nix da. Meine Frau sprach schlecht Englisch, studierte aber und machte 2008 ihr Diplom. In ENGLISCHER Sprache. 2001 nahmen wir einen 2. Wohnsitz in Kentucky. Sowas wie einen Integrationsminister gibts nicht mal vom Hören und vom Sagen. Die illegalen Mexikaner die bei uns und dem Sheriff den Rasen Wipper-Snippern brauchen keine Integration, die sind schon 10 Jahre illegal da und haben sich bestens angepaßt.

Jetzt bin ich seit Monaten in Asien. In Hongkong sind tausende Malaysierinnen. Ohne Integrationshilfe. In Thailand sind tausende Laoten. Ohne Intergrationshilfe. In Vietnam arbeiten Kambodschaner. Ohne Integrationshilfe.

Aber es gibt Leute die wollen nicht verstehen, bei uns, daß unsere Betüdelungsindustrie, unsere staatsbezahlten Schuhlöffel, die Menschen in die Unselbständigkeit führen. Es geht ihnen ja auch nicht darum sie zu „integrieren“. Es geht ihnen um ihren staatsbezahlten Posten. Weil sie auf dem freien Markt wirklich arbeiten müßten, was sinnvolles.

Mit dem Gendermist ist es das Gleiche. Wer, bitte, braucht 250 Genderprofessoren in D-Schland?

Wenn Fleischhauer das sagen wollte (ich habe den Artikel gelesen, habe aber jetzt Schwierigkeiten ihn aufzurufen und nochmal nachzulesen) dann hat er meine Zustimmung.

RR, zur Zeit Luang Prabang, Laos

 
At 12 Juni, 2011 10:50, Anonymous Anonym said...

Den Versuch, die Integration irgendwie zu administrieren, betrachte ich auch etwas verkniffen. Die Frage ist ja, wo hinein integriert werden soll. In die überaus vielschichtige, facettenreiche bundesdeutsche Gesellschaft? Und erst dort angekommen, dürften die Integrierten ihre Persönlichkeit, entsprechend ihrer Herkunft, ihres Glaubens etc. frei entfalten? Dabei hat unsere Gesellschaft selbst ihre Subkulturen und Aussteiger hervorgebracht, deutsche Desintegrierte zu Hauf. Aber darauf reagiert die Obrigkeit keinesfalls mit Integrationslyrik und Tagträumen von der normativen Kraft der Gesetzgebung, sondern hauptsächlich mit Repression.

Das wirkliche Problem, die schwerwiegendste Ursache für die gesellschaftlichen Probleme liegen in einer katastrophalen Bildungspolitik. Wir produzieren inzwischen ganze Heerscharen von Hauptschülern, die buchstäblich zu nichts zu gebrauchen sind. Für Hauptschüler, die bei uns ein Praktikum machen wollen, mußten wir inzwischen einen numerus clausus einführen, lassen uns das letzte Zeugnis vorlegen: Deutsch und Mathe mindestens eine Drei, keine Zensur schlechter als 4... Es geht nicht anders.

Mit diesen Heerscharen könnte man inzwischen 3-4 Divisionen aufstellen. Kanonenfutter wie in alten Zeiten. Und genau das könnte in der Absicht der Verantwortlichen liegen.

 
At 16 August, 2011 21:50, Anonymous Anonym said...

Es gibt also tatsächlich jemand, der Fleischhauer liest und sich auch noch Gedanken drüber macht? Wieso?
Lohnt doch nicht.

-kdm

 

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