23 Oktober 2008

Die US-Wahl läuft: gut

Jetzt bin ich völlig sicher: Barack Obama gewinnt die Wahl.

Begründung: Die Beiteiligung der Amerikaner an den sogenannten "early votes" ist diese Wahl unfassbar groß. In Georgia haben bereits 10 Prozent der Wahlberechtigten auf diesem Weg gewählt.- was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine glatte Verdopplung darstellt. Dazu kommt, dass die Beteiligung der Schwarzen ebenfalls auf einen sehr hohen Niveau liegt. Von der Struktur der Wähler (bei Befragungen nach der Wahl), z.B. in Nevada, deutet allerhand auf einen überraschend klaren Erdrutschsieg für Obama. In Nevada wurde ursprünglich ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet, indes, bei den "early Votes" liegt McCain zur Zeit bei nur ca. 30 Prozent, während Obama 65 Prozent dieser Stimmen erhält. Auch hier haben bereits rund 10 Prozent der Wähler gewählt, was nicht nur bedeutet, dass die Wahlbeteiligung Rekordhöhen erreicht, sondern auch, für das Gesamtelektorat, dass - jetzt schon - Obama einen Vorsprung auf McCain von 3,5 Prozent aufweist. Das ist ein Wert, der im weiteren Wahlverlauf für McCain schwerlich aufzuholen sein wird.

Amerika schüttelt sich, und schüttelt die Republikaner von der Regierung ab. Die Schmutzkampagnen und die lügenhaften Robocalls von McCain wirken doppelt paradox. Sie steigern den Widerwillen der Wähler gegen McCain und führen zugleich in millionenfacher Zahl (aufgrund aktueller Verärgerung) zu einem massiven Spendenzugang für die Demokraten.

Diesmal ist Karl Rove mit seinen Taktiken gescheitert - die Amerikaner haben genug davon.

Labels:

5 Comments:

At 23 Oktober, 2008 14:21, Anonymous Anonym said...

Ich finde das "big picture" sehr interessant, also Georgien-Krise, Finanzkrise, Rezession, im -moment scheint sich ja einiges rasant zu ändern, und man gewöhnt sich an headlines, die vor einem Monat noch dem Reich der Fantasie zugeordnet worden wären: "Sarkozy fordert Verstaatlichungen", usw. Das beeinflusst die Wahl massiv, denke ich. Die Ayers-Robocalls sind ja auch eine verzweifelte Reaktion darauf, dass die Amis sich gerade wieder mehr für economy interessieren, und da den Demokraten mehr Kompetenzen zuschreiben. Und dann noch das Al-Kaida-endorsement für McSame gestern...

Dean, kannst du nicht mal die geplante Wirtschafts-, Innen- und Aussenpolitik von Obama in einem Artikel grob skizziert vorstellen? Sein Programm? Was da kommt? So sehr ich mit Change sympathisiere, so unklar ist mir, was sich alles ändern wird kommt. Meinungen gibts dazu ja viele, von "bleibt alles ziemlich ähnlich" bis zu ziemlich radikalen Reformen. Bei einem denkbaren Erdrutschsieg hätten sie Möglichkeiten für Reformen vergleichbar mit einer großen Koalition in D. . Aber Obamas Wirtschaftsberater kommt wohl aus der Chicago-Boys-Schule?

 
At 23 Oktober, 2008 23:40, Anonymous Markus said...

Stimme durchaus zu, denke aber noch, daß Karl Rowe und Konsorten nichts unversucht lassen werden, um das Ding irgendwie noch zu drehen. A propos Drehen, wie wär`s den mit den Wahlmaschinen, das hat doch im Jahr 2000 prima geklappt...

Erst wenn es "schwarz auf weiß" ist, glaube ich, daß Obama US-Präsident ist.

 
At 29 Oktober, 2008 15:07, Blogger microgod said...

Menschen glauben gerne das, was sie sich wünschen. (Caesar)

1) Er wird ein US-Präsident sein.
2) großer Misthaufen
3) Er wird ein US-Präsident sein.

 
At 05 November, 2008 22:12, Anonymous Lupe, der Satire-Blogger said...

obwohl als satire-blogger in zig-beiträgen gegen mccain agierend, muss ich ihm riesigen respekt zollen.

was der, im augenblick der niederlage, vor seinen fans verkündete, war mutig und zollt von grosser fairness und viel anstand. er werde obama unterstützen, um amerika vorwärts zu bringen. er rief sogar seine fans auf, den ersten schwarzen präsidenten unterstützen.

für fehler, die zu seiner niederlage führten, sei einzig er schuld. hut ab, der mann hat format.

 
At 07 November, 2008 18:05, Anonymous Anonym said...

Glückwunsch zur richtigen Prognose.

Gruß
Ben

 

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home