24 August 2008

McCain möchte gerne 50 Milliarden US-Dollar für die US-Automobilwirtschaft

Während die sog. Qualitätspresse den deutschen Lesern McCain zu einen Kandidaten der wirtschaftlichen Vernunft erklärt hat, warum auch immer, womöglich in Vorfreude auf den kalten Krieg, den McCain anstrebt und die damit verbundenen Folgen für die Weltwirtschaft - möchte McCain den US-Autokonzernen 50 Milliarden US-Dollar geben, damit diese wieder wettbewerbsfähig werden spritsparende Autos bauen. Die amerikanischen Autohersteller betteln gerade beim amerikanischen Staat, vor dem Hintergrund zweitstelliger Milliarden-Quartals-Verluste, nach einer Geldspritze in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar - und McCain unterstützt dies:
Unsere Automobilhersteller sind gewillt, die nächste Generation amerikanischer Autobile herzustellen, aber dies ist schwierig in der heutigen Zeit, weil es schwierig ist, für diese Anstrengungen und Technologien Kredite zu erhalten, um damit die nächsten Zukunftschritte zu unternehmen. (...) Wir sollten das finanzieren und Maßnahmen dafür ergreifen, welche Detroit und seinen Zulieferern es ermöglichen, und ihnen damit helfen, die Umstellungsprozesse in diesen schwierigen Zeiten zu bewältigen.
Mit anderen Worten, McCain ist ein durchgeknallter, kriegs- und rüstungsgeiler weißhaariger Zausel, der von Wirtschaft nichts versteht.

Es ist nicht so, dass die deutsche Presse diesen Sachverhalt ihren Lesern mitteilt - auch jenen nicht, welche sich für den US-Wahlkampf und die Kandidaten interessieren. Der deutsche Leser von sog. Qualitätspresse hat leider nur die Wahl zwischen dürrer Agentur-Fertigkost oder sogenannten "Alpha-Journalisten", welche trotz ihrer Wirrköpfigkeit die Richtung vorgeben.

Diese Subventionen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar, und das damit verbundene Eingeständnis eines völligen Missverstehens ökonomischer Zusammenhänge seitens von McCain, sind zugleich eine gute Gelegenheit, die Bedeutung und dem Einfluss von meinungsstarken wie inkompetenten, hysterischen "Alpha-Journalisten" und "Edelfedern" in Deutschland zu hinterfragen - eine gute Gelegenheit, blinde Chefredakteure wie Malzahn, Markwort oder Weimer zu kritisieren, und eine noch bessere Gelegenheit, die einheitlich konservativ-neoliberal, schwarz-gelb bellenden "Alpha-Journalisten", wie Broder, Diekmann, Jörges, Joffe, Schirrmacher und Steingart lächerlich zu machen.

Deshalb, weil sie inkompetent sind, deshalb, weil diese von relevanten Zusammenhängen kaum etwas wissen wollen. Publikumsverblödung a la carte, im Zeichen der schwarzgelben Agenda der "bürgerlichen" Kampagnen-Presse. Und weil es nicht oft genug wiederholt werden kann:

McCain ist ein durchgeknallter, kriegs- und rüstungsgeiler weißhaariger Zausel, der von Wirtschaft nichts versteht.

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9 Comments:

At 25 August, 2008 01:24, Anonymous Avantgarde said...

Der Mann sagt das doch selber:

"The issue of economics is not something I've understood as well as I should. I've got Greenspan's book."

Erstaunlicherweise behaupten die "pundits" in den USA immer, dass die Wähler McCain in Wirtschaftsfragen die größere Kompetenz zuschreiben.

Komisch, dass man von unseren verbissenen Liberaloen zu diesem Thema so gar nichts hört.

Und warum kann uns keine der schwarzgelben Edelfedern erklären, warum sich diese lukrativen zukunftsweisenden Ideen der US-Automobilindustrie nicht über die freie Kreditwirtschaft finanzieren lassen?

 
At 25 August, 2008 02:19, Anonymous david said...

Und er weiss gar nicht wie viele Haeuser er besizt. (mindestens sieben)

 
At 25 August, 2008 16:44, Anonymous Thaniell said...

Ach mit Ahnung von Wirtschaft hat das doch nix zu tun, weder zeugt es von Kenntnis noch von Unkenntnis, es ist einfach ein perfektes opportunes Wahlversprechen. Gerade jetzt wo Obama sich mit Biden evtl. Pluspunkte bei den sogenannten Blue Collar workern machen kann, verlautbaren zu lassen eben dieser amerikanischen Mittelschicht von fleissigen Autobauern in dieser achso traurigen Krise helfen zu wollen, das ist feinster Wählerfang.

 
At 25 August, 2008 18:57, Blogger John Dean said...

@ Avantgarde
Greenspan? Ist das nicht dieser seltsame Typ, der sich für einen "Objektivsiten" hält, weil er die Pseudo-Philosophie von Ayn Rand für das beste hält, was es auf dem Gebiet des Geistes gibt?

Schön - und von dieser Flachpfeife hat (angeblich) McCain jetzt ein Buch gelesen.

Ich kenne es bereits. Darin steht: Der Markt löst alle Probleme - der Staat muss weg, und die Steuern müssen runter, jedenfalls für die upper white middleclass. Außerdem muss mehr staatliches Geld (auf Kredit) für Hochrüstung und für Wirtschaftssperenzien ausgegeben werden.

@ david

Aber er hat seine Einflüsterer, die ihm Zettel schreiben, von denen er es dann abliest. War Bush der Prompterkönig, so ist McCain der Zettelking.

@thaniell
Wer Märkte und Branchen dadurch entwickeln will, dass er in (zuvor) unvorstellbaren Ausmaß staatliche Gelder zur Produktentwicklung gibt, der hat die Prinzipien der Marktwirtschaft gründlich nicht begriffen.

Rechne das mal durch: Wenn der amerikanische Staat alle drei bis vier Jahre die Produktentwicklung von Schlüsselindustrien finanziert (sagen wir mal mit je 50 Milliarden für insgesamt 8 Industriebereich), dann wird damit die Logik des Wirtschaftens außer Kraft gesetzt.

Die Wirtschaft kann dann risikofrei (dank Staatsgeld) mit Produktentwicklungen herum experimentieren, und die Bürger müssen es bezahlen, sei es auf dem Steuerweg, oder nochmals mit Zins und Zinseszins verteuert, weil es auf Pump finanziert wird.

Mit Freihandel und Marktwirtschaft hat dieses Denken nichts zu tun - und die Entschuldigung "es ist doch nur Populismus" zieht nicht.

Wahr ist hingegen, dass McCain ein wirtschaftspolitischer Idiot ist, der für ein paar tausend Wählerstimmen auch mal gerne 50 Milliarden US-Dollar verballern mag. Für "die Produktentwickung sparsamer Autos". Wer derartige Subventionen fordert, geht zudem das Risiko von Handelskriegen ein.

Oder er schwindelt seine Wähler extrem gründlich an. Auch das spräche gegen McCain.

 
At 25 August, 2008 22:19, Anonymous Thaniell said...

Ich will ja gar nicht behaupten, dass es wirtschaftlich Sinn macht. Ich bin nur der Meinung die Aktion sagt nicht unbedingt etwas über seinen Sachverstand aus, da sie imho nicht aus wirtschaftlichem Denken heraus erfolgt, sondern als spontane "Hilfsmaßnahme", die bei den Richtigen Eindruck schindet und zumindest temporär Symptome bekämpft. Eben passend zum Wahlkampf kann man der große Retter sein. Wie es danach weitergeht, kann man sich dann in Ruhe überlegen (oder ob es überhaupt finanzierbar ist).
Dass das dem freien Markt widerspricht ist mir durchaus klar.
Klar es kann auch sein, dass er überzeugt ist, mit solchen Maßnahmen systemgetreu den Markt auf Vordermann zu bringen, aber in der aktuellen Situation kann man das imho nicht beurteilen, weil er die Aktion keineswegs befürworten und im nächsten Atemzug klarstellen kann, dass sie eigentlich blöde ist und auf Dauer rein gar nix bringt bzw. die Sache nur noch schlimmer macht.
Will meinen, ich denke man kann nicht herleiten, dass er (bzw. sein Beraterstab) keine Ahnung hat. Das wäre eine Möglichkeit, ja, vielleicht macht er es aber auch wissentlich nur um Stimmen zu fangen (was die Sache an sich natürlich nicht besser macht).

Solche "Rettungsaktionen" privatwirtschaftlicher Industrie, die oft genug blindlings gegen die Wand fährt - der Staat richtet es ja schon, mit öffentlichen Geldern gehen mir in aller Regel auch gewaltig gegen den Geist, keine Frage, ich kann mich halt nur nicht dem Rückschluss auf McCain bedingungslos anschließen.

Wobei wir uns evtl. darauf einigen können, dass beide Möglichkeiten gegen ihn (oder seine Souffleusen) sprechen. Entweder hat er keine Ahnung oder verballert öffentliche Gelder aus egoistischen Zwecken, würde mich beides auch in keinster Weise überraschen.

 
At 26 August, 2008 17:19, Anonymous alain said...

McCain ist ein prinzipenloser, machtgeiler Opportunist – und der Spiegel nervt mit seiner verblödeten Propaganda.

 
At 27 August, 2008 23:04, Blogger John Dean said...

@ thaniell

--- Zitat: ---
"Ich bin nur der Meinung die Aktion sagt nicht unbedingt etwas über seinen Sachverstand aus"
--- Ende Zitat ---

Tja. Wer als künftiger Präsident (so jedenfalls die eigene Hoffnung) eines Staates wie die USA eine derartige Forderung erhebt, einen derartigen gedankenlosen wie teuren Blödsinn, der lässt damit meiner Meinung nach durchaus Einblicke in seinen Sachverstand zu.

Oder soll man jetzt anfangen, jede wichtige öffentliche Äußerung eines Präsidentschaftskandidaten von vornherein als polittaktische Lüge zu betrachten?

Davon halte ich nicht viel.
--- Zitat: ---
Entweder hat er keine Ahnung oder verballert öffentliche Gelder aus egoistischen Zwecken, würde mich beides auch in keinster Weise überraschen.
--- Ende Zitat ---

Okay, so kann man es auch sagen.

Ich finde, in solchen - bedeutenden - Wirtschaftsfragen sollte ein Politiker in der Lage sein, das zu äußern, was er denkt.

McCain hätte ja auch sagen können:

"Ich halte nichts davon, 50 Milliarden US-Dollar, Gelder des amerikanischen Steuerzahlers in die Produktentwicklung einer Branche zu lenken. Das ist deshalb so, weil ich von Wirtschaftslenkung nichts halte - ich halte vielmehr etwas von ökonomischer Freiheit und auch davon, dass der Staat mit den Geldern des Steuerzahlers so sparsam wie nur möglich umgeht. Ich bin davon überzeugt, dass die amerikanische Automobilbranche auch ohne staatliche Hilfen die richtigen Produktentscheidungen treffen wird."

McCain hat aber das Gegenteil gesagt und sich ohne Not für massive Wirtschaftslenkung ausgesprochen.

 
At 28 August, 2008 20:39, Anonymous Anonym said...

OT:

Dean, du bist zwar oft ein selbstgerechter Laberhannes vor dem Herrn, und deine langatmigen-ausschweifenden Darlegungen sind oft, hmm, langatmig und ausschweifend eben, aber wie du gerade bei Che2001 mal eben en passant die liberale die-Nazis-haben-den-Sozialstaat-erfunden-Nummer auseinander genommen hast, und Aly gleich mit, einfach mit knallhart recherchierten Fakten - das war grandios, und ein Volltreffer. Danke dafür.

 
At 29 August, 2008 11:23, Anonymous Markus said...

Mit seiner "Qulifikation" ist McCain genau der richtige Mann für die Interessen der Wirtschaft, leider aber nicht für die der Bürger der USA.

 

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