15 August 2008

Merkel als Kriegstrampel

Die geistig starre und auf eine unangemessen einseitige "pro"-amerikanische Linie festgelegte Angela Merkel hat mit ihrer Reise bewiesen, dass sie Krisensituationen nicht managen kann. Sie fuhr nach Sotchi, um Porzellan zu zerschmeissen. Was für ein Trampel! Nichts hat sie erreicht. Ich sehe aber jetzt schon, wie die größten Teile der deutschen Publizistik dies darstellen werden: "Merkel fand deutliche Worte".

Haste Worte.

Ergänzung

Eine generell (!) gute Berichterstattung zu diesem Konflikt leistet die FAZ - auch die Abrechnung mit Glucksman/Lévy ist sehr gelungen. Die FAZ zeigt, dass Merkel bei ihrem Besuch weder ein Interesse daran hatte, die russische Sichtweise kennenzulernen, noch hatte sie Interesse (diesen Punkt verbat sie sich trotz des dringlichen Wunsches von Medwedew) die Gräueltaten der georgischen Armee in Südossetien dargestellt zu erhalten. Es dürfte aber deutlch verfrüht sein, sich unzugänglich zu zeigen und einseitig über die Russen zu schimpfen. Denn der Konflikt ist noch nicht vorbei, es gibt reichlich Gesprächsbedarf, zum Beispiel:
Bevor Bundeskanzlerin Merkel am Freitag in Sotschi gegenüber Russlands Präsident Medwedjew das russische Vorgehen in Georgien als „nicht verhältnismäßig“ kritisierte, hat der von Moskau unterstützte südossetische Präsident Kokojty angekündigt, Georgier nicht zurück nach Südossetien zu lassen. Ihre Dörfer seien eingeebnet.
Lesenswert, auch für Hintergründe zum Konflikt, ist der Beitrag von Christian Esch in der Berliner Zeitung vom 16.8.2008.

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3 Comments:

At 15 August, 2008 23:18, Anonymous Markus said...

Und tatsächlich:
O-Ton in den Abendnachrichten "Merkel fand deutliche Worte" - Manchmal fehlen einem einfach die Worte.

 
At 16 August, 2008 00:04, Anonymous jolly rogers said...

"Deutliche Worte"? Wahrscheinlich hat das Merkel Medvedev auf Russisch begrüßt.

 
At 18 August, 2008 17:36, Anonymous Anonym said...

Ja - neue Töne von FAZ und auch SPON. Und wie es der Zufall will, erdreistet sich dafür die taz heute, Georgiens NATO-Beitritt in einem Kommentar zu fordern, und springt Merkel so hilfreich zur Seite. Verkehrte Welt. Der Kommentar ist auch schon meistkommentierter Artikel bei der taz.

Aber für schwarzgrün 2009 gehen sie eben sogar über Leichen (natürlich nur metaphorisch gemeint). 1400-200 Leichen, um noch deutlicher zu werden. In einer zerstörten Großstadt, die mit Raketenwerfern beschossen wurde. Wegen der "territorialen Integrität" Georgiens (wen solche Aktionen an den Jugoslawien-Konflikt und damit verbundenes, weinerliches Krötenschlucken grüner, sodann Luftangriffe beschliessender, Politiker erinnert, der versteht die Geheimnisse der grossen Politik wohl nur noch nicht so ganz).

 

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