12 März 2008

Der Seeheimer Kreis, die LINKEN und die Zukunft der Sozialdemokratie

Zu den verlogeneren Erscheinungen moderner Parteipolitik kann man den konservativen "Seeheimer Kreis" zählen, der sich intern als "die anständigen Sozialdemokraten" inszeniert, und so gut wie jedem anders gesinnten Sozialdemokraten in den Rücken fällt. Das ist im Zusammenhang mit der Frage, wie Sozialdemokraten künftig mit der LINKEN umgehen sollen, doppelt interessant, deshalb, weil die parteiinterne Macht des "Seeheimer Kreises"ein wichtiger Grund dafür ist, dass die LINKE im Westen aufblüht.

Wenn inzwischen beinahe zwei Drittel aller SPD-Bundestagsabgeordneten sich die Zukunft der Sozialdemokratie als eine Art "CDU light" vorstellen (Seeheimer Kreis) oder als "Vorhut der moderaten Neoliberalisierung" (Netzwerker), dann beantwortet das die Frage, warum viele Bürger auf der Suche nach einer sozialdemokratischen Partei bei den LINKEN landen.

Will die SPD eine Zukunft haben, die mehr ist, als eine verblassende Erinnerung an die Sozialdemokratie und soziale Demokratie, so muss sie sich erneuern. Zu tun gibt es genug.

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10 Comments:

At 12 März, 2008 16:46, Anonymous Jochen Hoff said...

Öh. Nein. Lass sie sterben. Da ist kein Leben mehr.

 
At 12 März, 2008 17:49, Anonymous angryinhamburg said...

Bei Spin-Spon wird die SPD ja gerade schon wieder vom alten Blair-Fan Schwennicke auf INSM-Linie getrimmt. Ob das echt so ist, dass die SPD-Leute sowas lesen, und dann schnell alles so machen wie befohlen? Muss ja irgendwie so sein.

Aber 20%? Da ist noch Musik drin. Privatisiert einfach weiter heimlich die Bahn trotz gegenteiliger eigener Beschlüsse, und sagt schon mal hallo zum Projekt 18.

Und findet es eigentlich noch jemand unprofessionell, wenn ein Steinmeier - oder wars jetzt der Steinbrück? oder der Steinclement? egal, also wenn der CDU-Steinheimer Kreis bei Spon die Bundestagswahl für die "eigene" Partei bereits verloren gibt? Also, auch wenn das natürlich stimmt, aber warum sollte man die denn dann eigentlich wählen? Aus Mitleid?

Der Seeheimer Kreis hat ja einen einzigen Grund, nicht geschlossen in die CDU einzutreten, nämlich den, das seine Positionen dort nur durchschnittliches Mittelmaß wären und nicht weiter auffielen. Aber wenn die CDU gewinnt, gewinnt ja auch der Seeheimer Kreis ein bischen, mit seiner Politik. Und wenn die SPD gewinnt, dann macht er die CDU-Politik in der SPD, usw., weil der SPD-Wähler die SPD ja nur wegen dem tollen Seeheimkreis wählt (laut SPD-Kenner Schwennicke auf SPON).

Ziemlich smart eigentlich, das alles, ein win-win-game. Und schön auch Schwennickes innerparteiliches Demokratieverständnis: "Führer, befiel..." Jaja, die Neolibs...

aber was solls, was kümmerts mich, ist nicht meine Partei, und bin wohl auch nicht deren Zielgruppe, obwohl ich, glaube ich, den schneidigen Herrn Kahrs auch mal auf dem Wahlzettel stehen hatte. Hat mich aber wohl nicht so überzeugt, der Mann.

 
At 12 März, 2008 18:25, Anonymous Anonym said...

Es ist recht einfach. Eigentlich sollten ca. 23% der Boden sein. Die SPD wird aber mittlerweile von keinem mehr gewählt, der nicht stramm rechts steht. Wenn sie jetzt nach links geht oder Uneinigkeit zeigt (für solche sorgen die Seeheimer notfalls eben), verlieren sie vermutlich tatsächlich noch Stimmen, gewinnen die der frustrierten anderen Wähler aber nicht hinzu. Natürlich auch dank der großzügigen "Hilfe" der Spin-Doctors vom ehemaligen Nachrichtenmagazin Spiegel.

Gruß
Ben

 
At 13 März, 2008 00:15, Anonymous angryinhamburg said...

Übrigens, nochmal zum Aufstand der anständigen Seeheimer, schöne Recherche zum Seeheimer-Sprecher Kahrs hier:

http://soma.blogsport.de/2008/03/12/was-ist-der-seeheimer-kreis/

 
At 13 März, 2008 00:15, Anonymous Anonym said...

http://soma.blogsport.de/2008/03/12/
was-ist-der-seeheimer-kreis/

 
At 13 März, 2008 08:54, Anonymous Anonym said...

Besonders witzig ist, wie etwa SPON suggeriert, die schelchte Situation der SPD sei auf einen "Linksruck" zurückzuführen. Als hätte diese partei nicht in den jahren ihres rechtsrucks unter Schröder bis heute reihenweise Wahlen verloren. Die Hessenwahl war der erste stärkere Gewinn seit jahren, erzielt mit einer betont linken kandidatin und einem linken Program...

 
At 13 März, 2008 09:41, Anonymous Anonym said...

Befriedigt vermeldet Spin-Spon, dass die stolze Arbeiterpartei diensteifrig nach der Pfeife von Schwennickes gestrigem Spin-Artikel tanzt. Sag ich doch.

angry

 
At 13 März, 2008 10:09, Anonymous Anonym said...

Noch ein kleiner Tip: SPON nur mit demAdblocker-Plugin für Firefox betrachten, funktioniert prächtig, läd schneller, und man finanziert Spon nicht mit. Sie sollen ihren Spin doch bitte aus der eigenen Kasse zahlen. Nur die allerdümmsten Kälber zahlen ihre Gehirnwäsche selber. Weitersagen.

angry

 
At 16 März, 2008 22:39, Anonymous Anonym said...

Ich glaube, die Zukunft der SPD wird irgendwann nur noch in den Ortsvereinen liegen. Dann allerdings werden die Ortsvereine schon längst nicht mehr die Bundes-SPD vertreten, sondern nur noch SPD heißen.

Wenn ich mir überlege, dass ich mit meiner mageren Entschädigung per se schon mal 30% an den OV abführe, was mich nicht stört, aber der UBV dann auch Geld für meine Vorortsarbeit vom OV bekommt... und ich dann auf einer Sitzung des Unterbezirks zu hören bekomme, dass der UBV per Order Muffti bestimmen könne, wie er wolle, ohne auf die OVs Rücksicht nehmen zu müssen, dann überlege ich mir wirklich, was mir mein Parteibuch überhaupt bringt!

Der Seeheimer Kreis ist mir schon seit langem ein Dorn im Auge. Es ist nur so verdammt schwer, gegen ihn anzugehen! Über die Basis?? Vergiss es! Wir dürfen uns abrackern, Stimmen fangen und uns "ehrenhalber" krumm legen.

 
At 02 August, 2008 13:14, Blogger Bürger Roms said...

Sehr geehrte Damen und Herren, ich war erstaunt darüber, welch wirres Zeug man auf dieser Seite über den Seeheimer Kreis lesen kann. Das sind Kommentatoren, die die Partei SPD doch gar nicht kennen können; abgesehen vielleicht vom Innenleben eines einzigen Ortsvereins oder irgendeines Außenseiter-Arbeitskreises. Jedenfalls sind die Kommentare unwissenschaftlich, arrogant und undurchdacht. Ich "bewundere" die Schamlosigkeit und Dreistigkeit, mit der eine solche eklatante Unkenntnis zu Markte getragen wird. Arme SPD, wenn diese Kommentatoren dort tatsächlich Mitglied sind.

 

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