04 März 2008

Bertelsmann Hochschulentwicklung

Wie es sich in der Wirklichkeit verhält, wenn die Bertelsmann-Vorstellungen zur Hochschulentwicklung umgesetzt werden, kann man hier an einem Beispiel präzis studieren. Die Spindoktoren der Bertelsmannstiftung haben in jahrzehntelanger Wühlarbeit erreicht, dass die Hochschuldemokratie vor allem als "Hindernis" gewertet wird. Infolgedessen wurde die Macht der Hochschulpräsidenten - entsprechend konservativer Ideen zur Hochschulbildung - massiv gestärkt.

Tja - dooferweise gibt es über sowas keine angemessene öffentliche Diskussion. Die demokratiefeindlichen Vorstellungen zur Hochschulentwicklung seitens der Bertelsmannstiftung und des HSE werden jedoch immer noch als "Reform" hübschgeschrieben, wo sie doch im Wesentlichen nur der Ausfluss eines genauso parteilichen wie konservativen Gedankenguts sind.

Ich glaube es ist an der Zeit, dass fortschrittliche Kräfte das Etikett "Reform" zurückerobern.

2 Comments:

At 05 März, 2008 02:08, Anonymous AngryInHamburg said...

Naja, der Bertelsmannspiegel hat es ja auch geschafft, 2006 monatelang die deutschlandweiten Studentenproteste (gegen das, was er selbst immer so niedlich als "Campusmaut" umschreibt, also natürlich in Wahrheit den ganzen neoliberalen CHE-Bertelsmann-Quark) - komplett totzuschweigen in seinem famosen "Unispiegel". Die Studenten sollten sich lieber an irgendwelchen Jungunternehmerdöntjes erbauen, fand der Spiegel.

Irgendwann ging es aber nicht mehr, dann kamen niedliche Berichte über naive gutmenschenselige "Studi"-Protestierer, die sich nackig machten für die Bildung.

Bei dem Blatt ist einfach Hopfen und Malz verloren und es liegt auch nicht nur an Aust oder Steingart. Wie widerliches penetrantes Agenda-Setting aus allen Kanonenrohren aussieht, wenn die Redakteure gerne den Spin-Doktor geben möchten, kann man sich da seit Wochen ansehen. "Merkels Spritzpistole", wie die taz mal so schön schrieb.

Deutschland braucht dringend ein zweites Nachrichtenmagazin (Dickerchens "Focus" zählt hier nicht). Und die CDU bitte bei 15% bundesweit. Kann das jemand...?

 
At 05 März, 2008 14:19, Anonymous angryinhamburg said...

Ach ja, und jetzt räumen sie (CDU, Grüne) schnell den Dräger weg, weil zu sehr rotes Tuch, und meinen, damit und mit irgendeiner Pseudoregelung, die die Studiengebühren für die "sozial Schwachen" bischen erträglicher macht, könne man die grün-wählenden Studenten (die ja eigentlich nicht den Studiengebühren-Ole wollten), doch abspeisen. Der ganze Rest der undemokratischen Hochschul-"Reformen" nach rückwärts bleibt natürlich - Hochschulrat, Credit-Points, verschultes Kindergartenstudium, zugeschnitten auf ökonomische Verwertbarkeit.

Ich hab das Gefühl, die Grünen, die auch äußerlich immer älter und vefetteter aussehen, erleben dieses Jahr ihren letzten großen Sommer, in Hamburg und auch bundesweit. The Party is over, die moppelige Öko-Feelgood-FDP für Besserverdienende spricht nämlich ihre eigentlichen Stammwähler nicht mehr so an. Sie habens vergeigt, dürfen dafür aber nochmal an die Tröge, und können danach ja in die Wirtschaft gehen, das lernen sie noch bei ihren neuen Freunden aus der CDU.

Die Grünen hatten ihre letzte Chance, als Zion und andere das Grundeinkommen auf die Tagesordnung setzen wollten, und keine grünen Kriege mehr führen wollten. Sie wurden dann aber von der intriganten Parteitagsregie mit Lächerlichkeiten abgespeist, und Götsch hielt dann noch eine schwurbelige Wahlkampf-Rede, in der sie krampfhaft vermied, die CDU wirklich zu kritisieren.

Dass es für rotgrün nicht reichen würde, wusste jeder, der sich näher mit den Umfragen beschäftigte, wer trotzdem grün wählte, wählte CDU. Paar haben das durchaus schon begriffen, und das werden spätestens jetzt auch noch mehr werden.

 

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