28 Februar 2008

Der Islamist ist überwiegend ein Demokrat

Ganz anders als es uns "prowestliche" Kulturkämpfer einreden wollen, ist der durchschnittliche Islamist ein Freund westlicher Werte und hält ein "faires politischen System, Demokratie und Menschenrechte" für sehr erstrebenswert. Eine Gallup-Studie mit über 50.000 Teilnehmern in islamischen Ländern hat diesen Befund erbracht.

3 Comments:

At 29 Februar, 2008 09:42, Anonymous MartinM said...

Wenn Du schreiben würdest: "Der Moslem ist überwiegend ein Demokrat", würde ich Dir voll und ganz recht geben - denn das ergibt sich aus der Umfrage. Unter "Islamist" verstehe ich jemanden, der "den" Islam zur obersten Richtschnur in allen, auch und gerade politischen und juristischen, Fragen des Lebens erheben will - der in Frankreich gebräuchliche Ausdruck "Integrist" tiff es m. E. besser: alle Bereiche des Leben "integriert" - unter koranischen Vorzeichen. Ob ein Integrist "den Westen" in irgend einer Hinsicht als vorbildlich sehen würde, ist die Frage - die ein Intergrist einem Reporter einer "westlichen" Institution wahrscheinlich nicht oder wenn, dann nicht ehrlich, beantworten würde.
Wobei der Begriff "Integrist" nicht deckungsgleich ist mit "Fundamentalist" oder gar "Djihadist". Zum Glück sind alle diese Leute sehr viel seltener, als manch ein "Islamophober" glaubt ...

 
At 29 Februar, 2008 11:25, Blogger Dr. Dean said...

Nun, das eher karikaturhafte Bild im Westen über "den" Islamisten war schon länger revisionsbedürftig.

Dass die Mehrzahl (immerhin!) der Islamisten eine Liebe zur Demokratie hat, entspricht nicht dem, was uns die Nachrichten vermitteln - dafür aber umso mehr meinen privaten Erfahrungen.

Wobei, das darf hier nicht übersehen werden, die Lage ausgesprochen gemischt ist. Dazu gehört, dass es unter den Islamisten viele Demokratiefeinde gibt und ein - mitunter - sehr hohes Gewaltpotential. Zu diesem gesmischten Bild gehört auch, dass sich die Lage in den jeweiligen Ländern unterscheidet. Ein britischer Islamist ist tendenziell eher "Hardcore", d.h. demokratiefeindlich und bombophil, ein unter iranischen Einfluss stehender Islamist (Überraschung!) in der Regel ein Demokrat - und eher keine Bedrohung.

Fakt ist: Es gibt sehr viele Spielarten eines politischen Islam, auch in fundamentalistischer Zuspitzung. Nicht jeder Islamist ist eine Bedrohung.

Das ist keineswegs ein Grund zur Entwarnung. Denn, wenn man davon ausgeht, dass "nur" zirka 2% der islamischen Bevökerung weltweit dem Bild entsprechen, das verbreiteten Angstbildern entspricht, so handelt es sich damit dann immer noch um beachtliche 25 Millionen Menschen.

Diese sind also für Terror mobilisierbar.

Geld (u.a. aus Saudi Arabien) und Leidenschaft vorausgesetzt, verbleibt hier - leider - genügend Raum für Terrorcamps und Bedrohungen.

Nur - das ist als Linksliberaler mein Reden: Man sollte versuchen, die wirkliche Lage so zu sehen, wie sie ist.

Dazu gehört auch:

Sogenannte "prowestliche" Vorstellungen (eine Art politischer Fundamentalismus des Westens) liegen komplett neben der Spur.

 
At 01 März, 2008 13:25, Anonymous AngryInHamburg said...

Und hierzulande? Drischt der 100%-demokratische SPIEGEL seit Tagen verbal auf den SPD-Chef ein, setzt ihn nächste Woche mit Marx und Engels aufs Cover und bramarbasiert, dass sich die Balken biegen: "Beck ist geschwächt" "Ruf schwer beschädigt". Nur weil Beck, wie die CDU auch, neue Machtoptionen testet.

Parallel dazu seit Tagen das SPON-Trommelfeuer für schwarzgrün, Austs feuchten Traum von der Ponywiese, Vollkornbrote und Neoliberalismus mit Ökosiegel. Ach wie modern und zeitgemäß das doch ist! Vor allem für die CDU, denn nun kann sie weiter regieren, gegen die linke Hamburger Mehrheit.

Sehr elegant, wie sich die SPD der intriganten Steinmeiers und Steinbrücks zusammen mit den grünen Opportunisten (deren Anti-Ole-Plakate noch überall kleben, die kognitive Dissonanz beim Wähler ist nun ja wurscht) gerade ins historische Aus manövrieren. Wer soll den Quark noch gut finden? Welche "Mitte" halluziniert Steinbrück, von wem wollen die Grünen das nächste mal gewählt werden? So viele ökologisch bewusste Zahnarzt-Gattinnen gibt es nun auch nicht. Bezeichnend die Fotos von der Versammlung, wo über Gespräche mit der CDU abgestimmt wurde. Lauter Moppel um die 40, in schicken Anzügen. Langsam begreifen es auch die Doofsten, das das alles Murks war.

Und ein buntes Magazin, das früher mal als kritisch galt, möchte gerne mal wieder bSpin-Doctor spielen und den Neoliberalismus vor der Demokratie retten. Und nun schalten wir zurück zu den Islamisten.

 

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