09 Januar 2008

Gesundheitsfonds: Was für ein Mist!

Der ab 2009 eingeführte Einheits-"Gesundheitsfond" zeigt sehr deutlich, was an der SPD extrem faul ist:

Da wird kein Problem gelöst, aber der Wettbewerb zwischen den Kassen wird abgeschafft. Alle Beitragszahler zahlen den gleichen Beitragssatz - Anreize für günstig wirtschaftende Kassen werden eleminiert. Staatsdirigismus pur. Während die SPD den Wettbewerb zwischen den Kassen verhindert (statt: für einen intensiven und fairen Wettbewerb zu sorgen), verhindert die CDU einen intensiven Wettbewerb unter den Gesundheitsanbietern, z.B. Ärzten, Pharmafirmen und Krankenkassen. Jeweils zu Lasten der Beitragszahler. So ist die große Koalition vor allem eine Großkoalition zur Wettbewerbsverhinderung.

Eigentlich ist es überfällig, dass eine neue politische Kraft in der Parteienlandschaft entsteht: Die FDP-Rezepte sind radikal "wirtschaftsfreundlich", bürgerfeindlich wie untauglich, die grünen Rezepte lediglich ökologisch lackierter Sozialdemokratismus.

3 Comments:

At 11 Januar, 2008 16:17, Anonymous Jock said...

Scheiße, ich will nicht daß meine Gesundheit IRGENDEINEM Wettbewerb ausgesetzt ist!
Warum nicht das ganzen Krankenkassengedöns dahin stopfen wo es hingehört (in die Tonne) und die Gesundheitsversorgung aus Steuermitteln finanzieren.
Wäre die gerechteste Methode. Wenn wiederum unser Steuersystem gerecht wäre...

 
At 11 Januar, 2008 21:24, Blogger Dr. Dean said...

@jock
Nicht Deine Gesundheit soll dem Wettbewerb ausgesetzt sein, sondern die Leistungserbringung und die Leistungserbringer. Warum? Sei es, dass bessere Therapien und Diagnoseverfahren gefunden werden, sei es, dass Dein Geldbeutel geschont wird.

Der Wettbewerb unter den Anbieter ist dabei ein wichtiges Mittel, und setzt - hier hapert es bereits - zugängliche Informationen und Transparenz voraus.

Wenn man den Leistungswettbewerbe unter den Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen und - anbietern verstärkt, wenn z.B. deutlicher wird, wie gut einzelne Krankenhäuser bei bestimmten Erkrankungen arbeiten, dann ist das für Deine Gesundheit besser. Zumindest in der Prozesswirkung.

Trotzdem, obwohl meine Antwort wie ein Widerspruch zu Dir aussieht, sprichst Du etwas an, was sehr wichtig ist: Wenn ein Wettbewerbsprozess falsch organisiert ist (z.B. zu große Macht von Pharmafirmen), dann ist es möglich, dass z.B. teure oder sogar schädliche Pseudomedikamente mit großer Marketingmacht und zu Lasten des Gesamtsystems in den Markt gepfuscht werden.

Zweites Stichwort: Gerechtigkeit. Wenn man einen vernünftigen Risikostrukturausgleich vornimmt, hat man zugleich Gerechtigkeit wie auch Wettbewerb unter den Krankenkassen. Bei einer staatlichen Einheitskasse gibt es im Vergleich dazu nicht zwangsläufig mehr Gerechtigkeit.

Die Kundenbetreuung könnte sich z.B. verschlechtern - einige der privaten Kassen haben hervorragende und zugleich kosteneffiziente Verwaltungs- und Kundenbetreuungsstrukturen aufgebaut.

Sowas geht nur mit Wettbewerb. Jedoch sind viele Kleinstkassen (vermute ich) tendenziell überflüssig. Wenn aber der Kassenwechsel für die Kunden einfach ist, dann können diese (genügend Informationen vorausgesetzt) doch problemlos den Anbieter wechseln.

Was ich damit sagen will: Ein richtig organisierter Wettbewerb muss kein Nachteil sein. Und was die Idee der staatlichen Einheitskasse betrifft, bin ich sehr skeptisch, sogar äußerst skeptisch, ob das eine Verbesserung bewirken kann.

Ich würde eher den ab 2009 aufgebauten Gesundheitsfond "in die Tonne kloppen", deshalb, weil dieser einfach nur eine zusätzliche Bürokratieebene einführt und tatsächlich jeden (!) Wettbewerb zu Lasten der Beitragszahler verhindert. Mit einem guten System von Risikostrukturausgleich könnte man m.E. bei erheblich geringeren Bürokratiekosten mehr erreichen - und man erhält den Wettbewerb.

Die merkwürdigen FDP-Anhänger quer über alle Parteien wollen das natürlich nicht - sie wollen keinen Wettbewerb für die Anbieter von Gesundheitsleistungen, sondern in erster Linie nur das Geld der normalen Versicherten, bei gleichzeitiger Erhaltung der Privilegien von Gut- und Bestverdienern. Außerdem wird gegenüber Krankenkassen, überbezahlten Ärtzteprofessoren und Pharmafirmen ein verantwortungsloser Kuschelkurs gefahren.

Nun. Es geht dabei um Dein Geld und um die Dir zugängliche Qualität in der Gesundheitsversorgung.

 
At 18 Januar, 2008 11:08, Anonymous Perspektive2010 said...

Vor allem sollte man endlich die unselige Zwei-Klassen-Medizin abschaffen, welche daraus resultiert, dass sich gerade die wirtschaftlich und gesundheitlich Starken aus dem Solidarsystem verabschieden können. Ich will nicht wissen, wie viel Leid und wie viele viel zu früh Verstorbene man schon alleine für dieses Privileg der Bonzen verheizt hat, indem der Masse moderne Diagnose- und Therapiemöglichkeiten aus Kostengründen verwährt bleiben.

Gruß

Alex

 

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