25 Oktober 2007

Gedankengeröllhalde: Die Konzeption des ökonomischen Prozesses, einerseits durch Marx, andererseits durch Mises/Hayek ist jeweils idealisierend - und jeweils verfälschend.

Marx erkärt den Markt- und Eigentumsprozess von Unternehmen vor allem als Ausbeutungs- und Herrschaftsprozess, bei dem auf rabiateste Weise der Arbeiter um den Mehrwert betrogen wird. Dabei wird die Offenheit und Vielgestaltigkeit des Prozesses negiert, aber auch die Möglichkeit, Ausbeutungsverhältnisse innerhalb des Systems zu überwinden. Ökonomische Märkte seien stets Freiheitsvernichter. Die Ungerechtigkeiten sozialökonomischer Prozesse sowie die tatsächlichen Gewalt- und Herrschaftsverhältnisse werden als das zwangsläufige Ergebnis des privaten Verfügens über Produktionsmittel betrachtet. Diese Sichtweise wird zudem mit einer echatologischen Geschichtsbetrachtung verbunden. Groteskerweise ist die wesentliche Befreiungstat im Marxismus die möglichst vollständige Entledigung vom privaten Eigentum an Produktionsmitteln. Unmittelbar danach würde das Reich der Freiheit erreicht - alle wesentlichen Probleme seien gelöst.

Genauso negierend - selbst verstanden als Antipode dazu - geht die ökomische Schule von Mises/Hayek vor. Auch hier wird die prinzipielle Offenheit und Vielgestaltigkeit von Marktprozessen bestritten wie auch jegliche Form von Herrschaft, Ausbeutung sowie die üble Wirkung unterschiedlicher Startbedingungen im sozialökonomischen Prozess. Auf Märkten sei alles prima, alles sei "freier Vertrag". Die zentrale Produktivkraft der Ökonomie sei das private Eigentum - dessen Verteilung und Zustandekommen sei gänzlich belanglos. Groteskerweise ist die wesentliche Befreiungstat in der Mises-Sekte die möglichst vollständige Entledigung der sozioökonomischen Einflüsse von Staat und Demokratie. Unmittelbar danach würde das Reich der Freiheit erreicht - alle wesentlichen Probleme seien gelöst.

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