11 Januar 2006

Bauchschmerzen und Hysterie

Liebe Stefanie!

Das HB-Männchen in der SPIEGEL-Redaktion hat große Bauchschmerzen. Du hast 30 Tage lang bei einer deutschen muslimischen Familie gewohnt. Wie konntest du nur! Machst auf gute Stimmung mit Muslimen? Schlimm. Du hast "wenig begriffen", sagt er. Der liebe Onkel hätte dich aber gern gehabt, wenn du die Muslime dämonisiert hättest. Wie er. Nächstes Mal fragst du ihn zuvor, okay?

21 Comments:

At 11 Januar, 2006 19:42, Blogger Boche said...

Blöd, wenn der Umstand, dass der Autor zum bösen Neocondingsbums-Feindbild gehört, das Leseverständnis so weit herabsetzt, dass die Zielrichtung der verwendeten Ironie unbegriffen bleibt.

 
At 11 Januar, 2006 23:30, Blogger Dr. Dean said...

Ich halte Broder nicht von einen Neocon. Er ist zwar auf etwas hysterische Weise "prowestlich", außerdem etwas islamophob - aber für ein Feindbild taugt der Grantler nicht.

Ich fand nur seinen Kommentar im SPIEGEL ziemlich daneben.

 
At 12 Januar, 2006 12:50, Blogger che said...

Blöd, wenn die Kommentatoren, die sich eingeschossen haben, stereotyp immer mit den gleichen Unterstellungen kommen.
@Broder: Der Mann ist extrem transatlantisch und sieht die Welt scheinbar phasenweise aus der Perspektive eines jüdischen Ghettos, aber zum Neocon gehört etwas ganz Anderes. Ich habe von Broder noch nichts anarchokapitalistisches gelesen, und seine Polemiken stehen in guter Voltairescher Tradition (um Mißverständnisse auszuschließen: ich stimme ihm inhaltlich höchst selten zu, weiß aber den Stil zu würdigen). Das macht ihn nicht gemein mit den ziemlich lächerlichen deutschen Neoconnerds, die mir anmuten wie eine Runde abgehalfterter Burschis - auch wenn er sich mal mit denen getroffen und verlinkt hat.

 
At 12 Januar, 2006 15:06, Blogger Boche said...

@dean

"Ich fand nur seinen Kommentar im SPIEGEL ziemlich daneben."

Weil er gegen RTL2 und die deutsche Reality-Kacke polemisiert?

@che

"Der Mann ... sieht die Welt scheinbar phasenweise aus der Perspektive eines jüdischen Ghettos..."

Oh, wie sieht denn die Welt aus der Perspektive eines jüdischen Ghettos heraus aus? Was hat man denn da als natürlich nicht antisemitischer Linker für eine Vorstellung?

 
At 12 Januar, 2006 15:33, Blogger che said...

Aus der Perspektive eines jüdischen Ghettos sieht die Welt vor allem feindlich aus, und mit Ghettos, wenn auch nicht jüdischen, kenne ich mich recht gut aus, als früherer Angehöriger einer Underground-Subkultur zum Einen und intimer Kenner der Parallgesellschaften von Migranten, ganz besonders kurdischen, zum Anderen. Den Vorwurf eines verkappten Antisemitismus wird mir wohl kaum jemand machen können: Ich habe Juden im Freundeskreis, bin Anhänger der Kritischen Theorie, habe zum Thema Antisemitismus geforscht, ein Großvater hat wegen "reichsfeindlicher Zusammenarbeit mit Juden" im Knast gesessen, und wenn ich bei Broder einen Ghettoblick konstatiere, ist das bei dessen Biografie auch nicht weiter verwunderlich. Es sollte ja nichtmal ein Vorwurf sein, sondern eine Erklärung für sein Verhalten. Gemeint war damit eine Verbindung aus Wagenburgmentalität und latenter Islamophobie.

 
At 12 Januar, 2006 16:33, Blogger Dr. Dean said...

@Boche

"Weil er gegen RTL2 und die deutsche Reality-Kacke polemisiert?"

Iwo.

Nein, darum ging es ihm eben nicht. Sein zugegeben recht diffuser Beitrag läuft auf einen Hauptvorwurf hinaus, nämlich, dass Stefanie "nicht begriffen" hätte.

Broder ist ein Islamochonder.

Er regt sich darüber auf, dass der Islam, den er für eine grundsätzliche Gefahr hält, in dem Beitrag verharmlost wird. Man lese einfach mal quer über Broders zwanghaft prowestliches Umfeld - dann wird klar, welche Ressentiments Broder umtreiben.

Zudem: Er hält den Gegensatz dieser Sendung zum eigenen Bild und Weltverständnis nicht aus. Er ist halt sich schon etwas alt.

@Che
"Aus der Perspektive eines (...) Ghettos sieht die Welt vor allem feindlich aus."

Das kann ich bestätigen. Es gibt in den sogenannten Parallelgesellschaften jede Menge Wagenburgmentalität, das kenne ich aus eigener Anschauung.

Und tatsächlich, die Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten des Herrn Broder sind auch damit zu erklären - was kein Vorwurf sein soll.

Ich kann verstehen, besser als hier manche ahnen, wenn die grausame Geschichte betroffene Menschen immer wieder neu traumatisiert und damit gewissermaßen ins geistige Ghetto treibt. Broder ist in meinen Augen so ein Fall.

Ich bemitleide den alten Grantler, nicht wenig auch deshalb, weil er seinen Verstand immer mehr ins Ghetto sperrt.

Seine tiefe Wut und seine immensen Verletzungen hat er nie ausheilen können, im Gegenteil, je älter er wird, umso stärker reißen seine Wunden auf. Und aus diesen Entzündungen fließen dann Glossen, die von müffelnden Ressentiment gespeist werden.

 
At 12 Januar, 2006 20:29, Blogger Boche said...

"mit Ghettos, wenn auch nicht jüdischen, kenne ich mich recht gut aus, als früherer Angehöriger einer Underground-Subkultur zum Einen und intimer Kenner der Parallgesellschaften von Migranten, ganz besonders kurdischen, zum Anderen."

Klar. Das ist natürlich mit einem jüdischen Ghetto zu vergleichen. Oder andersrum: Die Juden sollen mal nicht so über ihre Ghettovergangenheit jammern, als heutiger uUnderground-subkulturell migrierter Kurde hat man es auch nicht leicht.

"Den Vorwurf eines verkappten Antisemitismus wird mir wohl kaum jemand machen können..."

Von verkappt habe ich nichts geschrieben. Unreflektiert wäre das Adjektiv, das mir einfallen würde.

"Ich habe Juden im Freundeskreis,..."

Klingt nach der beliebten Standardausrede, oder?

@Dean

"Er regt sich darüber auf, dass der Islam, den er für eine grundsätzliche Gefahr hält, in dem Beitrag verharmlost wird."

Womit ich wieder beim Ausgangspunkt bin: Interessant, wie Feindbilder das Leseverständnis beeinträchtigen.

Mal abgesehen davon, dass du wieder deine typische Art vorführst, anderen etwas in den Mund zu legen, was sie nicht gesagt haben, dir aber in deine "Argumentation" passt.

 
At 12 Januar, 2006 21:34, Blogger Dr. Dean said...

@Boche
Wenn du meiner Interpretation nicht folgen willst, ist das deine Sache. Vielleicht kennst du die übrigen Texte von Broder nicht, seine sonstige Islamhetze, vielleicht warst du auch einfach zu bequem, dir das verlinkte Foto anzuschauen und dich zu fragen, was den Kerl dabei wohl geritten hat.

Im Übrigen zähle ich Broder nicht zu den Feindbildern, sondern zu den Wirrköpfen.

 
At 12 Januar, 2006 22:28, Blogger Boche said...

Wenn du meiner Interpretation nicht folgen willst, ist das deine Sache.

Das will ich hoffen.

Vielleicht kennst du die übrigen Texte von Broder nicht, seine sonstige Islamhetze,...

Ich lese ihn hin und wieder gern.
Und Islamhetze...? Na, vielleicht kennst du dich im Thema nicht so gut aus und kannst Islamismus und Islam nicht so recht auseinander halten. (Wobei das, zugegebenermaßen nicht einfach ist.)

vielleicht warst du auch einfach zu bequem, dir das verlinkte Foto anzuschauen und dich zu fragen, was den Kerl dabei wohl geritten hat.

Palitücher sind doch nicht verboten, oder? Dass das Tragen dieser Fetzen in Deutschland als unanständig gilt habe ich auch noch nicht bemerkt.

Im Übrigen zähle ich Broder nicht zu den Feindbildern, sondern zu den Wirrköpfen.

Zu Thema Wirrkopf sag ich jetzt mal nichts.

 
At 13 Januar, 2006 00:30, Blogger Dr. Dean said...

@Boche
Es ist ja keine Schande, zu den Fans von Broder zu gehören. Aber das besagte Foto zeigt nicht etwa nur ein "Palituch", wie du meinst, sondern vor allem einen sich schäbig benehmenden Typen, der sich über den religiösen Brauch islamischer Frauen lustig macht, - und sich mit seiner Pose für überaus witzig hält.

Ein Wirrkopf.

Ich schließe Wetten darauf ab, dass er die gleiche Handlung umso weniger lustig gefunden hätte, wenn sich z.B. Gerhard Schröder auf exakt die gleiche Weise über Löckchenträger mit Häkelkäppi amüsiert hätte.

Mal dir das einfach mal aus.

Boche, sind Verhalten und Ressentiments von Herrn Broder für dich uneingeschränkt akzeptabel bzw. sogar vorbildlich?

Was ich auch nicht verstehe bei dir, Boche:

Was ist in Bezug auf die deutschen Muslime so schwierig, "den" politischen Islam von der Religion zu trennen?

Praktisch alle Muslime, die ich kenne, inkl. der politisch aktiven unter ihnen, bringen den Islam nicht mit Politik in Verbindung.

Übrigens:

Wenn es zu den Merkmalen eines Wirrkopfes gehört, dass er Dinge schlecht zu unterscheiden vermag, sie deshalb schnell durcheinander bringt oder kaum weiß, worüber er eigentlich spricht, dann sind wir uns in Bezug auf eine Definition eines Wirrkopfes wohl ziemlich einig.

Im Fall von Broder gilt im Übrigen, dass auch ein Wirrkopf seine liebenswerten Seiten haben kann.

 
At 13 Januar, 2006 10:49, Blogger Boche said...

Aber das besagte Foto zeigt ... vor allem einen sich schäbig benehmenden Typen, der sich über den religiösen Brauch islamischer Frauen lustig macht

Ich vergaß, dass es in Deutschland noch den Blasphemie-Paragrafen gibt.
Übrigens macht sich Woody Allen über Juden lustig. Im deutschen Fernsehen. Schlimm?

Boche, sind Verhalten und Ressentiments von Herrn Broder für dich uneingeschränkt akzeptabel bzw. sogar vorbildlich?

Was für eine überflüssige Frage.
Ich mache dir das Kompliment, darauf nicht zu antworten.

Was ist in Bezug auf die deutschen Muslime so schwierig, "den" politischen Islam von der Religion zu trennen?

Der Islam als Religion ist politisch.
Wenn sich deutsche Muslime dem entziehen, ist das lobenswert aber nicht in Übereinstimmung mit der religiösen Mehrheitspraxis und -auslegung.

 
At 13 Januar, 2006 13:43, Blogger che said...

Boche, zu dem, was Du da auf meine Argumentation erwiderst, kann ich Dich nur zitieren:

Womit ich wieder beim Ausgangspunkt bin: Interessant, wie Feindbilder das Leseverständnis beeinträchtigen.

Mal abgesehen davon, dass du wieder deine typische Art vorführst, anderen etwas in den Mund zu legen, was sie nicht gesagt haben, dir aber in deine "Argumentation" passt.

Gnoti saucton!

 
At 13 Januar, 2006 16:23, Blogger Dr. Dean said...

@Boche

Woran kann es nur liegen, dass ich deine Versuche, sich freundlich zu mit mir zu unterhalten und mir "Komplimente" zu machen, nun, als teils misslungen betrachten muss?

Daran könntest du ein wenig arbeiten.

Und wenn wir mal vom Persönlichen weg gehen: Nimms mir nicht krumm, aber in Bezug auf Broder hast du m.E. einen schiefen Blick.

Schau doch mal: Während Woody Allen, dort wo er Witze übers Judentum macht, nicht von Verachtung geprägt ist, ist Broder in seiner Haltung dem (!) Islam gegenüber von nichts als Verachtung geprägt!

Das ist ein Unterschied - und hier zeigt sich ja auch das Ressentiment, das dir ja nicht ganz fremd zu sein scheint, wenn du dich dem Irrtum hingibst, dass "der" Islam eine politische Religion ist.

*lach*

Woher nimmst du dein Wissen? Hier in Deutschland folgen die Muslime nur in seltenen Fällen einem politischen Islam.

Hmm?

Oder hast du da in deinem Bekannten- und Freundeskreis andere Erfahrungen?

Nun, was, Boche, prägt dein Bild von den deutschen Muslimen?

Ich sage es dir: In diesem Fall Vorurteile.

!!

Es wäre ja möglich, nicht einmal als Erscheinung selten oder der Ausdruck eines scheiternden Menschen, dass deine intensive Politisierung deines Seins deine Anschauung prägt - und daher Verhältnisse, die dir garnicht recht bekannt sind?

Und aufgrund deiner intensiven Politisierung und deiner Anschaungen betrachtest du "den" Islam als feindlich oder er stellt sich dir im Sinne eins politischen Islam dar - obwohl die Muslime in Deutschland weitgehend völlig harmlos sind, exakt genauso harmlos wie z.B. das weihnachtliche Christentum einer durchschnittlichen Familie in unserem Land.

Und vielleicht ist es derartigen Einflüssen ebenjener Politisierungseffekte der eigenen Anschauung geschuldet, dass Broder "den" Islam, egal wo und wie er auftaucht, als etwas grundsätzlich Gefährliches einstuft.

Und weil du seine Vorurteile teils teilst, Boche, deshalb fühlst du dich mit Broder selbst dort solidarisch (siehe Foto), wo ein vernünftiger Mensch doch nur noch mit dem Kopf schütteln kann.

Broder ist ein Wirrkopf.

Man muss man das im Fall von Broder verstehen: Denn im Gegensatz zu dir, Boche, hat der Mann es durch seine Herkunft deutlich schwerer, das allgemeine Gefühl von Gefährdung und Bedrohung los zu werden. So etwas sublimiert sich halt mitunter ins Ressentiment.

Derartige Sublimierungen sind für Kenner z.B. der deutschen Geschichte keineswegs erstaunlich, ne?

Du kannst sehr froh sein, darüber, dass dich die Alpträume nicht quälen, dass du die Züge nicht rattern hörst, Albträume, die viele Menschen wie Broder den Lebtag nicht mehr los werden, die sich im Alter oft sogar noch verstärken.

 
At 13 Januar, 2006 16:50, Blogger Boche said...

Schau doch mal: Während Woody Allen, dort wo er Witze übers Judentum macht, nicht von Verachtung geprägt ist, ist Broder in seiner Haltung dem (!) Islam gegenüber von nichts als Verachtung geprägt!

Was angesichts der totalitären Auswüchse des Islam auch teilweise seine Berechtigung hat.

"...wenn du dich dem Irrtum hingibst, dass "der" Islam eine politische Religion ist."

Der Umstand, dass du nette Muslime kennst (das tue ich auch, z.T. familiär) überzeugt mich nicht ausreichend. Beschäftige dich doch einfach etwas mit dem Thema Islam, Links zu empfehlenswerter Lektüre findest du im B.L.O.G.

Aber du kannst natürlich auch einfach annehmen, dass ich hier lediglich Vorurteile pflege und Broder durch seine Erfahrungen (die du damit prima gegen ihn verwendest) altersschwachsinnig.
Das erspart dir weitere Mühe.

 
At 13 Januar, 2006 18:23, Blogger che said...

Boche, ich greife nochmal die Formulierung auf "Klar. Das ist natürlich mit einem jüdischen Ghetto zu vergleichen. Oder andersrum: Die Juden sollen mal nicht so über ihre Ghettovergangenheit jammern, als heutiger uUnderground-subkulturell migrierter Kurde hat man es auch nicht leicht.", und darauf will ich sagen: wenn man wie ich jahrelang bei jeder Autofahrt in den Rückspiegel gesehen hat, ob einen jemand verfolgt, wenn bestimmte Freunde zu Besuch kamen das Telefon in den Kühlschrank gestellt hat und Die Dusche aufgedreht und dazu das Radio an, damit gewisse Lauscher nichts mitbekamen, wenn ma wochenlnang jeden Morgen, bevor man sein Auto betrat, erst nachgeschaut hat, ob da was drunterhing, wenn man erlebt hat, wie sa, wo man gerade vom Zigarettenholen zum Hotel gegangen ist, eine viertel Stunde später vom Selbigen aus ein geparktes Auto in die Luft gehen sieht, dann kann man Ghettosituationen nachvollziehen. Was meine kurdischen Freunde angeht, sind das Leute, von denen viele jeden Abend saufen oder Schlaftabletten nehmen, weil sie nicht einschlafen können - sie sehen jede Nacht die Hubschrauber, die ihre Leute massakriert haben und die Deutschland Saddam geiefert hat. Als Kurde hat man es auch nicht leicht - eben, denn Saddam hat einige Tazusend davon mit deutschem Giftgas vergast, 180 000 sind in der "großen heroischen Anfal-Operation", wie das ganz offiziell hieß, geschlachtet worden
(O-Ton Ali Hassan Madjid, genannt "Chemical Ali": "Ein General hat mich gefragt, wie die 180 000 Gefangenen zu betreuen sein und mich gebeten, mich um sie zu kümmrn. Ich werde Bulldozer schicken, das ist die Art, wie ich mich um sie kümmern werde."), und ich behaupte allerdngs, dass man dies mit der Shoah gleichsetzen knn, auch wenn es keine 6 Millionen, sondern "nur" 180 000 waren, ganz so als sei Leid qualifizierbar. Wer wie ich sehr nah am Leid dieser Menschen war, dem darf wohl zugetraut werden, in Ansätzen beurteilen zu können, was einen Broder treibt.

 
At 14 Januar, 2006 19:55, Blogger che said...

Ach, by the wy, das dürfte Dich interessieren:
http://che2001.blogger.de/stories/370232/

 
At 15 Januar, 2006 19:24, Blogger Boche said...

Ach, by the wy, das dürfte Dich interessieren: ...

Studenten-WG gegen Neocon-Strohmann?
Ein bisschen jüdisch-antisemitische Weltverschwörung und viel hohle Worte... Warum sollte mich das interessieren?

 
At 16 Januar, 2006 09:17, Blogger che said...

@boche: Ich meinte mit "Dich" den werten Gastgeber dieses blogs. Dass Dich etwas außerhalb des Wahrnehmungshorizonts der eigenen Scheuklappen interessiert, glaube ich mittlerweile nicht mehr.

 
At 16 Januar, 2006 11:10, Blogger yinyang said...

In der Tat, boche, machst Du auch auf mich, der ich diesem Thread bisher schweigend gefolgt bin, einen ignoranten Eindruck. Da beschreibt Che aus der Beteiligtenperspektive
in ziemlich erschütternder Artund Weise die Lebenssituation politisch Verfolgter und eigene Erfahrungen mit Leben in einer Situation der Bedrohung,
um zu erklären, wieso er meint, die Verletzlichkeit eines Broder nachempfinden zu können - eigentlich ein Ausdruck von Empathie für Broder, wenn er sich mit dessen Standpunkten auch überhaupt nicht identifiziert.


Andernorts nimmt er auf zugegebenerweise sehr holzschnittartige und verkürzte Weise (was bei einem Thema, das Dissertationen füllen könnte, aber auch kein Wunder ist) die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen US- und deutschen Rechten auseinander (nix Weltverschwörungstheorie, die Zusammenhänge zwischen Heritage Foundation, CIA und neocons sind ausreichend dokumentiert, und das nicht erst seit heute, dass Huntington ein Auftragsschreiber ist, ebenfalls)und begeht das Sakrileg, die Religionszugehörigkeit eines der prominentesten Vertreter der neocons in den USA zu erwähnen. ZACK - Antisemit! Was Du ihm im Übrigen ja schon unterstellt hattest, ehe er seine Argumentation ausbreitete. Wenn man seinen Ausführungen im Einzelnen folgt, findet sich dafür aber keinerlei Beleg. Lediglich die Frage, ob Neue Rechte und deutsche neocons etwas miteinander zu tun haben oder nicht wird hier arg schwammig behandelt.

 
At 16 Januar, 2006 11:52, Anonymous workinglasshero said...

Nun, ich denke, die Tatsache, dass es aufgrund einer falsch verstandenen Solidarität mit den Palästinensern, besonders der Volksfront, einen linken Antisemitismus gibt, führt manche im Umkehrschluss zu der Annahme, Linke seien Antisemiten. In diesem Fall ist der Vorwurf allerdings reichlich absurd.

 
At 17 Januar, 2006 02:28, Blogger Dr. Dean said...

Dieser Antisemitismusvorwurf seitens der schicken Neuen Rechten bzw. der Neuen Deutschen Neocon-Blogger (Boche: nicht gemeint) ist ja in Wirklichkeit kaum mehr als ein legitimierender Mythos, der das Gefühl moralischer Überlegenheit liefert und zudem die Verächtlichmachung des Lieblingsfeindes.

Mehr ist das nicht.

Ich kenne ein ganze Menge Linke und "Linke" - aber darunter nicht einen einzigen Antisemiten. Dafür kenne ich im Weltnetz (lol) der Rechtsblogger haufenweise Leute, die sich garnicht mehr einkriegen vor Amüsement bzw. scheinheiliger Entrüstung, wenn sie ihre Mythen via Tastatur ins Datennirvana schicken, nachdem sie sich damit kurzzeitig den mit reaktionären Ressentiments angefüllten Kopf betäubt haben.

 

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