07 Januar 2006

Falscher Liberalismus

"Die Ordnung der Gemeinschaft kann nicht lediglich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geregelt werden. Es war ein im 19. Jahrhundert weit verbreiteter Irrtum des Liberalismus zu meinen, dass eine zweckmäßige wirtschaftliche Regelung von selbst eine sinnvolle soziale Ordnung schaffe. Zu einer Gesamtwirtschaftsordnung gehört vielmehr eine befriedigende Sozialordnung."

Wer hats gesagt?

9 Comments:

At 07 Januar, 2006 20:15, Anonymous C.Lapide said...

Mehrere in Freiburg :)

 
At 07 Januar, 2006 20:52, Blogger Dr. Dean said...

Der Preis für die korrekte Antwort geht an c.lapide!

Auch in dem 60.000 DM teuren Roland-Berger-Papier (2001) für Frau Angela Merkel stand es drin.

Bemerkenswert fand ich, dass dort u.a. Vorschläge für internationale soziale Mindeststandards - gemacht wurden, z.B. auf WTO-Ebene.

 
At 07 Januar, 2006 20:57, Anonymous frank said...

"Mehrere in Freiburg :)"

Also waren es Neoliberale.

Weicheier ;-)

 
At 07 Januar, 2006 21:53, Blogger Dr. Dean said...

Ordoliberale, Mr. frank!

Der heutige Sprachgebrauch von "neoliberal" hat mit dem Begriff "neoliberal" aus den 30er-Jahren genauoso wenig zu tun, wie z.B. die INSM mit den Gewerkschaften.

 
At 08 Januar, 2006 13:02, Anonymous frank said...

Geschichtsfälscher !

 
At 08 Januar, 2006 16:16, Anonymous Anonym said...

Moin.

Mich würde es sehr interessieren wer das gesagt hat, zu welchem Anlass und wann. Mir ist das Zitat leider nicht bekannt und kann mir im Zusammenhang mit Freiburg auch nichts darunter vorstellen.

 
At 08 Januar, 2006 23:18, Blogger Dr. Dean said...

@Anonym
Wer sich mit den Grundzügen der liberal-marktwirschaftlichen Theorie des Dritten Weges beschäftigt, stösst auf solche Zitate in großer Zahl - auf Seiten der damaligen Ordoliberalen.

Natürlich nicht nur in Freiburg.

 
At 10 Januar, 2006 13:55, Blogger Boche said...

Steht das nicht alles schon bei Adam Smith?
Und: Gibt es angesichts überbordenden Staatseinflusses nicht erst einmal wichtigere Fragen?

 
At 10 Januar, 2006 18:02, Blogger Dr. Dean said...

@Boche
Welche Frage kann in einer Zeit, wo der Liberalismus neu ideologisiert wird, spannender sein als die Frage, welche gedankliche Spannbreite Liberalismus hat bzw. haben darf?

Wer Liberalismus vor allem als eine Art "Antistaatsbewegung" begreift, läuft in die Irre.

Es ist wie in einem Unternehmen: Oft entscheidet nicht die Frage, ob man etwas macht, sondern vor allem die Frage, wie man etwas macht. Das gilt auch für den Staat.

Wer den Staat auf eine Rolle reduzieren will, die im Wesentlichen in der Garantie der Eigentumsordnung besteht, der vergisst, dass sich aus ebenjener Sicherung der Eigentumsordnung auch Pflichten ergeben.

Als Ordoliberaler meine ich, dass die Sozialstaatsordnung das Pedant zur Eigentumsordnung ist. Aus den teils immmensen staatlichen Bemühungen um die Sicherung der Eigentumsordnung ergibt sich eine Verpflichtung, aufgemerkt!, eine echte Verpflichtung der u.a. hierdurch begünstigten Eigentümer, sich am Aufbau und der effizienten Gestaltung der Sozialordnung zu beteiligen.

Da es auch Unternehmen sind, die von diesen staatlichen Bemühungen um die Wahrung der Eigentumsordnung profitieren, und zwar in kaum zu unterschätzender Weise, dürfen sie nicht aufjaulen, wenn sie maßvoll zur Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben heran gezogen werden.

Zwischen Eigentumsordnung und Sozialstaatsordnung gilt es ein sinnvolles, ausgewogenes und die Freiheit der Menschen posititiv beeinflussendes Gleichgewicht zu bilden.

Ein "Weg-vom-Staat"-Liberalismus vermag das jedoch schon gedanklich nicht zu leisten, weil er sich im Grunde genommen jeder gesellschaftlichen Aufgabe verweigert.

 

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