12 Januar 2012

Universalkommentar zu Sarrazin (Nachbetrachtung)

Erstens

Alles, was Alan Posener und Frank Schirrmacher über die "unwiderlegten" (lol) Behauptungen von T. Sarrazin schreiben, ist lesenswert und zitierwürdig.

Zweitens

(zur Verwendung in Leserbriefen und Kommentaren u.ä.)

Es ist erstaunlich, wie vollendet lernresistent sich gerade ein Mann erweist, der für sich behauptet vor allem das Bildungsthema und Intelligenz zu seinen Kernanliegen zu rechnen, sowie, dass unter seinen unverdrossensten Anhängern die Notwendigkeit eines Intelligenzzuwachses sich bisweilen besonders zeigt, was sich auch an den Kommentaren aus seiner Fankurve erweist.

N
icht einmal die leiseste und sachlichste Kritik an Sarrazin wird seitens Sarrazin und seinen verhärtesten Anhängern gelten gelassen, so objektiv diese auch sein möge. Und dass Herr Sarrazin immer noch nicht zwischen Bestimmtheitsmaß und dem r-Wert zu unterscheiden vermag, nur einmal als Beispiel, ist aberwitzig für jemanden, der sich für einen Könner der Statistik hält.

Auf eigentümliche Weise zeigt er an sich selbst, einerseits, wie wichtig tatsächliche Intelligenz ist, wenn man Überlegungen zu komplexen Theman anstellt, aber andererseits, wie überflüssig jede Intelligenz sein kann, wenn diese nicht zugleich von Herzensgüte und der Fähigkeit zur Selbstkritik begleitet ist, zwei Eigenschaften, für die man ganz gewiss nicht Herrn Sarrazin oder seine Ehegattin als Exempel heran ziehen wird.

Übrigens, wenn der r-Wert (die vermeintliche Abhängigkeit z.B. der Intelligenz von genetischer Vererbung) beispielsweise einen hohen Wert von 0,7 hat (was in dieser hohen Höhe nur eine Minderheit von Intelligenzforschern behauptet), dann beträgt das davon abgeleitete Bestimmtheitsmaß nur (!) 0,49. Mit anderen Worten, selbst unter extremen Annahmen ist Intelligenz (genauer gesagt: die Differenz zum menschlichen Intelligenzdurchschnitt) nur zu maximal 49 Prozent eindeutig auf genetische Faktoren zurück zu führen.

Sinkt der r-Wert auf 0,5 (was so in etwa der Konsens unter Intelligenzforschern darstellt), dann beträgt das Bestimmtheitsmaß nur noch 0,25. Kurzum, bereits von der rein statistischen Seite her versteht Sarrazin an sehr entscheidenden Stellen zu wenig von dem, worüber er sich verbreitet.

Ein abschließender Hinweis noch: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass dumme (Intelligenz bei nur 80 Punken) und das Kind stark liebende und umsorgende Eltern einen deutlich förderlicheren (!) Einfluss auf die Entwicklung der kindlichen Intelligenz haben als beispielsweise hochintelligente, leistungsorientierte, aber gefühlskalte Eltern. Wer an dieser Stelle gewisse, teils sogar frappierende Parallelen in der Familie Sarrazin findet, der darf an dieser Stelle gerne "aha!" sagen bwz. denken. Und zwar ganz unabhängig davon, was er/sie ansonsten von den Thesen des T. Sarrazin hält...

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1 Comments:

At 27 März, 2012 07:11, Anonymous Robin Renitent said...

Es geht in der Auseinandersetzung doch weniger um Herrn Sarrazin, als um den Umgang mit ihm. Und der ist, in einem System, das vorgibt demokratisch zu sein, absolut erbärmlich.

RR. Z.Zt. Honolulu

 

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