12 Juni 2009

Wahlbetrug: Mussawi hätte der Obama Irans werden können

  1. Breaking News: Mussawi gewinnt heute Abend die Wahlen im Iran!

    ++ Update ++
    Stattdessen Erdrutschsieg für Ahmadinedschad - was m. E. überhaupt nicht zu den Teilnahmerekorden bei der Wahl passt. Es waren die Anhänger von Mussawi, welche diese Mobilisierungsleistung erbrachten. Die Wahlveranstaltungen von A. waren hingegen (abgesehen von den teilnehmenden Milizen und den nach Diktatorenart speziell dorthin verfrachteten ortsfremden Demonstranten) regelmäßig schlecht besucht, mit Ausnahme des Südens von Teheran.

    Wahlbetrug.

  2. Auf eine sehr merkwürdige Art ist bzw. wird könnte Mussawi der Obama Irans [werden]: [Wenn es so käme, so wird] er dies weniger aus eigenen Stücken - er wird dazu getrieben von seinen Anhängern.
Ich muss sagen, dass ich die Wahlen im Iran für deutlich spannender und bedeutsamer halte als die Europawahlen. Ich drücke dem iranischen Volk die Daumen - für Frieden, Freiheit, Fortschritt und eine neue Offenheit!

Mein Tipp: Mussawi 53 Prozent, Ahmadinedschad 41 Prozent - Update: Mein Tipp war nichts.

+++ Update +++

Über die wirklichen Ergebnisse (aus zwei gleich laufenden Quellen) berichtet der Tagesspiegel hier.

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2 Comments:

At 13 Juni, 2009 15:23, Anonymous Anonym said...

Der Obama Irans? Eher der Hans Modrow.
Er ist ein Mann des Regimes. Er war zur Zeit der großen Massaker Regierungschef, die Frage nach seiner Mitverantwortung drängt sich auf.
Gewiss hat er begriffen, dass die schiitische Betonköpfigkeit dem Land schadet, gewiss sucht er nach gangbaren Wegen.
Sie haben ihn zur Wahl zugelassen, weil sie ihn nicht gefürchtet haben. Die grüne Welle hinter ihm, die haben sie aber gefürchtet, so sehr, dass sie nun übers Ziel hinausgeschossen sind. Fast zwei Drittel, das hatte Herr A. 2005 nicht mal nach der Stichwahl. Lächerlich. Und traurig, trotzdem.
Gruß von stellasirius

 
At 13 Juni, 2009 16:41, Blogger John Dean said...

Wie gesagt: Er wäre ein Obama Irans geworden, weil ihn seine Anhänger dazu treiben - nicht aus sich selbst heraus.

Es fällt auf bis jetzt, dass er sich im Laufe der letzten Monate immer stärker in Richtung der Wünsche seiner Anhänger entwickelt hat. Die grüne Welle hat ihn transformiert.

Das ist etwas eigentümlich und vielleicht auch schwer zu begreifen. Es ist aber, so weit ich es beurteilen kann, real.

(Vielleicht bringt das auch einen Erklärungsbeitrag für den Umfang der Wahlniederlage, mit dem das diktatorische Klerikalsystem im Iran die grüne Welle demoralisieren will. Irans Klerikalfaschisten möchten ihnen das Gefühl nehmen, dass eine Bevölkerungsmehrheit hinter der grünen Welle steht. Und sie fürchten sich vor Mussawi - was durchaus neu ist.)

 

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