01 Mai 2009

Neoliberalismus ist totalitär

In der Welt der vom Neoliberalismus direkt oder indirekt geprägten, und von der Arbeitsagentur bezahlten Karriereberater steht das "Sich-selbst-neu-Erfinden" nicht für eine intrinsische (also: wirklich selbst gewollte) Veränderung, sondern für ein nahezu totales Unterordnen des betroffenen Individuums unter die Erfordernisse externer Stellen.

(siehe Diskussion hier bei Che)

Man erwartet vom Individuum, es möge sich doch bitte gefälligst neu erfinden - und zwar durchaus auf das Gründlichste, bis hin zum Habitus und zu jenen Attributen, die eigentlich als ureigene Ausdrucksform des Individuums gelten. Frisch umgemodelt, wird der "Sich-selbst-neu-Erfinder" zu einer Vermarktungsmaschine, er "netzwerkt" zielgerichtet und ordnet seine sozialen Beziehungen gemäß den (vermuteten) Erfordernissen ökonomischer Verwertung am Markt.

"Der" (zu stark von Ungleichheit und Unfairness bestimmte) Markt wird hier zu einer deutlich herrschaftsähnlichen Kollektiv-Instanz, dem sich das zu Gestaltung fähige, aber ökonomisch schwache (oder: geschwächte) Individuum (mitunter inklusive seiner sozialen Beziehungen!) durch ein "Sich-selbst-neu-erfinden" unterwirft.

Das "Sich-selbst-neu-erfinden" wird hier, liebe Rechts"liberalen", zur Ausdrucksform eines totalitären Mechanismus.

Neoliberalismus ist totalitär - gezeigt an der Formation bzw. Deformation des Begriffes vom "Sich-selbst-neu-Erfinden". Beitrag gewidmet dem Tag der Arbeit 2009.

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1 Comments:

At 19 Mai, 2009 20:11, Anonymous Robin Renitent said...

Liberale haben kein kaltes Herz. Der „Kalte Hauch des Neoliberalismus“ ist eine böswillige Metapher derer, die private Initiative durch staatliche Bürokratie verdrängen möchten. Der Glaube, auf das Allgemeingut verpflichtete Politiker und Bürokraten würden an erster Stelle etwas anderes verfolgen, als ihre persönlichen Interessen, ist günstigenfalls naiv, mitunter aber einfach verlogen.

Liberale können warmherzig und freigiebig sein. Anders als die Befürworter staatlicher Sozialpolitik halten sie es weder für großzügig noch für sozial, wenn jemand fordert, andere Menschen müssten gezwungen werden ihr Geld für fremde Zwecke herzugeben. Liberale sind allerdings der Auffassung, dass man dann großzügig und sozial ist, wenn man mit seinem eigenen Geld zeigt was man tut.

Zitat as DIE FREIE WELT, Dr. Prollius, "Liberale Großzügigkeit", 16.05.2009

 

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