27 November 2007

Ankündigung: Der CDU-nahe Wirtschaftslobbyist Oswald Metzger wird heute nicht aus der Partei der Grünen austreten. Denn für seine Geldgeber und Freundeskreise aus dem INSM-Umfeld ist er einzig und allein als Grüner wertvoll.

+++ Update 19:00 Uhr +++
Hey, cool, ich habe mich geirrt! Wie in den Kommentaren bzw. hier in den Meldungen zu sehen.

+++ Update 29.11. +++
Zur Dokumentation hier ein großer Teil der Bundesparteitagsrede des Landtagsabgeordneten O.M.:

Ich hatte selten Losglück auf Parteitagen [gemeint: eine frühes Rederecht], ähem, unserer Partei, heute habe ich mich besonders drüber geärgert, dass ich kein Losglück hatte, heute hätte es auch sowetwas wie Fairness bedeutet, wenn man dem Mann, der eine Grundsatzkritik hat, einen Platz eingeräumt hätte heut morgen, in einem Redebeitrag.

(sehr verhaltener Applaus, teils Johlen)

Ohne jede Einschränkung! Das war nicht souverän, Reinhard und Claudia.

Punkt 2. Wir müssen aufpassen als Grüne, dass wir uns immer wieder erden in der Realität. Ich kapriziere mich bei der Begründung des Änderungsantrags jetzt auf einen Punkt, der zeigt, wie weit wir aus der sozialen Realität uns auch ein Stück zu verabschieden beginnen, wenn wir in der Tat in dem Set 01 langfristig die Individualisierung in der Existenzsicherung einführen.

Wissen Sie, äh, wisst ihr, was des heißt? Das heißt, der Gatte der Kieferchirurgien, sehr gut verdienend, hat künftig einen eigenen Leistungsanspruch! Wir entsolidarisieren die Gesellschaft, indem wir als Grüne, die die Brüdergesellschaft wollten [Metger fuchtelt mit zwei Fingern wild in der Luft], die immer das Füreinander-Einstehen propagiert haben, wir entsolndirari, äh, entsolidarisieren die Gesellschaft, weil wir Menschen dann - sozusagen an den Staat, an den anonymen Staat delegieren, den Eindruck erwecken, wir könnten des alles finanzieren, und bindungsfähig in der, äh, in der Gesellschaft; selbst in den Familien, außer Kraft setzen. [nun lauter:] Subsidarität sieht anders aus! Wir wollten immer Hilfe zur Selbsthilfe und nicht eine etatistische Komplettverdienung durch den Staat [nun wieder leiser:], ich halte des für eine verquere Logik.

[Pfiffe im Saal]

Dann, zum Thema Gerechtigkeit. Also diejenigen von euch, die sich über meine Äußerungen so ärgern. Ich wollte, und tue es auch nicht, und habs nicht einmal in diesem harten Interview getan, Leute stigmatisieren, die selber in dieser sozialen Stellung sind. [Nun brüllt er:] Aber schaut euch einmal an, wie gehts Kindern, die in der zweiten oder dritten Gene, Generation in der Sozialhilfe leben oder von HartzIV! [nun wieder normale Sprechlautstärke] Wenn die Eltern praktisch antriebsarm, selber so großgeworden sind, ihren Kindern nicht mal nen Vorbild geben, dass man morgens aufsteht, dass sie kein Interesse [Zwischenrufe, Oswald Metzger wendet sich ab in eine andere Richtung], kein Interesse an den Bildungschancen ihrer Kinder haben, da wäre es doch viel gerechter, den Schweiß der Edlen darauf zu orientieren, dass wir wirklich Mittel in den öffentlichen Haushalten mobilisieren, für faire Bildungsinfrastruktur [Metzger versteht hierunter deutlich höhere Studiengebühren], und äh, für Kinderbetreuung, [Applaus] dass ist doch viel entscheidender.

Um Gottes Willen, wo leben wir denn! Und wenn ihr mal guckt, wie schwierig das ist, und da bin ich voll der Meinung unserer Partei und auch des Leitantrags des Bundesvorstands, wie schwierig es ist [fuchtelt wieder mit zwei Fingern], Geld zu mobilisieren, für den Bereich, Bildung und Kinderbetreuung.

Weil in den meisten Landeshaushalten die Bildungsausgaben allein schon deshalb steigen, weil die die großen Kohorten der geburtenstarken Lehrerjahrgänge in den Ruhestand kommen. In Baden-Württemberg steigen die Bildungsausgaben, weil die Pensionen für mehr Lehrer und Lehrerinnen bezahlen, aber da haben doch die Kinder und die Gesellschaft noch keine qualitative Leistungsverbesserung! Versteht ihr, was ich meine, es ist schon (...)


usw. usf.

4 Comments:

At 27 November, 2007 15:30, Anonymous Anonym said...

Laut SPON ist er aber ausgetreten, und dort weist man auch darauf hin, dass er mit einem Übertritt zur CDU dieser eine absolute Mehrheit verschaffen könnte. Er will aber erst mal ein halbes Jahr parteilos weitermachen.

 
At 27 November, 2007 17:08, Anonymous Anonym said...

Prognosen sind schwer - vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. ;-)

Macht aber nichts, es ist nämlich ein noch viel schlechterer Stil, immer in Deckung zu bleiben.

Gruß
Ben

 
At 27 November, 2007 17:37, Anonymous Anonym said...

http://www.tagesschau.de/inland/metzger8.html

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,7127890,00.html

http://www.zeit.de/online/2007/48/bg-konvertiten?from=rss

usw.

Grüße.

 
At 27 November, 2007 19:01, Anonymous Dieter Petereit said...

Wie man hört, liebäugelt er mit der FDP. Das ist für die INSM auch okay...

 

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