24 Juni 2006

Fußball und Merkel: passt nicht

Heute habe ich mir das WM-Spiel Deutschland gg. Schweden vor einer Großleinwand angesehen, zusammen mit rund tausend Leuten. Fröhliche Stimmung, Familien mit vergnügten Kindern, überall schwenkende Deutschlandfahnen, gute Laune, dann plötzlich: eine Großaufnahme von Frau Merkel auf der Leinwand.

Schlagartig wird es still, dann sinken hunderte von Deutschlandfahnen zu Boden, keine einzige wird mehr geschwenkt, statt Gesängen erschallen zahlreiche Pfiffe und Buhrufe. Sofort, als Merkels Gesicht von der Leinwand verschwand, ging die Party wieder weiter...

5 Comments:

At 24 Juni, 2006 22:34, Anonymous Lara said...

Nee, _allerdings_ nicht. Ich hab das leider nicht gesehen, aber schön, dass diese unverschämte Fußball-Begeisterung-Profiteurin mal gesehen hat, dass Deutschland-Fahnen schwenkende Fußballfans noch lange nicht Fans einer den grundgesetzlich garantierten Sozialstaat demontierenden Regierung sind. Am dümmsten war das hier von ihr (und sie reiht eine Dummheit an die andere): "Die WM-Begeisterung im Lande sah die Kanzlerin auch als Zeichen für die Bereitschaft der Bürger zur Modernisierung Deutschlands." http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/88227.html

Und unter "Modernisierung" versteht sie ihre asozialen Reformen. Bemerkenswerte Chuzpe hat die Dame - allerdings nicht im positiven Sinne. Zu deinem Titel noch eine Fortsetzung: Merkel und Deutschland: Auch nicht.

Die Kolumne hier fand ich auch ganz interessant: http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/84358.html

Grüße, L.

 
At 24 Juni, 2006 23:47, Anonymous MartinM said...

So großes Vertrauen in das politische Bewußtsein der deutschen Volksmassen habe ich nicht, Iara. Aber trotzdem ist es ein gutes Zeichen, wenn es nicht doch nur die zuverlässig stimmungtötenden merkelschen Mundwinkel waren. Ich tippe auf den Instinkt des Enthusiasten, der dei Fußballfans spüren ließ, dass hinter ihrer gespielten Begeisterung nur Kalkül steckt.
Wie sang Bob Marley so schön: "You can fool some people sometimes, but you can't fool all the people all the times!"

 
At 25 Juni, 2006 20:06, Anonymous Anonym said...

Die Dame hat bemerkenswert viel Zeit übrig für die Betrachtung von Sportereignissen, bei dem Beruf. Aber es handelt sich dabei in Wirklichkeit natürlich um harte Arbeit. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie irgendso eine PR-Tussi oder so ein PR-Clemens bei einem Kanzlerinnenvermarktungsmeeting freudig erregt von der tollen Stimmung schwärmt und dass das ja ein ganz tolles Symbol ist und dass sie also bei JEDEM Spiel dabei sein, gezeigt und möglichst noch interviewt werden müsse, man habe ja seine Leute bei RTL und ZDF, das liesse sich sicher so drehen. Was hat das mit Fußball zu tun? Soviel wie Hyundai oder McDonalds-Fastfood.

Apropos Chuzpe: Oswaldt Metzger heute bei Spiegel Online glaubt wohl auch noch, dass die große Zeit des Neoliberalismus jetzt erst anbrechen wird. Lots of laughing. Face it - the party is over.

 
At 25 Juni, 2006 23:51, Anonymous Anonym said...

Ja, das Volk wollte wieder mal nicht tümlich sein. Selbst das Motiv, daß durch einen Erfolg bei der WM der berühmte Ruck durch Deutschland gehen könnte, ist geklaut. Guckt Ihrt hier: http://www.ich-glaub-dran.de/
beste Grüße
bigberta

PS: hatte mich hier mal registriert, aber dann mein Passwort verdödelt. Hat jemand eine Ahnung, wie ich da wieder drankomme?

 
At 26 Juni, 2006 15:07, Blogger che said...

Ich hatte bei dieser Begeisterung ein unwirkliches Gefühl. Es erinnerte direkt an Love&Peace-Zeiten (Beispiel: Jugendliche winkten PKWs an den Rand, öffneten die Türen und küssten und umarmten die Insassen). Wenn eine solche Begeisterungsfähigkeit da ist, ein solches friedliches Levée en masse, dann möglicherweise auch für andere Ziele als Fußball. Sicher aber nicht Merkels Sparprogramm.

 

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home