12 November 2005

Kleingeldprinzessin (1)

Das ist sie: Die Stimme, von der man kaum genug haben kann. Kleingeldprinzessin und ihre Band, die Stadtpiraten sind für mich der musikalische Geheimtipp* überhaupt.

Texte mit Niveau und Wortwitz, und dazu Musik, die einfach irre gut ist. Diese Musik liegt irgendwo zwischen Bossa Nova, deutscher Liedermacherei, Flamenco, Rock und Chanson, verwandlungsfähig und gewürzt mit Jazz und einer Prise Funk.

Kein Geschrammel - jedes Stück ein Unikat zwischen Melancholie und lebensfroher Verspieltheit. Verzeiht mir meine vielleicht allzu überschwängliche Begeisterung, es bleibt mir hier nichts anderes übrig. Mein bester CD-Kauf seit drei Jahren (:Kelis).

Bei "Alles Du" meint man, mittelalterliche Musik zu hören und lauscht dieser wunderschönen Liebeserklärung:
Zähneklappern, Zähneknirschen, und dann dazu die barschen, wirschen
Mienen, Blicke, Kommentare. Das muss das harte, wahre Leben sein,
jedem sein Los, seine Last, seinen Trost, ich wär fast
verzweifelt ob der Müh der langen Straßen. Was soll ich hier?
Sehe keine weiten Wege, seh nur Fluchtpunkte auf dem Weg zu dir
Und dann in Deinem Arm, alles gut, alles andre egal,
alles Du, alles Dur, alles nur, ein Kitzellachen, fühl mich wohl
das sind Momente wie Geschenke mit Limettensaft und Alkohol.
Und dazu ihre Stimme...

Eine Stimme, die melancholisch sein kann, aber auch jede Menge frechen Sinn für Humor und freundliche Ironie hat, zum Beispiel im Song "Immer die Anderen", der mich ein wenig an den Stil von Element of Crime erinnert.

Intelligente Texte, die sich nicht in Kryptik flüchten, Musik mit einer guten Dosis authentischem Bossa Nova - und so vielgestaltig die Einflüsse sind, so sehr ist diese Musik doch aus einem Guss.

Wer wird diese Musik mögen? Wer ein Faible für schöne deutsche Frauenstimmen hat, oder wer Chansons mag. Wer Erik Satie und natürlich, wer Bossa Nova mag. Weltmusik aus der Heimat.

Meine weiteren Anspieltipps: "Gut genug", "Öffentlicher Nahverkehr" (hier ist die Live-Version leider zu hektisch), "Traumsymphonien", "Sinceramente" und "Im Rauschen der Welt" mit den schönen Cello-Arrangements und das funkige "Kleingeldprinzessinnen".

Das Beste: Die Kleingeldprinzessin und ihre Stadtpiraten sind gerade auf Tour, z.B. in Norddeutschland, in Essen, Köln, Freiburg, Tübingen, Leipzig u.a. (Termine) und ist eine leidlich gute Liveband, sodass der Besuch lohnt.

Glaubt mir!

*Wegen der doofen, künstlerfeindlichen GEMA sind leider im Moment auf ihrer Homepage keine Musikbeispiele mehr herunterzuladen.

3 Comments:

At 12 November, 2005 03:16, Anonymous Anonym said...

Ach wegen der GEMA. Ich dachte schon, die hat's nicht mehr nötig, Hörbeispiele raufzustellen...

Zeitgleich mit der Kleingeldprinzessin hab ich damals das Peghini-Trio kennengelernt. Leider zur Zeit keine Termine/CDs. Aber lohnt sich auch.

http://www.cross-culture-music.de/deutsch/start_peghini_trio.php

 
At 15 November, 2005 08:53, Blogger Daniel said...

Hallo Dr. Dean,

danke für den Musik-Tipp. Werd bei Gelegenheit mal reinhören.

Da sich deine Seite ja "Der Morgen" nennt, wollt ich kurz auf meinen Blog, der von Trends von morgen handelt, aufmerksam machen. Jede Woche stelle ich einen neuen Trend vor. Du findest den Blog unter www.trend-portal.blogspot.com

Viel Spaß beim Lesen - deinen Blog hab ich verlinkt. Viele Grüße

 
At 21 Mai, 2009 16:04, Blogger Maximilian said...

Hey,

wollte mal kurz über ein Festival informieren bei dem Dota im August auftreten wird:

Das Aufmucken-Festival 09 bei Berlin.

Alle infos gibts auch hier unter www.aufmucken-festival.de bzw. in der PressemitteilungÜber einen Hinweis im Block würden wir uns sehr freuen - das ganze ist selfmade... deshalb haben wir kein geld für teure Werbung ;)

Liebe Grüße,
Max Pohl

 

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