13 September 2009

Wie Polizisten über Prügelcops denken

Das Folgende ist keine repräsentative Zusammenstellung von Statements, sondern lediglich die Auswertung eines einzelnen Kommentarstranges, in dem sich Polizisten privat äußern.

Prügelcopfreund 1: "Auch ein Sperren gegen polizeiliche Maßnahmen ist ein Widerstand, der selbstverständlich gebrochen werden darf/muss. Sieht nicht immer schön aus, aber manchmal sind auch Schläge erforderlich, um den Probanden locker zu machen."

Prügelcopfreund 2: "Was geht da zu weit? Es wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Der Radfahrer trollte sich. (...) Er wurde am T-Shirt gepackt, zurückgezogen, zu Boden gebracht und festgenommen. Natürlich kurz und heftig, aber die Zeit zum Diskutieren war vorbei. Und dass der andere eins auf die Nase bekam, liegt wohl daran, dass er mit dieser zu weit vorn war. Man sollte seine Nase nicht überall reinstecken."

Prügelcopfreund 3: "Ist es so schwer sich an polizeiliche Weisungen zu halten und die Konsequenzen zu tragen, wenn man dagegen verstößt?"

Prügelcopfreund 2: "Der wurde mehrfach aufgefordert zu gehen. Provokant wollte er noch ne Dienstnummer, und die aufschreiben. Das sind dumme Provokationen. Und dann geht er, natürlich extra in die andere Richtung als ihm aufgetragen. (...) Deeskalation ist keine Einbahnstraße."

Prügelcopfreund 4: "VA werden auch mal mit Zwang durchgesetzt. Sieht manchmal nicht so hübsch aus und ist für den Einen oder Anderen auch mal unverständlich, das wird aber nichts daran ändern, dass die Polizei Zwang anwendet."

Prügelcopfreund 2: "Wir agieren nicht. Wir reagieren. Auch mal überzogen. Mag sein. Nicht desto trotz muss man nicht provozieren. Und wer es darauf anlegt auszutesten, wie weit er gehen kann, der geht bei dem einen etwas weiter und bei dem anderen gibts eine gesemmelt. Is eben so."

Prügelcopfreund 5: "Ob die Umsetzung zu hart war oder nicht, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall zeigt so manches 'Opfer' auf dem Video einen Mangel an Situational Awareness. Einfach mal den Rückzug antreten und gut ist."

Prügelcopfreund 2: "Ich denke, wir machen da keine Unterschiede in der Person. Ich kenne sogar einige PVB, welche es erwischt hat. Friendly Fire. *grins*"

Prügelcopfreund 6: "Ich werde hier jemanden weder in Schutz nehmen, noch verurteilen, allerdings geht es mir tierisch auf den Zünder, wenn hier irgendwelche linken Trolle meinen, sie können sich mal wieder über Pol-Gewalt auslassen und irgendwelche Szenarien herbei beschwören. (...) Widerstände jeglicher Art wurden mit einfacher körperlicher Gewalt gebrochen. Das dies nicht immer schön ist, muss jedem klar sein, und wenn es zu so einem Gerangel kommt, will ich mal einen von den Schreihälsen hier sehen, der da noch absolut gezielt den Straftäter trifft."

Prügelcopfreund 6: "Bin raus, ist mir echt zu dumm mich mit Leuten zu streiten, die zum einen Null Ahnung von Polizeiarbeit und zum anderen ihre Meinung als die einzig wahre ansehen."

Prügelcopfreund 2: "Die Erkundigung nach der Dienstnummer in solch einem Fall ist sehr wohl eine Provokation, insbesondere wenn man dadurch eine gegen einen selbst ausgesprochene eilige Maßnahme verhindern will, oder mit einer anderen Maßnahme nichts zu tun hat und nur stören will. (...) Der Radfahrer ist dem Platzverweis nicht in der angeordneten Form nachgekommen. Er hat sich nicht in die Richtung entfernt, in welche er gehen soll. "

Prügelcopfreund 7: "Hier gehts einfach darum, dass ohne Sinn und Verstand gegen die Polizei gerotzt wird. Da tauchen Typen auf, die sagen sich "ich geh auf ne Demo, die ist durch das GG geschützt, da darf die Polizei gar nichts" und heulen dann rum, wenn sie mit dieser Einstellung ein paar auf die Nase bekommen - nachdem sie den Aufstand geprobt haben und gegen Ansordnungen verstoßen haben. (...) Ich bin Polizist, Du nicht. Das hat schon seinen Grund."

Prügelcopfreund 8: "Schon mal dran gedacht, dass der handelsübliche Störer, der mit uns zu tun hat, einfach oft generell eine Anzeige wegen irgendeinem Quatsch erstattet? Und dass diese Leute von uns nur deswegen keine Gegenanzeige wegen Vortäuschens einer Straftat bekommen, weil wir unsere Ruhe haben wollen?"

Und so weiter und so fort.

Es gab in diesem Forum keinen (!) Polizisten, der diese Polizeigewalt (Youtube - bei Fefe gibt es Links zu deutlich besseren Videoauflösungen) abstoßend fand oder auch nur vermutete, dass es sich hier wohl um Körperverletzung im Amt handeln könnte. Das mag nun alles Zufall sein, aber die Art, wie da von Polizisten (privat) diskutiert wurde, die erinnert mich sehr gründlich an Diskussionen mit gewaltgeilen verblödeten Autonomen, wenn diese die beschissenen Aktionen weltanschaulicher Kumpels rechtfertigen.

+++ Update 1 +++

Inzwischen gibt es in diesem privaten Polizeiforum - unter den Polizisten - mehr Vielfalt in den Auffassungen. Den Forenbetreibern ist der Thread zu heiß geworden, manche der Privathetzer in Uniform haben, nachdem sie zurückgepfiffen wurden, ihre Meinung geändert/überarbeitet. Nunja. Irgendwie herrscht in diesem Polizeiforum ein spezielles Meinungsklima, wo man nicht gerne mit Polizisten spricht, welche sich nicht ausreichend "polizeifreundlich" ausdrücken. Das ist schon merkwürdig - vielleicht auch irgendwie verständlich, wenn man sich selbst als Polizist unter Druck sieht. So, hier ein paar positive Ausnahmen, die sich allerdings erst deutlich nach meiner kleinen Veröffentlichung gemeldet haben:

Prügelcopkritiker 1: "Ach und Übrigens: Seit Jahre bin ich in einer BFE tätig und ich musste in einer solchen Situation noch nie Faustschläge gegen das Gesicht einsetzen. Nicht mal eine FE hätte ich da durchgeführt."

Prügelcopkritiker 2: "Ich meine sehr deutlich feststellen zu können, dass der betroffene Beamte mindestens mit straf- und disziplinarrechtlichen Ermittlungen zu rechnen hat. Meine Meinung zu seinem Verhalten habe ich ja bereits dargestellt: (...) Ich nenne das unprofessionell, überfordert, kurzsichtig, falsch, unangemessen."

Prügelcopkritiker 3: "Für mich steht fest, das blaue "T-Sirt" hat provoziert! Die Fausthiebe waren meiner Ansicht unprofessionell, zumal wenn man bedenkt, welche Ausbildung die BFE genießt!"

Man könnte sich ein wenig darüber lustig machen, wie sich dieses Forum gewendet hat, als es sich beobachtet fühlte. Man könnte aus diesem Forum noch allerhand irren Unfug rauszerren, übrigens auch seitens von Polizeikritikern, die sich da tummeln. Für mich ist aber eine ganz andere Beobachtung viel interessanter: Gerade unter den übelsten Sprücheklopfern und verbalen Rummelboxern finden sich überraschend viele engagierte Polizisten, welche auf anderen Gebieten richtig gute Vorschläge zur Verbesserung der Polizeiarbeit machen. Will sagen:

Schwarz-weiß macht kein gutes Bild.

Es ist allerdings leicht festzustellen, dass es ein Problem gibt. Es wäre leicht und für mich eher langweilig, die Polizistensprüche auseinander zu nehmen. Das ist auch nicht mein Thema und ich will nicht "die" Polizei bloß stellen. Auch diejenigen, die ab und an einen Sack Scheiße labern, verrichten als Polizisten mitunter richtig gute Arbeit. Vor allem: Mich interessieren Antworten auf das bürgerrechtiche Problem - und die zu finden, halte ich für ziemlich schwierig. Die Vorstellungen von fefe zur Kennzeichnung (einen Teil davon hier) finde ich gut. Ich fände auch gut, wenn in den Ländern polizeiliche Belobigungsstellen eingerichtet werden, wo Bürger Polizisten loben können - und parlamentarische Jurys dann überlegen, wer welchen Preis bzw. welche öffentliche Belobigung erhält. Doch wirklich, auch wenn es für Polizeikritiker paradox wirkt: Ich denke, dass das eine richtig gute Idee wäre - eine, mit der gute Polizeiarbeit und eben auch ein Vorzug unserer deutschen Polizei gestärkt wird, nämlich, mit zivilen Mitteln gute Arbeit zu leisten. Die von Pseudolinken betriebene Demontage des Ansehens der Polizei geht m.E. in genau die falsche Richtung - aber da müsste ich mal einen längeren Blogbeitrag verfassen, um das zu erklären. Ach ja, eine unabhängige Beschwerdestelle sollte es in den Ländern auch geben, für betroffene Bürger - und diese Stelle kann gerne mit der Belobigungsstelle unter einem Dach arbeiten. Ich finde es jedenfalls wichtig, und zwar sehr wichtig, dass Polizisten nicht nur als Kritikobjekt und Prügelknaben gesehen werden. Nicht vergessen: Der Job ist nicht einfach.

+++ Update 2 +++

Eine sehr interessante Analyse eines Kampfsport-Ausbilders empfehle ich zum Lesen. Dieser beschäftigt sich eingehend mit dem diskutierten Fall sowie der Frage der "einfachen" körperlichen Gewalt. Die Ausbildung, sowie das Know How der Einsatzleiter und Gruppenleiter spielen wohl eine wesentliche Rolle. Danke Markus!

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52 Comments:

At 13 September, 2009 23:59, Anonymous tschill said...

Ja, da setzt bei den Polizisten offenbar ein Gruppenreflex ein, der ähnlich auch bei der Kombination Blogger vs. Abmahnanwalt zu finden ist. Alle werfen sich in die Wagenburg, um die eigene Position zu sichern. Oder sich der eigenen Position, wer weiß das schon genau. Man muß wohl wieder mehr Canetti studieren.

P.S.: Bei der Frage, ob man im Zweifelsfall lieber nicht nach der Dienstnummer fragen solle, werden wir aber wohl nicht übereinkommen. Ein Rechtsmittel, das man nicht benutzen kann, ist scheindemokratische Augenwischerei.

P.P.S.: Vielleicht noch der Hinweis, daß die Zitate von Copzone sind. Allein die dort immer wiederholte Aussage, daß die Nachfrager keine Polizisten und damit inkompetente Gesprächspartner seien, finde ich hochgradig bedenklich.

 
At 14 September, 2009 13:31, Anonymous Iris said...

@tschill:
"Blogger vs. Abmahnanwalt"

Ein schiefer Vergleich, find ich. Denn in dem Beispeil ist bei 1:1 der Abmahnanwalt der Stärkere. Bei den Polizisten stellen sich aber offenbar viele Überlegene (mit Staatsmacht Ausgestattete) gegen einen Unterlegenen.

Zur Frage nach der Dienstnummer geb ich Dir recht. Es muss für jeden Bürger möglich sein, auch gegen Staatsbedienstete Rechtsmittel einzulegen, wenn er sich in seinen Rechten verletzt sieht. Dazu muss der Staatsdiener m.E. verpflichtet werden, sich auf Nachfrage zu identifizieren (wie nötig das ist, zeigen ja die Kollegen-Zitate; von solchen Staatsdienern kann sich der Bürger ja wohl kaum Hinweise auf Gewalttäter in Polizeiuniform erhoffen).

 
At 15 September, 2009 11:47, Anonymous redblog said...

gibt es noch eine genaue quelle für die zitate? (bitte an redblogATfreenet.de)

 
At 15 September, 2009 11:52, Anonymous Chris said...

Das ist traurig aber auch sehr einfach zu erklären:
Das nennt man betriebsblind.

Wer zeit seines Lebens nur in einem Beruf arbeitet, nur eine Perspektive Kennenlernt und regelrecht indoktriniert wird, der kann (!) kein Verständniss entwickeln.

 
At 15 September, 2009 11:56, Anonymous Markus said...

Hast du einen Link zum entsprechenden Forum? So sieht das sehr… aus der Luft gegriffen aus, das lässt sich doch sicherlich untermauern?

 
At 15 September, 2009 12:52, Anonymous Anonym said...

Es geht offensichtlich um diesen Thread, da mir einige Zitate bekannt vorkommen:
http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=52216

 
At 15 September, 2009 13:17, Blogger John Dean said...

@ Tschill

Die Sache mit dem Gruppenreflex ist wohl so, wie du es schreibt, wobei ich es in diesem Fall besonders herbe finde. Bei Bloggern gibt es ja normalerweise Für - und Wider-Stimmen.

Tja - die Sache mit den Dienstnummern: Nicht, dass ich das gut fände, aber im konkreten Fall lag Herrn Max Moritz Sievers der Wunsch nach Eskalation sehr nahe - und dem Polizisten (ausgerechnet dem EL) brannte dann die Mütze.

Was natürlich alles nicht so sein sollte. Unglaublich ist ja, dass derartige Vorfälle, die es auch nach meinen persönlichen Beobachtungen durchaus häufiger gibt, in der Regel NICHTS geschieht von Seiten der Polizei. Einigen der Jung-Sheriffs ist auch deutlich das Gefühl anzumerken, dass auf den Rechtsstaat gründlich geschissen ist - sie spielen ihn jedenfalls nach sehr eigenen Regeln.

@ Iris

Stimmt auch wieder. Wobei der Begriff "Wagenburg-Mentalität" schon ganz passend ist, finde ich.

@ redblog

Ich habe extra nicht auf copzone verlinkt. Die Herren dort sollen da erst einmal lustig weiter diskutieren. Tja, und dann gibt es noch ein paar andere Aspekte...

Vertrauen Sie mir bitte.

@ Chris

Ja, eine Form der Betriebsblindheit ist es wohl auch. Wobei das, zumal in seinen Folgekonsequenzen, hier zu Lasten des Betriebs der Demokratie geht.

Ich glaube, diese ganz besondere Betriebsblindheit kommt auch deshalb zustande, weil einige "Cops" die Sinnhaftigkeit rechtstaatlicher Regeln (z. B. Auskunftansprüche der Bürger) lediglich unter dem Aspekt "Das-nervt-mich-jetzt" bewerten und tatsächlich, gar nicht einmal so selten glauben, dass sie sich dann auch mit "einfacher körperlicher Gewalt" abreagieren dürfen, um sich damit Respekt zu verschaffen.

@ Markus

S.o. Ich bitte um Verständnis.

 
At 15 September, 2009 16:02, Anonymous Anonym said...

@John

Der Betroffene am 12.9. in Berlin war nicht Sievers, siehe hier.

 
At 15 September, 2009 16:36, Anonymous krater said...

Also wenn ich mir das so durchles und sich die beamten ja durch das nachfragen der dienstnummer in ihrer arbeit gestört fühlen könnt man glatt vermuten das sie mit einer eindeutigen kennzeichnung jederzeit einverstanden wären....

 
At 15 September, 2009 16:37, Blogger John Dean said...

Ob Fefe da richtig liegt, oder mein Gehör...nunja: Ist ja auch nicht so wichtig.

 
At 15 September, 2009 16:39, Blogger John Dean said...

@ Krater

Ich denke, dass man über eine Kennzeichnung nachdenken könnte, in der Art, wie sie Fefe vorgeschlagen hat. Dann behalten die Polizisten ihre Anonymität (finde ich wichtig), aber im Fall eines Gerichtsprozesses oder einer Ermittlung sind die betreffenden Polizeibeamten dann doch zu ermitteln.

 
At 15 September, 2009 16:41, Anonymous sm said...

ich denke es muss ein umdenken geben, wer die polizei ist und was ihre aufgabe ist.

Wir, die Bürger vertrauen dieser kleinen Personengruppe das Gewaltmonopol an und finanzieren ihnen mit unserem Geld tödliche Waffen, während wir keine tragen (dürfen).

Daher müssen für bewaffnete staatsapparate besondere Regeln gelten:

- Der einsatz von gewalt muss extrem streng geregelt sein und jederzeti von jedem und jeder anfechtbar sein.

- individuelle identifizierung von polizisten über nummen muss jederzeit möglich sein.

- Der Polizeiapparat muss unter permanentem dauerverdacht stehen. Die Beweislast bei staatlichen Gewaltapparaten muss umgekehrt werden. im moment erleben wir das gegenteil: Gerichte behandeln polizisten bevorzugt. Wenn wir uns vor unseren staatsapparaten sicher fühlen wollen, dann müssen umgekehrt diese sich permanent rechtfertigen! es geht immerhin um das GEWALTmonopol in unserer Gesellschaft. Da ist kontrolle immer besser als vertrauen. wir müssen die polizei an jede nur erdenkliche kette legen.

- eine funktionierende polizei schützt bürger vor verbrechern, nicht ein politisches und wirtschaftliches system vor kritikern.

und bei den diskutanten des oben zitierten forums, bei der gewerkschaft der polizei (lest mal deren publikationen, da wird euch schlecht, ich versprech's!) sowie bei unserer innepolitik sehe ich eine genau gegenteilige mentalität. Das ist beängstigend und bekämpfenswert.

 
At 15 September, 2009 17:17, Anonymous Ulla said...

http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&p=774743#774743

Ihr seid amüsant!

 
At 15 September, 2009 17:24, Anonymous Anonym said...

Ich habe einen Polizisten in der Familie, der auch in einer Hundertschaft war(Castor Transporte etc.). Er sieht das etwas anders, er ist der Meinung das der oder die Polizisten auf jeden Fall zur Verantwortung gezogen werden muss, völlig klar. Er hebt aber auch hervor das die Situation eine sehr schwierige ist. Das die Beamten dann über die Stränge schlagen ist da teilweise verständlich, sie werden in keinster Weise psychologisch betreut. Und die die sich da im Forum darüber auslassen, sind die ganz hart gestörten, psychisch am ende, genau wie alle anderen radikalen.

Gewalt ist und bleibt scheisse, egal von welcher Seite, und da sollte die Polizeiseite auf jeden fall eine Vorbildrolle einnehmen.

 
At 15 September, 2009 17:31, OpenID id said...

Hier äußern sich doch welche kritisch. Schon auf der ersten Seite:

http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&p=773425#773425

oder

http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&p=773430#773430

 
At 15 September, 2009 17:35, Anonymous UllaDieTrulla said...

@id:

Hast du wirklich erwartet, dass die Partei der 'Netzaktivisten' anders als Indymedia über den Vorfall berichten wird.

Es wird hier gefiltert, zensiert, geschnitten und Verhalte umgebogen. Fefe als großer Frontmann vorne weg und die Schar folgt seiner manipulierten Informationen.

 
At 15 September, 2009 17:39, Anonymous MichaelK said...

Es wird übrigens keine Verurreilung der Schläger geben. Es ist nicht das erste mal die Beiden davon kommen. Problem: Viele Staatsanwälte und Richter sind ind er Studienzeit Mitglied in rechten Gruppen wie dem RCDS oder Burschenschaften. Ohne gehtsfast gar nicht. Dazu kommen persönliche Freundschaften mit Polizeiverantwortlichen etc. Intern läuft momentan nichts anderes als die Sache mögkichst elegant unter den Tisch zu kehren. Bald werden die Bilder aus dem Netz geklagt werden. Klappt hoffentlich nicht vollständig.
Interessant übrigens, wie hier diverse Polizisten posten und sich die Blösse geben. Gewalt ist nicht zu rechtfertigen, es ist ein Verbrechen! Wie groß ist das Gejammer, wenn man ein Polizist auf die Mütze bekommt?

 
At 15 September, 2009 17:47, Blogger John Dean said...

"Der Polizeiapparat muss unter permanentem Dauerverdacht stehen. "

Keine gute Idee. Auch ist es keine Idee, wenn sich ein Polizist - wegen seiner Identifizierbarkeit - von irgendwelchen durchgeknallten AntiFa-Pseudos oder gar vor OK fürchten muss.

@ Ullatrulla

Huch? Wie meinen?

@ id

Danke!

@ MichaelK

Das klingt ganz schön verschwörologisch von dir. Falls es dich beruhigt: Ich kann dir versichern, dass du bei der Polizei sehr lange und mit der Lupe suchen musst, bis du dort ein EX-RCDS-Mitglied oder einen Burschenschaftler findest.

Und ob du es nun glaubst oder nicht: Die meisten Polizisten sind deutlich normaler und ziviler, als du es dir vorstellen kannst.

So falsch das war, was in den Videos zu sehen war: Allgemeine Hetze gegen Polizisten halte ich für völlig unangemessen. Pardon.

 
At 15 September, 2009 17:50, Anonymous UllaDieTrulla said...

@John Dean:

So wie ich es meine!
Die Seite der Netzaktivisten berichtet über diesen bedauerlichen Vorfall nicht anders als es die Antifa tun würde.

Total einseitig und als ob der gesamte Rechtsstaat wegen eines Faustschlags aus den Angeln gehoben wird.

Ein Großteil der Beamten im Copzone-Forum sieht diesen Faustschlag in dieser Situation auch als falsch an. Fefe interessiert es nicht, er will Hetze machen und ihr lauft hinterher.

 
At 15 September, 2009 18:01, Blogger John Dean said...

@ ID

Weder "GermanGerm", noch "XVSDanny" sind Polizisten. Jedenfalls sagen sie das nicht. Wäre natürlich möglich, dass sie es sind - ich habe beim meiner Zusammenstellung nur auf diejenigen konzentriert, die entweder "Polizist" angegeben haben, oder wo es durch andere Faktoren (Dauer der Zugehörigkeit im Forum, Themenwah, Eigenbeschreibung in den Postings) deutlich war.

Ich könnte mir aber vorstellen (ist reine Spekulation), dass moderatere Polizisten wenig Lust haben, sich in diesem Forum zu äußern.

Andererseits aber: Warum eigentlich? Will man nicht als Kollegenschwein gelten, oder hat man Angst davor, dass die eigene ID in die falschen Hände gelangt?

Wie gesagt: Pure Spekulation. Auch sollte man nicht denken, erstens, dass der Haudrauf-Sprech der 8 Polizisten aus diesem Forum erstens repräsentativ ist (ich hoffe das nicht), zweitens, dass es in diesem Forum groß anders zugeht als sonstwo auf der Welt. Will heißen: Da werden unter Gleichgesinnten schon mal derbe Sprüche geklopft, aber tatsächlich ist ein erheblicher Teil der Polizisten dann doch besonnener.

Ich schätze mal, in diesem Forum versammeln sich sehr viele von denen, die sich gerne als "Cop" oder scharfer Hund sehen möchten, die einen gewissen Spaß auch daran haben, den linken Lesern ihres Forums mal so ordentlich Bescheid zu stoßen.

 
At 15 September, 2009 18:13, Blogger John Dean said...

@ UlladieTrulla

Natürlich wird der Rechtsstaat nicht wegen einem Dutzend unangemessener Faustschläge aus den Angeln gehoben.

(Man könnte sogar darüber diskutieren, ob der schwarzhaarige Typ, der so eine Art Gefangenenbefreiuung probieren wollte, nicht vielleicht doch etwas auf die Nase verdient hat)

Und ja: Es gibt bei den Netzaktivisten und Piraten ganz schön viele Leute, welche die Welt ganz schön einseitig betrachten.

Aber ist es bei euch so anders? Sind bei euch diejenigen, welche die lauten Töne bevorzugen nicht oft auch diejenigen, welche schnell ein einseitiges Bild haben - zum Beispiel halt von linken Demonstranten?

(Nun gut: Würde mir so ein Typ wie der Sievers bei meiner polizeilichen Berufspraxis dauernd in meine Arbeit reinpfuschen, würde ich unter Umständen auch eine ganze Menge Lust haben, in einem Polizeiforum krasse Sprüche zu klopfen)

Aber wo siehst du denn den "Großteil" der Nutzer dieses Forums, welche die überzogenen Faustschläge als überzogen ansehen?

Ich habe mir bei meiner Zusammenstellung wirklich große Mühe gemacht, jeweils genau im Profil geguckt und auf einige Dutzend der letzten Postings, und wirklich ganz besonders nach denen geschaut, die einen weniger krassen Standpunkt haben.

Ich habe nur niemanden gefunden!

(ich hätte das wirlich gerne - das war bis Seite 17 - dann habe ich die Compilation gestartet)

Das kann natürlich ganz gut sein, auch weil ich kein regelmäßiger Leser dieses Forums bin, dass mir da eine Menge Leute durch die Lappen gegangen sind.

Aber auch im zweiten Durchgang (bis Seite 17 wohlgemerkt) fand ich unter den moderaten Stimmen und den Kontra-Stimmen nur Leute, die eigentlich keine Polizisten sein konnten.

Vielleicht hat tschill (Posting Nr. 1 bei mir) ja doch Recht: Es gibt so etwas wie Wagenburg-Mentalität.

Dann halt aber auch unter denen, deren Standpunkt viele von euch so überzogen bzw. lachhaft finden.

 
At 15 September, 2009 18:17, Anonymous Anonym said...

"UllaDieTrulla" ist unter diesem Nutzernamen auch auf copzone unterwegs - mit ähnlich geistreichen Kommentaren.

 
At 15 September, 2009 18:19, Anonymous Anonym said...

Hallo,

bedenkt bitte, daß in dem Copzone Forum durchaus auch solche unterwegs sind, die sich als Cop ausgeben, um zu provozieren. Desweiteren habe ich da gestern (als ich die Seite kennenlernte) durchaus auch andere Stimmen zu dem Thema bemerkt.

Ich hatte mich wegen dieser anderen Stimmen dann auch entschlossen, dort mal mein persönliches Horror-Erlebnis mit der Polizei zu beschreiben, sowohl in der Hoffnung auf hilfreiche Kommentare als auch, damit ähnliches in Zukunft nicht wieder geschieht.

Leider hat ein Moderator den thread sofort verschoben und geschlossen, da er das nicht glauben könne. Ich bat ihm daraufhin an, die Aktenzeichen zu nennen bzw. die Unterlagen für ihn einzuscannen und den thread wieder zu öffnen. Das ist aber noch nicht allzu lange her und ich warte noch auf Antwort.

http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=52297

 
At 15 September, 2009 18:23, Anonymous UllaDieTrulla said...

@Jean Dean.

Ich könnte dir gerne ein paar nennen... Vito, Mainzelmann, Joe, Mongoose, etc...

Jeder von diesen sagt, dass die Maßnahme selbst korrekt war, aber der Faustschlag falsch und überhart und prüfenswert. Sollte es so vorgefallen sein, wie hier behauptet, dann auch disziplinarwürdig!

Nur ganz wenige Polizisten, die in Copzone auch als Hardliner bekannt sind, sagen, dass der Faustschlag so OK war.

Du solltest auch die ganzen Beiträge lesen! Viele machen sich auch über die künstliche Aufgeregtheit eurerseits einen Spaß ;-)

@Anonym:

Sogar unter exakt dem gleichen Nickname. Und das sage ich als Mitdemonstrant am Samstag! Es war eine gute Demo und ich bin selbst Feind der aktuellen Innenpolitik

 
At 15 September, 2009 18:29, OpenID totalerscheiss said...

Ich habe auf dem Schanzenfest gelernt, dass allein die Abwesenheit der Polizei auch nicht ausreicht um gewisse Menschen zu deeskalieren.
Allerdings sehe ich auch einen großen Unterschied zwischen dem Vorgehen der Beamten in Hamburg, selbst im Vergleich zum letzten Schanzenfest und der in meinen Augen prügelerprobten Kollegen in Berlin.

Um uns richtig zu verstehen, ich habe nichts gegen die Polizei im Allgemeinen und schätze mal, dass selbst die ACAB-Sticker-Fraktion bei einem Angriff auf Eigentum oder körperliche Unversehrtheit nicht unglücklich ist, einen der Grünen/Blauen in der Nähe zu haben.

Aber: Auch ein Polizist ist eine juristische Person und unterliegt damit bestimmten Gesetzen.

Heißt auch, dass Fehlverhalten zur Anzeige führt und im ersten Step kann jeder gegen jeden eine Anzeige erstatten. Die Durchführbarkeit der Anzeige wird dann an entsprechender Stelle geprüft.

Und da für eine Anzeige die Personalien unzweifelhaft benötigt werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Dienstnummer (also bei Cpos), oder die Personalausweisnummer.

Und um einem Platzverweis schnellstmöglich nachzukommen ist die Dienstnummer die schnellste Variante.

Also liebe Gesetzeshüter, hütet euch, die Gesetze nur an anderen durchzuführen, denn wenn das Internet schon kein rechtsfreier Raum sein darf, dann erst Recht keine Hundertschaft.

Und bei körperlicher Gewalt, egal, wer Sie ausübt, muss geprüft werden dürfen, ob diese unabwendbar (Notwehr-Gesetz) war, oder eben nicht.

Da seid ihr keine Ausnahme, auch wenn ich verstehe, dass ihr oftmals Extremsituationen ausgesetzt seid.

Nichts desto trotz hat jeder Bürger das Recht, seine Grundrechte im Zweifelsfall einzuklagen, damit müsst auch IHR leben. Gleiches Recht für alle.

Und nun zu uns: Unsere Ausdrucksweise mag überzogen sein und selbst ich muss mich gelegentlich distanzieren, aber was ist wohl schlimmer?
Eine gebrochene Nase, oder ein paar harte Kommentare?

In diesem Sinne, ich mache mir die Welt, wiedewiedewie sie mir gefällt!

LeBambi

P.S. mehr zu dem Thema http://tinyurl.com/odwdn6

 
At 15 September, 2009 18:33, Anonymous UllaDieTrulla said...

Als Beispiel:

http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&p=774544#774544

"ich habe den Beamten ja bereits kategorisiert. Als Straftäter."

 
At 15 September, 2009 18:38, Anonymous Anonym said...

Hier ist eine gute Stellungnahme der Betroffenen über Polizeigewalt und sog “Einzelfälle”:

http://www.arab.antifa.de/index.php/themen/repression/334-ueber-staatliche-gewalt-und-seine-handlanger

 
At 15 September, 2009 18:47, Blogger John Dean said...

@ UlladieTrulla

Ja, schönes Beispiel - danke dafür! Genau solche Kommentare wie von Goldstern habe ich gesucht.

(kam aber zu spät für die Compilation - aber trotzdem, das freut mich, dass es das eben doch gibt. Bei den ersten 17 Seiten entwickelte sich bei mir ein ganz starkes "Das-kann-ja-nicht-wahr-sein"-Gefühl - so ist es besser)

 
At 15 September, 2009 18:59, Anonymous UllaDieTrulla said...

Blogeinträge kann man ergänzen ;-)

 
At 15 September, 2009 19:02, Blogger John Dean said...

@ UlladieTrulla

Das geschieht noch. Das ist in meinem Blog ohnehin Tradition. Aber zunächst habe ich viel Lesestoff, und sorry, auch dazwischen ein paar Dinge zu tun. Ich denke, etwa gegen 22:30 Uhr kommt hier ein Update.

 
At 15 September, 2009 19:09, Anonymous Anonym said...

Ganz klar, die Polizisten haben überreagiert. Aber in CopZone stehen auch kritische Kommentare! Also wenn schon Posten, dann auch sachlich und nicht nur die Rosinen rauspicken. ;-)
Aber dennoch ist jeder gewaltverherrlichender Kommentar einer zuviel. Und da denke ich auch, dass eine ID für Polizisten notwendig ist, dann würden die Prügelknaben mit Sicherheit vorsichtiger agieren.

 
At 15 September, 2009 19:36, Blogger John Dean said...

@ anonym

Es stimmt nicht, was du sagst, pardon. Ich habe keineswegs "die Rosinen" rausgepickt. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mich durch diesen Kommentarstrang durchgepflügt habe, gabe es NICHT EINEN EINZIGEN kritischen Kommentar. Aber haufenweise anderes Zeugs.

Okay?

Übrigens erinnert der Diskutierstil seitens der echten Polizisten - ich finde das bemerkenswert - sehr stark (!) der Art und Weise, wie autonome Arschlöcher ihre Verbrechen rechtfertigen.

Du kennst das vielleicht nicht. Aber ich kenne das.

 
At 15 September, 2009 20:10, Blogger John Dean said...

Noch mal zum Nörgel-Radfahrer, der angeblich nicht Max-Moritz ist: An Stelle 0:19. Ein merkwürdiger Typ. Ich würde mit dem nicht gerne an einem Tisch sitzen.

 
At 15 September, 2009 22:19, Anonymous sm said...

warum soll sich ein polizist vor antifa leuten fürchten müssen, wenn er eine nummer trägt?

das ist vollkommen unlogisch, aber das scheint das geistige niveau in diesem verein zu sein, dem wir mit mit unserem geld die knüppel und gewehre zahlen.

die polizei gehört erstmal ordentlich entmilitarisiert, dann gehören die korrupten und schlägertypen raus. und wenn dann noch welche übrigbleiben, das werden wenige sein, aber die können bleiben.


außerdem sollte es intellektuelle mindeststandards für polizisten geben. wenn mansich das niveau dieses forums dort anschaut, das ist erbärmlich.

 
At 15 September, 2009 22:22, Anonymous sm said...

übrigens mal wieder typische diese ideologis hce gegenstrategie, den antifaleuten generell gewaltbereitschaft zu unterstellen. es gibt dort eine seit jahren eine sehr intensive diskussion wie man mit gewalttätern umgeht.

Gegen das diskussionsniveau der antifa stinken die cops aber massiv ab. und gegen das gewaltniveau der polizei stinkt jede antifaclique ab. DAS sind die fakten.

bei de rantifa gibt es schwarze schafe.

Bei der polizei ist Gewalt ien locker sitzendes, akzeptiertes mittel. das geht aus den kommentaren des copforums ja wohl mehr als deutlich hervor.

 
At 15 September, 2009 22:49, Blogger bunkerb said...

ich darf hier sicher mal drauf verlinken und dir etwas content klauen, gell.
danke :)

 
At 16 September, 2009 00:01, Blogger John Dean said...

@ bunkerb

Aber gerne!

@ sm

Du fragst:

--------- schnipp ---------
Warum soll sich ein Polizist vor AntiFa-Leuten fürchten, wenn er eine Nummer trägt? Das ist vollkommen unlogisch, (...)
--------- schnapp ---------

Tja, was soll ich dir dazu sagen, sm? Du findet es "unlogisch" und du kennst vermutlich keine Fälle, wo Polizisten privat bedroht wurden, weil (!) sie ihre Dienstpflichten gut erfüllt haben? Du hast noch nie etwas von kriminellen und gewaltbereiten AntiFa-Typen gehört? Ich schon - ich kenne beispielsweise Antideutsche, welche gezielt auf die Jagd nach echten AntiFa gehen, um diese dann auf Demos zu verdreschen. So: Und jetzt überlege dir mal, was das wohl bedeutet. Du kannst dir nicht vorstellen, dass gewöhnliche Kriminelle, irgendwelche heißblütigen Jugendkriminellen und OK-Leute durchaus gerne mal einen Polizisten bedrohen oder gar platt machen würden? Tja, sm. Es passt nun wirklich nicht sonderlich gut zusammen, wenn du hier einerseits "intellektuelle Mindeststandards" forderst (von dir gemeint: du hältst die Polizisten bei Copzone für Deppen), dazu anderen geistigen Unflat, wenn du dir solche Fragen im Vorfeld noch nicht überlegt hast. Ja, finde ich. Sorry.

Im Übrigen beunnruhigen mich bei Copzone auch keine dummen Leute, was offenbar deine Sorge ist, sondern ganz im Gegenteil diejenigen, die richtig schlau sind - und ihre Schlauheit dort dann nur dafür nutzen, alles für sich "polizeifreundlich" hinzudrehen.

In Wirklichkeit drehen sie - geistig - am Rechtsstaat bzw. sie verhetzen dort ihre Kollegen bzw. versuchen genau das.

DAS ist übel.

Und wenn die Lage so ist: Dann sind Leute wie du, sm, nicht sehr hilfreich. Weder dafür, ein sachliches Gespräch überhaupt zu starten, noch dafür, auch nur einen Menschen von irgendwas Gutem zu überzeugen. Am Ende betrügst du dich bei deiner im Übrigen sehr schlampigen Art des Urteilen selbst - tja, und in gewisser Weise kann man das auch einzelnen Leuten bei Copzone vorwerfen.

Vielleicht ist es das Leben im geistigen Konfliktgraben, das für solche Leute erklärt, warum sie so einseitig denken.

P.S.
Ich meinte auch dich, sm.

 
At 16 September, 2009 00:06, Blogger John Dean said...

@ UlladieTrulla

Ich habe jetzt zwar immerhin 6 respektable Statements in diesem Forum gesammelt, aber - nun - teilsweise "stinken" die.

Es ist jedenfalls wenig glaubhaft, beispielsweise, wenn ausgerechnet ein echt schlimmer und eifriger Sprücheklopfer (unser ZDF-Freund ;-)) plötzlich Kreide gefressen hat und am entscheidenden Punkt glatt das Gegenteil vom vorher Gesagten postuliert.

Trotzdem hast du Recht: Es gibt in Copzone, im betreffenden Kommentarstrang, ein viertel bis halbes Dutzend redlicher und anständiger Polizei-Seelen. Die sich, das ist nun einmal so, alle sehr spät und erst deutlich nach VÖ meines Postings gemeldet haben.

Was soll ich davon halten?

Tja: Und ich kenne persönlich eine ganze Reihe von Situationen, wo sich PVBs mit ebengenau solchen Sprüchen und Ansichten, wie sich sie hier verbloggt habe, - zu Lasten der Bürger - den Rechtsstaat zurechtgebogen haben.

Darunter ist auch ein ziemlich herber Fall, bei dem ich einem einzelnen angegriffenen Polizisten 15 Minuten lang gegen messerstechende Junkies half (keine Demo übrigens), mich selber in Gefahr brachte um dem Mann zu helfen, dann Verstärkung zu ihm lotzte - und dann: So ein durchgeknallter Penner von Polizist, der mich irgendwann später beim Einsatz herumstehen "sah" und die Vorgeschichte nicht kannte (geschweige denn: kennen wollte...), der wollte mich einfach mal hops nehmen, mir trotz völliger Friedlichkeit einen "Widerstand" anhexen (für ihn war die ruhige verbale Schilderung der Vorgeschichte wohl bereits "Widerstand") usw. usf, und das alles nur, weil ich kurz zuvor gegenüber einer Kollegin mein Recht zur Aussageverweigerung in Anspruch nahm bzw. zu ihr sagte, dass ich entweder eine anonyme Aussage mache oder keine.

Ich meine: Es gibt tatsächlich eine ganze Menge Polizisten, denen nicht so ganz klar ist, wozu es den Rechtsstaat gibt. Die sehen das mehr unter dem Aspekt: "Und-was-bring-mir-das". Wenn sie gerade nicht weiter kommen, dann sind diese Art Polizisten sehr kreativ - und auf eine ausgesprochen unangemessene Weise. Es gibt sogar Polizisten, die sich geradezu einen Sport daraus machen, "linken" Demonstranten ihre Rechte zu nehmen. Das muss sich irgendwie geil für sie anfühlen.

Irgendwas ist da schief gelaufen. Und ich komme da nicht so ganz dahinter. Was ist das? Ist das einfache Überforderung? Ist das der Frust darüber, den ganzen Tag (jedenfalls: zu häufig) das Leben schwer gemacht zu bekommen, und gar nicht so selten mit Leuten wie den Herrn Sievers zu tun zu haben? Ist es der Arbeitsstress, der ganz fix zur Annahme verleitet, dass der gerade irgendwo herumstehende Bürger tatsächlich ein "Störer" ist, quasi einem Erzfeind der täglichen Arbeit? Ist es das schwierige Arbeitsumfeld, wo bei vielen Bürgern offenbar völlig unklar ist, wie man sich gegenüber der Polizei verhält? Ich weiß es nicht, aber:

Wir haben ein Problem.

 
At 16 September, 2009 00:48, Anonymous Anonym said...

Ich verstehe die Angst der Polizisten vor einer ID auch nicht. Die ID kann ja fuer jede Demo neu zugeteilt werden (so dass eine Identifizierung eines Beamten nach Fehlverhalten moeglich ist, ohne dass Rueckschluesse auf fruehere Demos gezogen werden koennen).

 
At 16 September, 2009 01:21, Blogger John Dean said...

@ anonym

Ich glaube nicht, dass es sonderlich praktikabel ist, die Nummer für jede Demo neu zu vergeben.

Vielleicht aber würde es hinhauen, auch für die Polizisten, wenn die Nummer einmal im Jahr ausgetauscht wird.

 
At 16 September, 2009 09:37, Anonymous UllaDieTrulla said...

Du musst halt auch Bedenken...

Etwa 1x die Woche kommt in das Forum irgendein Video von Polizeigewalt, etwa 5 Neuanmeldung von irgendwelchen Polizeigegnern, die am Besten gleich die Auflösung der deutschen Polizei fordern und tanzen um das Video herum als wäre es das goldene Kalb. [Insbesondere Fußball]. Besonders gerne machen die PVBs hier Bier und Popcorn auf und haben Spaß mit den Neuanmeldungen und bringen sie auch mal gerne richtig auf die Palme :-) Es ist ein privates Forum, das in der Freizeit befüllt wird.

Und wie oft hat sich herausgestellt: Die Maßnahme war rechtmäßig, notwendig und erforderlich!

Am Anfang sah es auch so aus, als wäre der arme Radfahrer wieder so ein klassisches Video und wenn du die Sprache des Forums besser kennen würdest, findest du schon auf den ersten Seiten (weit vor deinem Beitrag) Distanzierungen von dem Verhalten des Beamten.

Bereits Odie, als auch Vito schreiben in den ersten 6 Seiten diese Zweifel hin. Mainzelmann geht erstmal in die Blockadehaltung, weil man aus dem Video weder die Vorgeschichte, noch erkennt ob der Fahrradfahrer vielleicht in eine andere Polizeiaktion hineinläuft.

Aber damit möchte ich es einfach stehen lassen, wir werden hier nicht auf einen grünen Nenner kommen. Du kannst das ganze Forum nicht erfassen (wie auch, man braucht Wochen und Monate um die Sprache einer Subkultur zu verstehen), wie auch die PVBs Monate die Sprache von Indy und Netzkultur und anderen linksliberalen Seiten zu verstehen. Man besitzt halt nur einen Ausschnitt. Genau wie die PVBs erstmal zu machen, wenn sie einen 20 sekündigen Videoclip über 'angebliche' (scheinbar tatsächliche) Polizeigewalt sehen.

Es ist eine Frage von Nichtglauben: Ihr glaubt zum Teil keine Aussage von Politikern und Polizisten nicht mehr, die Polizisten haben die Schnauze voll von ungerechtfertigten Beschuldigungen, die am Besten noch auf die Allgemeinheit übertragen werden.... Und die Anfangskommentare der 'linken' Szene haben die Atmosphäre nicht verbessert ;-)

"Das Klischee des Berliner Prügelcop bestätigt sich. " <- Bereits auf der ersten Seite...

 
At 16 September, 2009 09:43, Anonymous UllaDieTrulla said...

Apropos:

Ich bin selbst ein Befürworter der polizeilichen Kennzeichnung (pseudonymisiert, Fefe ist nicht der erste, der die Idee hatte).

Eine bundeseinheitliche Kennzeichnung scheitert an unserer Verfassung, da Polizei Ländersache ist (das wird auch eines Tages mal Fefe kapieren).

Unter anderen hört dann diese beschissehe, provokative Fragerei nach der Dienstnummer von vollkommen unbeteiligten Bürgern auf...

Viele Grüße,
Ulla
[Kein PVB, selbst Aktivist in der gesamten 'Netzpolitik'-Sache]

 
At 16 September, 2009 10:15, Anonymous sm said...

@john dean:
du gehst mit keinem wort auf das ein was ich gesagt habe. ein pseudonymisiertes polizisten nummernschild macht keinen privat verfolgbar. hab ich auch gesagt, ist auch klar. polizeikeute kapieren das nicht, deswegen fordere ich intellektuelle mindeststandards.

zu der ideologischen gewaltunterstellung gegen antifas hab ich mich auch schon geäußert. s.o.

Außerdem frappierend: dieses zirkuläre argument: "der verprügelte typ hatte doch einen platzverweis". ... und dann darf man ihm eine Ballern. selbst wenn man das akzeptieren würde, stellt sich doch die frage: wieso darf irgend so ein polizist entscheiden, wer ein auf der demo sein darf und wer nicht. das ist wilkür. das erinnert mich an die Jäger in der Serie Southpark. Tiere erschiessen ist dort illegal. außer man brüllt "Es kommt direkt auf uns zu!" also brüllen die das immer und ballern dann rum.
der polizist brüllt halt "Platzverweis!" und dann ist "reinsemmeln" (polizist) schon ok.


übrigens finde ich das interessant, dass die damen und herren beamten jetzt scheinbar hier rüberkommen und versuchen zu argumentieren. euch geht wohl doch der arsch auf grundeis. das ist das schlechte gewissen, kann ich euch sagen.

 
At 16 September, 2009 10:25, Anonymous UllaDieTrulla said...

@sm:

§29 ASOG (Platzverweis), §30 ASOG (Ingewahrsamnahme bei Weigerung) und zu guter letzt §12 VwVG (Unmittelbarer Zwang)

Aus diesem Grund darf dir die Polizei eine VERHÄLTNISMÄßIG reinsemmeln, wenn du das Versammlungsgesetz nicht befolgst oder die Verfolgung von Straftätern durch deine Anwesenheit behinderst.

Einfach so darf dich kein Polizei aus der Demonstration ausschließen. Im Regelfall sind Platzverweise auch nur für die konkrete Situation gedacht, selten gibt es einen Platzverweis über die gesamte Stadt. Das muss bei einer Demonstration schon verdammt gut begründet werden.

 
At 16 September, 2009 10:33, Anonymous sm said...

hallo,
danke für den hinweis. dass die das gesetzlich dürfen vermindert aber eher mein vertrauen in den repressiven staatsapparat als ihn zu erhöhen.

man sollte sich eh fragen ob man die massive anwesenheit von polizisten auf politischen kundgebungen nicht verbieten sollte.

Polizei soll verbrechen bekämpfen, nicht die politische ordnung konservieren. Sollte. im moment dient sie ja den interessen der herrschenden.

 
At 16 September, 2009 14:51, Anonymous Anonym said...

Mein Vater ist auch Polizist und sah den Faustschlag als eindeutig falsch an. Er wollte jedoch keine Spekulationen über den Platzverweis und ähnliches anstellen. Ein Aufschreiben der Dienstnummer wäre aber wohl unnötig gewesen, da der Betroffene diese im Nachhinein in Erfahrung bringen kann. Schließlich wird ein Platzverweis auch schriftlich festgehalten.

 
At 16 September, 2009 15:25, Anonymous Anonym said...

"man sollte sich eh fragen ob man die massive anwesenheit von polizisten auf politischen kundgebungen nicht verbieten sollte."

Tolle Idee.

Und wer schützt dann die Grundrechte der Demonstranten, wenn - wie üblich - einige Hundert Gegendemonstranten die Kundgebung massiv stören oder gar zu verhindern versuchen?

Wer schützt die Rechte der Anwohner, wenn aus der Demo heraus - wie leider allzu oft durch Mitglieder des Schwarzen Blocks geschehen - Sachbeschädigungen und oder Brandstiftungen begangen werden?

Und nicht zuletzt: Wer garantiert die ordnungsgemäße Durchführung der Kundgebung nach den Regeln des Versammlungsgesetzes?

 
At 16 September, 2009 17:29, Anonymous tschill said...

John Dean: Sorry. Hatte extra nicht auf Copzone verlinkt, weil ... naja. Sie wissen schon. Dumm von mir anzunehmen, andere täten das dann auch nicht.

sm: "eine funktionierende polizei schützt bürger vor verbrechern, nicht ein politisches und wirtschaftliches system vor kritikern"

http://www.youtube.com/watch?v=Y5Fl63FjmZM&feature=related

 
At 21 September, 2009 14:40, Anonymous Anonym said...

Hi-

eines nur - was glaubst du, wird man sonst in diesen Foren vorfinden ... ?

Demnächst erfahren wir wohl, dass es in einem Rechts-Forum von Rechts-Parolen wimmelt ... oder in einem Foum der Grünen für Rücksichtnahme auf die Umwelt plädiert wird ...

Natürlich verteidigen alle ihre Einstellung - sie müssen ja glauben, dass sie im Recht sind ...

 
At 21 September, 2009 16:03, Blogger John Dean said...

@ anonym

Du argumentierst ganz originell - aber m. E. an der Sache vorbei. Die Polizisten in diesem Forum vertreten da auch kein "ich-bin-gerne-Polizist", sondern ein äußerst hinterfotziges Verständnis von Polizeiarbeit.

Es mag sein, dass die Äußerungen in diesem Forum nicht repräsentativ sind, aber immerhin ist es das größte Polizeiforum in Deutschland. Wenn wirklich eine Mehrheit der PVB so denken sollte, wie es hier gezeigt wurde, dann kann man meine Aussagen problemlos verschärfen - und zwar:

Von solchen Polizisten geht kein Schutz aus - sondern eine Gefahr.

An Stelle der Admins hätte ich den Thread längst platt gemacht. Auch: Um meine Kollegen zu schützen, die dort unverhohlen zur Durchführung von Straftaten aufrufen.

Kein Scherz.

 
At 16 November, 2009 21:19, Anonymous Anonym said...

Frag doch mal die Jungs, was sie denken, was aus Ihnen und ihren Familien wird, wenn sie den Faschos zur Macht und Diktatur verholfen haben !!!!

Nur denkende Leute erkennen, wem sie dienen und was sie da tun !!!

 
At 15 Dezember, 2009 00:38, Anonymous Anonym said...

well.. it's like I knew!

 

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