20 Dezember 2005

Monsanto und Seehofer

"Wir wollen die Gentechnik befördern"-Seehofer und Monsanto bilden in Deutschland zur Zeit ein Tandem zur flächendeckenden Durchsetzung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel - obwohl die Verbraucher dies ablehnen.

Monsantoförderer Seehofer hält es für sehr ungerecht, dass für den Einsatz gentechnisch veränderten Saatgutes Haftungsauflagen gelten. An dieser Stelle sei an die Praxis des Monsanto-Konzerns erinnert, welcher systematisch (!) Bauern massiv verklagt, welche Saatgut einsetzen, das nicht von Monsanto stammt. Am Ende steht nicht selten der Bankrott von Bauern, welche auf konventionelles Saatgut setzten, unter Beteiligung krimineller Landhändler, welche mit Monsanto zusammen arbeiten. Bei diesen Enteignungen helfen sehr spezielle "property rights" bzw. ein völlig überzogener Patentschutz.

Ein tolles Spiel: Man verseucht einem Bauern das Feld mit gentechnisch verändertem Saatgut (bzw. lässt diese Verseuchung durch natürliche Mechanismen erfolgen) - und verklagt anschließend den Bauern wegen Verletzung von Rechten an geistigem Eigentum. Dieses Spiel, bei dem die meisten Bauern früher oder später klein beigeben und auf Monsanto-Saatgut schwenken, funktioniert hierzulande bislang noch nicht so gut. Außerdem deutet sich an, dass das hochprofitable Produkt "Roundup" massive Schäden im Ökosystem anrichtet. Egal, Gentechnikkumpel Horst Seehofer wird es schon richten.

Die Gentechnik-Nachricht des Tages passt dazu: Monsanto versucht gerade, Schweinerassen zu patentieren. Sollte Monsanto die Patente erhalten, könnte der Konzern Ansprüche auf acht Rassen und etwa 50 Prozent des Tierbestandes erheben.

Schöne neue Welt.

5 Comments:

At 20 Dezember, 2005 16:29, Blogger nixxon said...

Diese Spielart des amerikanischen Imperialismus findet leider noch viel zu geringe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

 
At 21 Dezember, 2005 09:41, Blogger Boche said...

An dieser Stelle sei an die Praxis des Monsanto-Konzerns erinnert, welcher systematisch (!) Bauern massiv verklagt, welche Saatgut einsetzen, das nicht von Monsanto stammt.

Diese Aussage deckt sich nicht mit der verlinkten Geschichte.

 
At 23 Dezember, 2005 13:25, Anonymous rtfm said...

Im Freitag (Ausgabe 48/2005) sind zwei interessante Artikel zum Thema:

"Patente statt Bomben"
http://www.freitag.de/2005/48/05480301.php

"Angriff auf die Saat"
http://www.freitag.de/2005/48/05481802.php

 
At 26 Dezember, 2005 11:56, Blogger pal said...

Gentechnik verhindern ist das eine,
Gentechnik so gut wie nicht kaufen (perfekt ist das leider längst nicht mehr möglich)ist das andere, die richtigen Politiker wählen das wichtigste Druckmittel um den Frankensteins der Biotechnologien auf die Finger zu klopfen.
War nicht Monsanto die Firma, welche das Agent Orange des Vietnam-Krieges hergestellt hat und dem Pentagon weis machte, dass dieses Gift nur ein Entlaubungsmittel sei?
Noch heute vererben sich genetische Veränderungen und schaffen in Vietnam großes Elend!
(nicht bei den Blättern der Bäume, sondern bei den Menschen!)

 
At 12 Juli, 2008 14:13, Anonymous Anonym said...

für irreparable schäden an flora & fauna, sowie der bewussten vergiftung von menschen durch genfood sollten monsanto und horst seehofer auf schadensersatz verklagt werden.

das sind für mich verbrecher, die ins gefängnis gehören.

 

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