Kinder reicher Leute (Gedichtesonntag)
Kinder reicher Leute
Sie wissen nichts von Schmutz und Hoffnungsnot,
Von Vermieterstress und alten Lebensmitteln.
Sie ahnen nichts von Ämterschnüffeln,
Von Hungerslöhnen und von trocknem Brot.
Meist wohnen sie im eleganten Haus,
Bisweilen auch in schicken Villen.
Sie kommen nie in Kneipen und – püh! – Destillen,
Und gehen stets nur mit besten Freunden aus.
Sie rechnen sich schon zur Elite – ja, heute!
Und zählen schlechte Kleidung zu den wirklich großen Sünden.
- Nicht mal ein Auto oder Ipod. . .? Nein, wie sie das finden!
Ihr Hochmut platzt bald fast wie Vatis Geldbeutel.
Sie kommen meist mit Doktor zur Welt,
- Zumindest aber schon mit Referenzen -
Und ziehen stets daraus die Konsequenzen:
Wir sind die Herren! - denn unser ist das Geld.
Mit vierzehn finden sie, der Armut Los
Sei gar nicht gut. Doch werde es grob übertrieben,-
Mit vierzehn schon! - Wenn sie doch nur vierzehn blieben.
Doch auch diese Kinder werden wohl noch groß . . .
- gewidmet der hochreaktionären Krimiautorin Cora Stephan)
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