08 April 2007

Sinnvolle Subventionen - ein Beispiel und ein Vergleich

Stimmen Aufwand und Ertrag, so gibt es auch Subventionen, die sinnvoll sind. Wie man im SpOn gerade lesen kann, erhalten der Berliner Zoo ("Knut") und der Tierpark Friedrichsfelde zusammen pro Jahr 8 Mio Euro Subventionen - und ziehen 3,3 Mio Besucher an. Pro Besucher beträgt die Subvention also schlappe 2,40 Euro. Das ist wenig - und zugleich effizient.

Vergleicht man diese Subventionen z.B. mit Subventionen in die Hochkultur, dann sollte die Sinnhaftigkeit eigentlich mit einem Schlag klar werden. Der Neubau der bislang 400.000 Besuchern pro Jahr anziehenden Elbphilharmonie, mit weit über 100 Mio Euro staatlichen Bausubventionen, dazu rund 24 Mio Euro jährliche Betriebs- und Orchesterkosten, also über 50 Euro pro Besuch, ist in meinen Augen hingegen ein Beispiel für die Bereicherung von Eliten auf Kosten der steuerzahlenden Normalbürger. Umverteilung von unten nach oben.

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4 Comments:

At 09 April, 2007 10:50, Anonymous Jochen Hoff said...

Ich hab im Moment keine genaue Kenntnis was die drei Berliner Opernhäuser je Besucher kosten, aber der Wert dürfte noch höher liegen.

Aber die drei Hanseln die dort hingehen argumentieren eben immer damit das der Zoo auch subventioniert wird.

Was die aber immer gerne vergessen, wäre an Stelle des Zoos und des Tiergartens ein Park, lägen die Kosten für den Unterhalt ähnlich.

 
At 10 April, 2007 20:19, Blogger Dr. Dean said...

@jochen hoff
Das Argument mit den Kosten für die Parkpflege kannt ich noch nicht - ich finde es gut.

Dass man es trotz eines Schuldenhaushalts in Berlin nicht fertig bekommt, von den drei Berliner Opernhäuser zwei zu schließen, finde ich sehr bedauerlich. Das freiwerdende Geld könnte man z.B. dafür nutzen,
a) bislang vernachlässigte Kulturbereiche mit zugleich deutlich besseren Kosten-Nutzen-Relationen zu fördern. Zum Beispiel: Ein Senatsrockwettbewerb ließe sich mit allem pipapo für 1 Mio Euro wieder ins Leben rufen.
b) den Schuldenanstieg begrenzen
c) einige der zuvor abgebauten und nichtsdestotrotz dringend notwendigen Studienplätze wieder finanzieren bzw. ausbauen. Ein Studienplatz in Sozialwissenschaften, z.B. BWL oder VWL, kostet den Staat (inlusive aller Forschung!) gerade einmal rund 1.500 Euro pro Jahr!!

Wie man vor diesem Hintergrund verantworten kann, mehr als 50 Mio Euro (statt 30.000 Studienplätze) in zwei unnötige Opernhäuser zu buttern, kann ich nicht verstehen.

 
At 12 April, 2007 16:44, Anonymous MiNing said...

Wer regelmäßig in die Oper oder ins Theater geht, kassiert unter Umständen höhere staatliche Subventionen als ein Hartz-IV-Empfänger. Nur müssen Opern- und Theaterbesucher nicht erst an der Kasse ihr Sparbuch vorlegen, um zu beweisen, dass sie der Transferleistungen auch würdig sind. Warum eigentlich nicht... Dann müssten die, die es sich leisten können, höhere Preise für ihre Karten zahlen und die Suventionen könnten sinken...

 
At 12 April, 2007 19:21, Blogger Dr. Dean said...

@mining
Boah! Wieder so ein schöner Kommentar hier! Danke dafür.

Vielleicht sollte man schon mal damit anfangen, Konzert- und Opernbesucher "Sozialschmarotzer" zu nennen...

;-)

(an die Übrigen: Ihr dürft mich jetzt auch gerne "Kommentarschleimer" nennen, aber ich finde diese beiden Kommentare richtig klasse)

 

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