20 Januar 2007

Die Dolchstoßlegende der Neocons

Der Misserfolg des amerikanischen Militärs im Irak läge daran, so lautet die Dolchstoßlegende der Neocons, dass das amerikanische Militär "zu humanitär" und "zu rechtsstaatlich" vorgehen würde. Das amerikanische Militär wurde durch "moralische Maßstäbe" so sehr eingeengt, dass es gegen den irakischen Widerstand keinen Endsieg erreichen konnte.

Da haben wir es: Mehr Härte! Alles wegballern! Mehr Morde! Zunehmend befürworten "prowestliche" Blogger wie Rayson ein noch härteres militärisches Vorgehen der USA. Rayson schrieb am 15.1.07 als Antwort auf das Problem der einengenden moralischen Maßstäbe:
"Die USA sind ein Imperium. Es wird Zeit, dass sie auch wie eins handeln."
Die Dolchstoßlegende der Neocons: Die amerikanische Kriegsführung im Irak sei an einem Mangel an imperialer Handlungsweise gescheitert. Mit Amoral hätte hingegen die Sache "der" Freiheit gesiegt.

Ich meine: Es ist höchste Zeit, dass in Amerika ein neuer Präsident an die Macht kommt: Barack Obama. Dann wird sich auch das gedankliche Chaos bei den deutschen Neocon-Nachäffern legen.

6 Comments:

At 21 Januar, 2007 16:49, Anonymous MartinM said...

Ich glaube, da mißverstehst Du Rayson. "Handeln wie ein Imperium" bedeute, wenn man an das Imperium Romanum oder das British Empire denkt, ja nicht "immer mit maximaler Rücksichtslosigkeit militärisch vorgehen". Die Irak-Besetzung der USA ist stark von einem nicht-imperalen, stark innenpolitisch motivierten Denken geprägt. Aus den Blickwinkel einer auf "Einflußzonen" und die Gewinnung von "Klientelstaaten" gerichteten klassisch imperialistischen Politik ist das, was die Regierung Bush da im Irak verzapft, schlicht verheerend. Das Rezept "Sieg durch maximale Härte" ist unter imperalistische Gesichtspunkten nur dann gerechtfertigt, wenn der Faktor "politischer Einfluß auf eine Region nach dem Krieg" keine Rolle spielt.

Womit ich imperialistische Politik keinesweg moralisch rechtfertigen will.

 
At 22 Januar, 2007 00:00, Blogger Tony said...

Ach, die Demokraten sind doch auch nur Republikaner light (tm). Von denen sollte man nicht zuviel erwarten, sonst wird man enttäuscht werden...

 
At 22 Januar, 2007 10:34, Anonymous Anonym said...

Die Medizin wirkt nicht? Erhöhen wir die Dosis. Die Rezepte der USA im Irak sind doch die gleichen wie die der marktradikalen Wirtschaftsdilettanten hierzulande.

 
At 22 Januar, 2007 14:38, Anonymous Anonym said...

@ Dr. Dean,

na ja,

in Tschetschenien (oder wie der Apparat heisst) hat das ja prima funktioniert.

Es ist da wohl aber auch keiner mehr übriggeblieben, der sich beschweren mag ...


Es grüsst,

der lebemann

 
At 23 Januar, 2007 14:37, Blogger che said...

Hat irgendwer gesagt, es sollte Überlebende geben? Von Menschenbündeln, Schwarzen Witwen bis zu Polonium, der Russ´schöpft so richtig aus dem Vollen. Wie sich das unter Obama oder Clinton gestaltet, bleibt abzuwarten. Nur: Ein ungeordneter Rückzug der US-Truppen wäre zum jetzigen Zeitpunkt das Falscheste.

 
At 23 Januar, 2007 16:07, Anonymous Anonym said...

@ che

The Russki Way : hart, härter, brutalstensmöglich druchgreifen. Und siehe da, es klappt.

Hätten die Amis den Mudschas nicht Stinger et al. geliefert, dann hätten die Hinds das Land und die Leute schon lange befriedet.

Im Nachhinein die falsche Entscheidung.

Im übrigen: was ist aus den paar Terroristen im Irak geworden die den Fehler machten sich an Russen heranzumachen ? Vlad The Democrat hatte doch seinerzeit angekündigt das die "ausgelöscht" würden.

Hätte gern gewusst was davon noch zum verscharren übrig geblieben ist und ob die Gruppe sich nochmal an Russen herantraut. Wohl eher nicht.

Wenn man sich um die Presse nicht kümmen muss, dan hat man es halt leichter.

Kein Blut für Öl. Gas ist umweltfreundlicher.


Es grüßt,

der lebemann

 

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