31 Dezember 2006

Saddam Husseins Tod und die Barberei

Falls das 2 1/2-Minuten-Video über Saddam Husseins Hinrichtung gesucht wird: Hier ist es. Ich habe es mir nicht angeschaut. Wozu auch? Mit unnötiger Barberei kann künftige Barberei nicht verhindert werden.

Unter Verachtung des internationalen Rechts wurde ein Mensch mit richterlicher Hilfe ermordet, von dem keine wesentliche Gefahr mehr ausging. Er hätte eingesperrt bleiben können - ein lächerlicher und längst bereits hilfloser Diktator. Nicht wichtiger als andere Menschen. Wichtig ist allerdings der Aspekt, dass der leider berechtigte Eindruck eines unfairen Prozesses sowie einer eiligen Hinrichtung nicht zur Befriedung des Iraks beitragen wird. Als Diktator war S. Hussein nicht viel schlimmer als jene blutverschmierten Diktatoren, welche willkommene, regelmäßige (!) Frühstücksgäste von G.W. Bush sind, z.B. Nguema Mbasogo, genannt auch General Obiang.

Fast könnte man denken, dass es Bush vor allem ums Öl geht.

Es sei bemerkt: G.W. Bush hat zusammen mit seiner neokonservativen Kamarilla den Tod von mehr als 500.000 zivilen Irakern zu verantworten. G.W. Bush ist: Uneinsichtig. Borniert. Selbstgerecht. Hochgradig gewalttätig.

Legte man den gleichen Maßstab an den rechtskonservativen US-Präsidenten, welcher durch mächtige Einflussgruppen an die Macht gebracht wurde, wie an Saddam Hussein (Massenmörder), dann wäre es tatsächlich sinnvoll das Aufhängen von G.W. Bush zu fordern.

Ich tue das nicht. Denn wie gesagt: Mit unnötiger Barberei kann keine künftige Barberei verhindert werden. Obwohl es z.B. eine ratsame "Lehre" für künftige Kriegsgewinnler Massenmörder Kriegstreiber sein könnte.

Frohes Neues Jahr an alle Leser und Leserinnen!

6 Comments:

At 31 Dezember, 2006 19:51, Anonymous rafael said...

Bezüglich S bin ich gleicher Meinung, wie du, ich finde es eine Schweinerei, dass in einem "demokratisierten" Land, durch die USA die Todesstraffe, etwas Unwürdiges, vollzogen wird.

Troztdem ein Frohes Neues und weiterbloggen!!!

 
At 31 Dezember, 2006 23:48, Anonymous David said...

Ich bin grundsaetzlich gegen die Todestrafe, aber bezueglich G.W.Bush wuerde ich eine Ausnahme machen!

Happy New Year from America!

 
At 01 Januar, 2007 12:31, Anonymous Perspektive2010 said...

In der Tat ist Bush nicht minder kriminell als Saddam Hussein. Weiterhin dürfte es nun zur Märtyrerbildung kommen, die den Irak noch weiter in Blut ertrinken läßt als bisher. Gerüchte über die Motive der schnellen Hinrichtung, zum Beispiel das Wissen um viele Details der Arbeitsweise von Geheimdiensten und Regierung der USA in Krisenregionen durch die Installation von Marionetten-Regimes und politischen Handpuppen, werden die Runde machen. Aus den Gerüchte werden Mythen, z.B. dass die USA regelmäßig selbst in Krisenregionen destabilisierend wirkt und Kriege heraufbeschwört um neue Ressourcen und neues Kanonenfutter für den Raubtierkapitalismus ranzuschaffen. Andererseits kann so verhindert werden, dass Waffen zerstört werden müssen, deren Haltbarkeitsdatum abläuft. Und von den Mythen hin zu einer Märtyerfigur ist es nicht mehr weit.

Der neoliberale Terrorismus von oben nach unten wird auch in Deutschland 2007 weitergehen, siehe das Weihnachtsgebrabbel von Horst Köhler und das Neujahrsgeschwafel von Angela Merkel.

Die Kollage von Bush mit dem Zylinder ist übrigens sehr gelungen.

Gruß

Alex

 
At 01 Januar, 2007 14:50, Anonymous Anonym said...

Habt alle recht, das Video ist cool...

 
At 01 Januar, 2007 15:39, Anonymous Anonym said...

Bush ist demokratisch gewählter Präsident einer Supermacht mit neokonservativen Beratern. Er lässt keine Oppositionellen ermorden oder einsperren, soweit ich weiß. Hussein war Diktator ünd dürfte auch persönlich in weitaus mehr und weitaus schlimmere Verbrechen verwickelt sein als Bush. Bush ist auch kein Hussein light, sondern einfach etwas ganz anderes.

Allerdings wäre es wirklich begrüßenswert, wenn Leute, die illegal Angriffskriege beginnen - aus welchen "hehren Motiven" auch immer - dann immer auch vor Gericht kämen.

Die Todesstrafe ist nicht nur barbarisch, archaisch und idiotisch (Justizirrtümer), sondern bei Hussein fragt man sich auch, ob es nicht mehr gebracht hätte, ihn lebenslänglich einzusperren. Dann hätte man ihn weiter befragen können und er hätte beispielsweise in Treffen mit Folteropfern und Hinterbliebenen sich jeden Tag ihre Vorwürfe anhören müssen. Auch der ganze Prozess war merkwürdig, ermordete Anwälte, etc.

 
At 01 Januar, 2007 19:52, Anonymous Perspektive2010 said...

Hussein war eh schon alt, so lange hätte "lebenslänglich" da eh nicht mehr gedauert. Bei der in Gefängnissen eher mangelhaften Verpfölegung wäre das innerhalb von ein paar Jahren wohl vorüber gewesen. Und man hätte ihn in der Tat mit den Opfern seines Tuns konfrontieren sollen, vielleicht gar dass er als Zwangsdienst die Verstümmelten hätte pflegen müssen inklusive Bettpfanne und so weiter. Am schlimmsten finde ich es jedoch, dass im Irak, wo ja angeblich eine "Demokratie" aufgebaut werden soll, gleich mit so Dingen wie der Todesstrafe an alten Zöpfen der vorherigen Unrechtsdiktatur festgehalten wird. So werden Mord und Totschlag als vermeintliche Lösung für Probleme wahrgenommen anstatt humanistische Erkenntnisse bei den Massen zu ermöglichen.

Gruß

Alex

 

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