21 Januar 2006

Satire: Jean-Remy von Matt ist "Klowand-affin" !

Okay, nicht wenige Blogger werden denken, dass zwischen dem "ist" und der "Klowand" im Titel evtl. noch das Wort "eine" gehört. Tatsache jedenfalls ist, dass dem Herrn J.R. vM die Gedanken in der Regel erst im Klo reifen.

Lauschen wir seinen Worten:

“Auf der Toilette habe ich immer die besten Ideen. Ich habe mir zwar vorgenommen, dies nicht mehr zu erzählen, weil es mir ein Lebensmittelkunde nie verzieh, als ich öffentlich sagte, die Idee für seine Werbung hatte ich auf dem WC.”

Aha! Wenn Herr J.R. vM von "Klowand" spricht, dann ist das also sein erster Gedanke, sozusagen eine Auszeichnung. Wie geht er nun vor, wenn er eine kreative Idee sucht?

“Bei mir hat sich das ungezielte Vorgehen bewährt. Darum habe ich meine Arbeitsweise nie hinterfragt. Ich nehme ein Blatt, beginne zu malen, und habe ich einige Blätter vollgekritzelt, werte ich sie nach Brauchbarem aus.”

Kolossal! So sieht das also aus.

“Auch wenn was dabei ist, mache ich weiter, es könnte noch was Besseres folgen. So gebäre ich auf eigentlich naive Weise Ideen wie vor 20 Jahren, als ich als Texter begann.”

Daher atmet das wirre sogenannte Manifest von "Du-bist-Deutschland" den Geist von Chaka-Chaka. Wie sieht er sich als Person?

“In der Agentur habe ich den Ruf, ein Autist zu sein. Da ich sonst keine Macken habe, empfinde ich diese Exotik als ganz angenehm.”

Exotischer Autist ohne Macken. Sehr schön, und welche Arbeitsphilosophie hat er?

“Die Agentur ist gut durchstrukturiert, so dass ein Minimum an Manager-Arbeiten für mich anfallen. (....) Wenn man nicht zu pingelig ist und nicht überall dreinredet, ist man insgesamt glücklicher. So kann ich trotz der Firmengrösse noch immer frei atmen und einen halben Tag wegbleiben, (...)”

Frei atmen, und den halben Tag lang den Wind kosten. Was für ein Traum! Wie steht es mit der Arbeitsplatzsicherheit?

“Das haben wir irgendwann beschlossen: Alle sechs Monate verliert jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz aber auch seinen Büropartner.”

Klingt tödlich, aber Sie meinten bestimmt nur den Arbeits-Sitzplatz. Was wäre die Todsünde Ihrer Agentur für Sie?

“Wenn sie keine Eigenwerbung betreibt. Die meisten Werbeleute verhalten sich wie Ärzte oder Anwälte und betrachten Eigenwerbung als verboten. (...) Wer unsere Anzeige las, fand sie nett, lustig und charmant, doch im Kern verkaufte sie eine Botschaft, ohne dass es die Leute merkten.”

Ihre Frage "Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? " klingt nach einem harten Urteil, ist aber wohl ebenfalls
nett, lustig und charmant gemeinte Eigenwerbung gewesen. Nach welchem Muster beurteilt Herr J.R. vM z.B. Kreative?

“So beurteile ich auch Kreative: Erstens: Ist Qualität da? Zweitens: Ist es jemandem möglich, nicht eine, sondern zehn Ideen zu produzieren?”

Qualität und Quantität sind also die entscheidenden Maßstäbe in Ihrer Agentur. Da kann eigentlich nichts schief gehen. Wie läuft z.B. die Präsentation einer Kampagne in Ihrem Haus ab?

“Sie müssen dabei vor einem unerbittlichen Gremium bestehen. Nicht selten kommt es zu Buh-Rufen.”

Es kommt zu Buh-Rufen? Und wann lehnen Sie einen Werbeauftrag ab?

“Wir lehnen Kunden immer dann ab, wenn uns die Zeit fehlt oder eine Firma nicht unserer Checkliste, unserem sogenannten Beuteraster entspricht.”

In jedem Klo ein Beuteraster. Was hat Ihnen bislang das eingebracht?

“Ich habe gar keinen Besitz: kein Auto, kein Haus, keine Wohnung, nichteinmal ein Surfbrett.”

Sie arbeiten quasi gemeinnützig. Wenn sowenig rumkommt, wo haben Sie denn Ihre Firma untergebracht?

“Wir sind hier im Hamburger Karolinenviertel, das ist eine Gegend, wo Freaks und Zigeuner wohnen. Unser Nachbar ist ein Schlachthof. Die Räume hier sind sehr billig, wir bezahlen durchschnittlich 12 Mark Miete pro Quadratmeter und Monat. Wir mieten immer alle freiwerdenden Räume in der Gegend dazu und lassen sie freistehen, (...)”

Freaks und Zigeuner. Das klingt etwas despektierlich, ja sogar respektlos - wieviel Respekt verlangen Sie für sich selbst?

“Ich bin sogar irritiert, wenn mir Leute einen besonderen Respekt zollen und sich kaum trauen, mich zu Duzen. Ich ziehe es vor, wenn die Leute mich wie jedes andere Team-Mitglied behandeln.”

Schon klar. Wie gehen Sie denn nun mit Kritik um? Was ist, wenn jemand an Ihrem Ruf kratzt?

“Wenn der Ruf allerdings plötzlich ins Negative dreht, kann der Effekt so verheerend sein wie er zuvor gewinnbringend war.”

Aah! Also doch besser nicht kritisieren. Hätten Sie denn Schwachpunkte?

“Die Sprache ist für mich das Mittel zum Zweck, und ich bin noch heute weder besonders redegewandt, noch habe ich einen grossen Wortschatz, noch bin ich ein Meister in der Rechtschreibung. Aber ich habe Ideen.”

Sie sind ja auch der Schmetterling, der einen Taifun furzend entwurzelt. A
uthentisch. Und ein Riesendemokrat, der Bürger und Kunden respektvoll behandelt. Oder so.

Via PR-Blogger - und hier ist die Quelle:
Dieses PDF.

1 Comments:

At 22 Januar, 2006 10:53, Blogger Tim said...

Sehr unterhaltsam. Vielleicht etwas böse. Egal. Hauptsache unterhaltsam.

 

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