26 Januar 2006

Fehlendes Feingefühl im Umgang mit der Vergangenheit

Man stelle sich einen großen, ganzseitigen Artikel über Ausschwitz und der Lüneburger Lokalgeschichte vor. So, und nun frage man sich, welche Werbung hier sehr unpassend wäre. Richtig! Z.B. diese grässliche Geschmacklosigkeit hier! (via Tagessau). Mich beschleicht allerdings im Augenblick das Gefühl, dass hier die Bloggerszene verarscht werden soll.

+++ Update 16:38 Uhr +++ Okay: Diesmal ist es noch echt. Die Zeitungredaktion der Landeszeitung Lüneburg hat sich inzwischen entschuldigt:
Guten Tag,
leider haben wir uns tatsächlich den bösen Fehler erlaubt, einen Bericht über das fast vergessene Kapitel der Verfolgung der Lüneburger Sinti über die Werbung eines Energieversorgers mit einem in dem Zusammenhang verfänglichen Slogan zu stellen. Die inhaltliche Aussage der Anzeige war schlicht übersehen worden. Durch diesen Fehler wurde leider auch die Intention des Artikels konterkariert. Wir haben uns in der darauffolgenden Ausgabe bei unseren Lesern für den Fehler entschuldigt.
MfG Joachim Zießler Chef vom Dienst
Via LonesomWolf via TreehugginPussy.

Mal abgesehen von der Verantwortung der Zeitung: Normalerweise prüft ein professioneller Anzeigenkunde wie E.ON, in welchem Umfeld seine Werbung erscheint. Oder?

1 Comments:

At 26 Januar, 2006 23:48, Blogger Hellblazer said...

ja, prüft er. meist aber erst hinterher. im normalfall ist das redaktionelle umfeld einer anzeige nicht vom anzeigenkunden vorhersehbar oder bestimmbar.

wahrscheinlich hat der, der die anzeige gesetzt hat, nichtmal gewusst in welchen kontext er die setzt, weil er den seitensatz nur als rahmen zu sehen bekommen hat.

die redaktionelle endkontrolle hat da geschlafen.

aber das hat sie ja zugegeben. aber WAS für ein faux pas, da reden die bestimmt noch auf der weihnachtsfeier von :-)

 

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