27 Juli 2006

Volksverhetzer: Davids Medienkritik

"Davids neokonservative Medienkritik" hat wieder einmal in typischer Weise zugeschlagen. Zu einem Artikel von Heribert Prantl, der in der Sueddeutschen Zeitung für die Berücksichtigung der Interessen beider Konfliktseiten plädiert, und seiner moderaten Kritik schreiben diese vermeintlich "transatlantischen" Volksverhetzer:

"Die hätte selbst Goebbels nur an guten Tagen zu Papier gebracht."

Prantl ist also für "Davids Medienkritik" vergleichbar mit Goebbels? Meine Empfehlung: Anzeige gegen Unbekannt. Bis Donnerstag Abend 24:oo Uhr erfolgt eine Entschuldigung seitens "Davids Medienkritik" oder es gibt ein Verfahren. Punkt.

P.S.
Haben Sie das auch wirklich gut verstanden, Herr Harnasch?

18 Comments:

At 27 Juli, 2006 01:00, Anonymous Anonym said...

@ Dr. Dean,

lieber Dr.,

ich verstehe Ihre Aufregung, aber die Anzeige dürfte wohl haltlos sein. Der tatbestand der "Volksverhetzung" sieht anders aus. Das dürfte - wenn überhaupt - eine Beleidigung sein, und da muss Prantl selber klagen.

Habe aber was für Sie:

http://che2001.blogger.de/stories/513145/#513961

Herzlicher Gruß,

der Lebemann

 
At 27 Juli, 2006 03:16, Anonymous Anonym said...

@Dr. Dean
Superrechercheur,

ob es ein Verfahren gibt oder es vielmehr sofort eingestellt wird, entscheidet im Falle einer Anzeige wegen Volksverhetzung natürlich der Staatsanwalt und nicht Du, Sherlock. Der wird es erstens gar nicht erst eröffnen, da (wie Lebemann richtig bemerkt) schlimmstenfalls eine Beleidigung als Straftatbestand in Frage käme, und zweitens schon zehnmal nicht gegen mich, da ich - wenngleich mit den Betreibern von Davids Medienkritik freundschaftlich verbunden - für deren Äußerungen gewiß nicht haftbar zu machen bin. Aber wer will schon Wahrheiten wissen, die zu erfahren man zwei Mausklicks tätigen müsste...

 
At 27 Juli, 2006 03:24, Anonymous Anonym said...

Wer nimmt Davids Mädchenkritik eigentlich noch ernst? Das ist doch sowas wie PI auf Englisch, bestenfalls mit einem Tick mehr Niveau. IMHO ist das in dieser neo-wasauchimmer Szene eine Art Schwachmaten-Wettbewerb per Blog. Bushs Jubelperser, Militaristen sowie verkappte Faschisten - der Abschaum der Zivilisation. Da ist jede Minute der Lektüre eine verschwendete.

MfG

Daniel

 
At 27 Juli, 2006 07:26, Blogger John Dean said...

Die Uhr läuft...

Da gibt es nämlich etwas, das ich weiß,- während ein paar andere Beteiligte, die sich gerade ziemlich unbeteiligt geben, dies nicht wissen.

@Harnasch
Aber Herr Harnasch!

Ich möchte ja nun wirklich nicht hoffen, dass Sie zu nachtschlafener Zeit, kurz nach Drei, diesen belanglosen Kommentar hier verfasst haben.

P.S.
Treffen eigentlich auch die Gerüchte über Ihre Person zu, dass Sie, jedenfalls in Ihrer gegenwärtigen Lebensphase, ziemlich unausgeglichen sind und beispielsweise regelmäßig unter Schlafproblemen leiden?

 
At 27 Juli, 2006 09:24, Anonymous Anonym said...

david harnasch ein volksverhetzer? nein, ganz gewiss nicht. da wird ihm zuviel zugetraut.

 
At 27 Juli, 2006 09:26, Anonymous Anonym said...

Schaubefehl:
http://sabbah.biz/mt/archives/2006/07/24/die-with-love-version-2/#comments

 
At 27 Juli, 2006 15:57, Anonymous Anonym said...

Was für eine belanglose Drohung. Was passiert denn nach Ablauf der Frist? Rennst Du dann zum Prantl und flehst ihn an, dass er sich "beledigt" fühlt? Du bist nämlich überhaupt nicht berechtigt für fremde Leute eine Anzeige zu erstatten.

 
At 27 Juli, 2006 22:04, Anonymous Anonym said...

Über Medienkritik brauchen wir sicher nicht weiter zu diskutieren (ich halte die noch immer für raffiniert getarnte Satire, aber gut), aber das mit der Anzeige würde ich lassen. Du verkürzt nämlich die Aussage:

"Im übrigen möchte ich die Israel-Kritik sehen, die aus Sicht von Prantl selbstgefällig, überheblich und diffamierend wäre.

Die hätte selbst Goebbels nur an guten Tagen zu Papier gebracht."

Die etwas verquaste Formulierung heißt nämlich nicht, dass man Prantl mit Goebbels vergleicht, sondern (sinngemäß) dass Prantl nur die übelste Israeldiffamierung (eben eine vom Schlage Goebbels), als wahre Diffamierung erkennt.

Man kann, wenn man will, was Übles rauslesen, aber mit sowas beschäftigt sich kein Gericht.

Spar dir die Zeit. Schick Prantl den Link und vergiß es wieder.

 
At 29 Juli, 2006 22:04, Blogger John Dean said...

Kleiner Hinweis an den Hartnäckigen:

Solange ein Kommentator völlig unklar lässt, wer er/sie ist bzw. welchem Blog er/sie entsprungen ist, lösche ich hier Kommentare frank und frei, ja, sogar rücksichtslos und nur der eigenen Freud verpflichtet.

Okay?

 
At 31 Juli, 2006 16:44, Blogger schreibvieh said...

@Dr. Dean: Gibt es eigentlich eine Reaktion? Oder eine Anzeige von Dir? Wie ist die Sache ausgegangen?

 
At 01 August, 2006 17:52, Anonymous Anonym said...

Da ich mich gerade etwas mit Medienrecht beschäftige, hab ich mal versucht einen PI-Artikel unter den grundrechtlichen Gesichtspunkten unter die Lupe zu nehmen.

Wen es interessiert, der findet mehr dazu bei mir im blog unter:
http://www.bluejax.net/

 
At 04 August, 2006 23:12, Blogger Dominik Hennig said...

"Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen."
(Ludwig von Mises 1927)

 
At 04 August, 2006 23:17, Blogger Dominik Hennig said...

Wer "Kommunikationsdelikte" verfolgen lassen will, ist kein Liberaler, sondern ein Theokrat/Kommunist/Faschist/whatever. Basta!


Die libertäre Position zu „Kommunikationsdelikten“, nach M. N. Rothbard


„Gibt es wirklich ein „Persönlichkeitsrecht“? Wie kann das sein? Wie kann es ein Recht geben, jemanden gewaltsam davon abzuhalten, Wissen zu verbreiten, das er besitzt? Sicherlich kann es kein solches Recht geben. Jemand, nennen wir ihn Schmidt, besitzt seinen eigenen Körper und daher hat er das Eigentumsrecht auf Besitz desjenigen Wissens, das er in seinem Kopf hat, einschließlich seines Wissens über Meier. Und folglich hat er das daraus natürlich folgende Recht, dieses Wissen zu drucken und zu verbreiten. Wie im Fall des „Menschenrechts“ auf Redefreiheit gibt es daher kurz gesagt so etwas wie ein Persönlichkeitsrecht nicht, ausgenommen das Recht, den eigenen Besitz vor Übergriffen zu schützen. Das einzige Recht „auf Privatsphäre“ ist das Recht, den eigenen Besitz davor zu schützen, von jemand anderem verletzt zu werden. Kurzum hat niemand das Recht, in die Wohnung eines anderen einzubrechen oder die Telephonanschlüsse eines anderen abzuhören. Das Abhören von Telefonen ist richtigerweise ein Verbrechen – aber nicht wegen irgendeiner unklaren und wirren „Verletzung eines ‚Persönlichkeitsrechts’“, sondern weil es eine Verletzung des Eigentumsrechts der abgehörten Person bedeutet.

...

Angenommen jedoch, dass das Wissen falsch ist und dass Schmidt weiß, dass es falsch ist (der „schlimmste“ Fall). Hat Schmidt das Recht, falsche Informationen über Meier zu verbreiten? Kurzum, sollten „Beleidigung“ und „üble Nachrede“ in der freien Gesellschaft gesetzeswidrig sein?

Doch wie kann das wiederum der Fall sein? Schmidt hat ein Eigentumsrecht an den Ideen oder Meinungen in seinem Kopf. Er hat auch ein Eigentumsrecht, alles zu drucken und zu verbreiten, was er möchte. Er hat ein Eigentumsrecht, zu sagen, dass Meier ein „Dieb“ ist, und diese Behauptung zu drucken und zu verkaufen, selbst wenn er weiß, dass sie nicht stimmt. Nach der gegenteiligen Ansicht und heutigen Grundlage für das gesetzliche Verbot von Verleumdung und übler Nachrede (besonders von falschen Behauptungen), hat jeder Mensch ein „Eigentumsrecht“ an seinem eigenen Ruf. Schmidts Falschheiten schädigen demzufolge diesen Ruf und bedeuten mithin Verletzung von Meiers Eigentumsrecht an seinem Ruf, die verboten werden sollten. Doch wieder zeigt sich bei näherer Untersuchung, dass dies eine irrige Auffassung ist. Denn wie wir sagten, besitzt jeder seinen eigenen Körper. Jeder hat ein Eigentumsrecht an seinem eigenen Körper und seiner eigenen Person. Da aber jeder Mensch seinen eigenen Geist besitzt, kann er aus diesem Grunde nicht den Geist von irgendjemand anderem besitzen. Nun ist Meiers „Ruf“ weder ein physisches Ding noch irgendetwas, das in oder an seiner eigenen Person ist. Meiers „Ruf“ hängt ausschließlich von den subjektiven Einstellungen und Meinungen ab, die über ihn im Geist anderer Menschen enthalten sind. Meier kann kein Eigentumsrecht am Glauben und am Geist anderer Menschen haben.
...

Wir können natürlich ohne weiteres zugestehen, dass es höchst unmoralisch ist, falsche Verunglimpfungen einer anderen Person zu verbreiten. Doch wir müssen nichtsdestotrotz daran festhalten, dass jeder das gesetzliche Recht hat, dies zu tun. In der Praxis kann dieser Sachverhalt durchaus zum Vorteil der beleidigten Personen gereichen. Denn in der heutigen Situation, da falsche Beleidigungen verboten sind, neigt der Durchschnittsmensch dazu, allen abfälligen Berichten zu glauben – „sonst würden die betreffenden Leute wegen übler Nachrede klagen.“ Diese Lage diskriminiert gegen Arme, da ärmere Leute weniger häufig Prozesse gegen Verleumder anstrengen. Folglich leidet der Ruf ärmerer bzw. weniger reicher Leute momentan, da Verleumdungen verboten sind, wahrscheinlich mehr, als er es tun würde, wenn Verleumdungen rechtens wären. Denn da in dieser liberalen Gesellschaft jeder wüsste, dass falsche Geschichten rechtens sind, würde ein weitaus größerer Skeptizismus herrschen. Die Leser- bzw. Zuhörerschaft würde sehr viel mehr Beweise verlangen und abträglichen Erzählungen weniger Glauben schenken als sie es jetzt tut. Außerdem diskriminiert das gegenwärtige System noch auf andere Weise gegen ärmere Leute. Denn ihre eigenen Äußerungen sind eingeschränkt, da sie wahrscheinlich in geringerem Maße wahres, aber nachteiliges Wissen über Reiche verbreiten – aus Angst, dass kostspielige Verleumdungsklagen gegen sie angestrengt werden. Folglich schadet das Verleumdungsverbot Menschen mit begrenzten Mitteln auf zweierlei Art und Weise: indem es sie zu einer leichteren Beute für Verleumdungen macht und indem es ihre eigene Verbreitung von zutreffendem Wissen über Reiche behindert.“

Auszüge aus Murray N. Rothbard: „Die Ethik der Freiheit“, S. 131 ff.

 
At 08 August, 2006 20:50, Blogger schreibvieh said...

Ich würde ja nix sagen, wenn Du nicht diesen Satz da hättest: "Das Vernünftigste ist immer, sich zu sagen: Vielleicht doch!- und danach zu handeln" - naja, und da sage ich mir doch: Vielleicht Doch? Vielleicht magst Du ja doch noch antworten, was nun aus der Geschichte wurde?

 
At 14 August, 2006 12:43, Anonymous Anonym said...

Wie weit ist denn dieses Denunzianten-Projekt gediehen? Nur heiße Luft?

 
At 25 September, 2006 00:13, Blogger schreibvieh said...

Ich hatte ja schon Anfang August mal nachgefragt - wie steht es denn?

 
At 05 Februar, 2007 20:38, Blogger John Dean said...

spamcomment killed by *spamkiller*

 
At 23 Februar, 2007 21:10, Blogger John Dean said...

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