30 Juli 2006

Neocons flippen aus: Newt Gingrich fordert Dritten Weltkrieg

Wie ich schon zuvor formuliert habe, bejubeln die militaristischen amerikanischen Neocons den Libanonkrieg, und zwar aus Zwecken, die in keiner Hinsicht "pro-israelisch" sind. Newt Gingrich fordert den Dritten Weltkrieg (!).

Das zivile Leid ist diesen Leuten egal, Israel ist diesen Leuten egal, für sie zählt allein die Möglichkeit, militaristische und Hegemonieziele verfolgen zu können. Eskalieren um jeden Preis! Nicht ist für diese Leute schädlicher, als ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten. Denn nicht zuletzt sind Krieg und Krise ein: Riesengeschäft.

Übrigens: Dialog International und Letters from Rungholt haben wieder einmal eine Reihe interessanter Artikel.

6 Comments:

At 30 Juli, 2006 00:52, Anonymous Anonym said...

Wieso fordern, wenn man sich bei den deutschen Neo-Cons, oder jene die sich dafür halten, weil es noch immer besser klingt, als das was sie wirklich sind, so durch die Blogs liest, ist das doch schon der 3. Weltkrieg. Zumindest vertreten ein paar Jungs von PI & Co. diese Ansicht.

 
At 30 Juli, 2006 06:57, Anonymous Anonym said...

Wer ist Newt Ginrich?

 
At 30 Juli, 2006 11:19, Anonymous Anonym said...

der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer fordert auch den Bundeswehreinsatz in israel
http://www.presseportal.de/story_rss.htx?nr=854306

das sowohl der zentralrat der Juden als auch Israel dagegen ist stört niemand
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5751580_REF1,00.html

was pro-israelisch ist bestimmt noch immer wir....

 
At 30 Juli, 2006 13:05, Blogger John Dean said...

Der höchst militaristische Genosse Gingrich ist nicht irgendwer, sondern - immerhin - ehemaliger Fraktionsvorsitzender und Sprecher der amerikanischen Republikaner, und sein heutiger Einfluss hat kaum nachgelassen!

Man könnte ihn, den "senior fellow" der rechtsextremistischen Propagandafabrik AEI, als Bindeglied zwischen Kongress und Präsident einerseits und militaristisch-neokonservativer "Think Tank"-Szene betrachten, oder schlimmer noch, als einer der z.Zt. maßgeblichen Vordenker amerikanischer Außenpolitik.

Im Augenblick bereiten seine Unterstützer seine Kandidatur als Präsidentschaftskandididat 2008 vor.


Newt Gingrich wiegt in seiner Bedeutung also soviel in etwa wie Merkel, Olmert, Nasrallah und Chirac zusammen.

 
At 30 Juli, 2006 17:38, Anonymous Anonym said...

Genau genommen:

- ist Gingrich nach dem schlechten Abschneiden der Republikaner unter seiner Führung (übrigens als "Sprecher" des Repräsentantenhauses, nicht der Republikaner - Fraktionsvorsitzender ist allerdings zutreffend) 1996 mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden, hat seitdem nur sehr geringen Einfluß in der Partei und ist primär Talkshow-Gast.

- ist Gingrichs Einfluß auf die aktuelle US-Außenpolitik quasi nicht-existent. (Überhaupt hat Gingrich sich in der Vergangenheit kaum zur Außenpolitik geäußert; seine Schwerpunkte lagen meist in der Innenpolitik --> Contract With America)

- hat seine Präsidentschaftskandidatur Erfolgaussichten von exakt 0 Prozent.

- ist Gingrich überhaupt gar kein "Neokonservativer". (Übrigens ebenso wenig wie Rumsfeld und Cheney, die ebenfalls unzutreffenderweise immer wieder in diesen Topf geworfen werden, und hier die wahren Zyniker und Machtpolitiker sind - genau jene, die dadurch gestärkt werden, daß die vermeintlich so bösen Neocons geschwächt werden!)

- "fordert" Gingrich nicht den Dritten Weltkrieg, sondern sieht in der Herausforderung durch islamistischen Terrorismus und Schurkenstaaten à la Iran eine vergleichbare Bedrohung für die Welt. Etwa völlig zu Unrecht???

- ist das AEI in etwa so "rechtsextremistisch" wie die Konrad-Adenauer-Stiftung.

ACH JA: Und dann doch eine Frage: Wo bitte war denn jemals dieser "dauerhafte Frieden im Nahen Osten", den die bösen Neocons nicht wollen, oder wenn er noch nicht existierte, wie hätte er entstehen sollen? Hätten Al Qaida, Hamas, Hisbollah, Islamischer Dschihad und Co. auf Terror verzichtet, wenn nur die Neocons nicht wären? Hätte man Israels Existenzrecht mit Freuden anerkannt?

UND: Es wäre schön, wenn PI & Co. hier nicht mehr als "deutsche Neo-Cons" bezeichnet würden - auch wenn sie sich selbst gern so nennen mögen. Die dort verbreiteten rassistischen Positionen wären den hier so gern dämonisierten amerikanischen Neokonservativen zutiefst zuwider. PI & Co. sind "Paleocons", die ihre Entsprechung in den USA weitaus eher bei dubiosen Gestalten wie Patrick Buchanan finden.

 
At 30 Juli, 2006 19:04, Blogger che said...

Statt Paleocons kann man auch ganz platt Wohlstandsrassisten sagen, oder nichtfaschistische Rechtsextreme. Wo Pat Buchanan sitzt, ist David Duke nicht weit. Pim Fortuyn, Jörg Haider und Silvio Berlusconi gehören in die gleiche Riege.

 

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