01 Juli 2006

Managerkaste: Zeit für Höchstlöhne!

Die Sekte der Anhänger einer totalen Marktwirtschaft, Radikalkapitalisten, müsste eigentlich von alleine merken, dass die derzeitigen Vergütungen für Spitzenmanager einen Bruch darstellen.

Sie stellen ein Bruch mit der Leistungsidee marktwirtschaftlich organisierter Ökonomien dar. Die in den letzten Jahren immens gestiegenen Managervergütungen repräsentieren nicht etwa einen ebenso hohen Anstieg der Managerleistungen, sondern lediglich eine Ausnutzung einer gesellschaftlichen Machtposition.

Es hat sich in unserem Land eine richtiggehende Managerkaste herausgebildet, welche 95% ihrer Spitzenpositionen nicht über Leistung, sondern reinweg über Seilschaften vergibt, während sie Rücksichtslosigkeit mit den eigenen Belegschaften zur Tugend erklären. Weit über 90% (!) aller Spitzenmanager-Positionen werden mittlerweile nur noch in der eigenen Schicht vergeben, die sich damit zur Kaste formt, an den eigenen Nachwuchs, zu 90% nur noch an die eigenen Kinder, denen man heutzutage gleichzeitig das Recht zubilligt, die damit verbundene Macht zum eigenen Vorteil zu missbrauchen.

Es ist an der Zeit, sich über Höchstlöhne Gedanken zu machen, sowie über eine Quellenbesteuerung derart affig hoher Extremvergütungen.

Für jede dieser Spitzenpositionen gibt es hunderte fähiger Männer und Frauen, welche ebenso gute Managerleistungen erbringen könnten, zu weniger als einem Zehntel der heutigen Managervergütungen. (Blick in die Schweiz)

4 Comments:

At 01 Juli, 2006 21:57, Anonymous Anonym said...

Dazu paßt die website zu dem Buch

Pay without Performance
http://pay-without-performance.com/

Eine Fundgrube von Rezensionen und Zeitungsartikel, die sonst nicht so einfach zugänglich sind

 
At 01 Juli, 2006 22:11, Anonymous Anonym said...

Ein netter Kontrast

Entrepreneurship as a Non-Profit-Seeking Activity. Institute for Empirical Research in Economics Working Paper No. 243, University of Zurich, May 2005.
http://www.iew.unizh.ch/wp/iewwp243.pdf

Zur Managervergütung

Was erklärt die gestiegenen Managerlöhne? (What explains the rise in manager compensation?). Die Unternehmung. Schweizerische Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, 57(1), 2003, pp. 5-19.
http://www.iew.unizh.ch/wp/iewwp081.pdf

Yes, Managers Should Be Paid Like Bureaucrats
Bruno S. Frey
http://opus.zbw-kiel.de/volltexte/2005/2958/pdf/cesifo1_wp1379.pdf

 
At 03 Juli, 2006 08:41, Blogger che said...

In der Geschichts- und Politikwissenschaft gibt es längst einen eigenen Topos für solche Phänomene, nämlich den Begriff "Mandarintum"

 
At 05 Juli, 2006 03:26, Anonymous Anonym said...

Die hohen Managergehälter sind durchaus gerecht, weil sie ein Resultat von Marktentwicklungen sind. Sie sind wohl nicht gerecht in dem Sinne, dass sie eine Leistung adäquat vergüten. Aber das ist ohnehin nicht der Sinn von Gehältern. Sonst müsste die Putzfrau, die sich den Rücken krumm arbeitet, schon deutlich mehr verdienen. Ich lehne den Markt grundsätzlich ab, aber wenn man den Markt haben will, muss man es doch den Firmen überlassen, was sie bereit sind für so einen Manager auszugeben.
Ich verstehe die Kritik an hohen Managerlöhnen nicht. Ich finde eher die niedrigen Löhne, die immer noch niedriger werden sollen, ein Problem. Dieses Problem hat mit der Höhe der Managergehälter jedoch nichts zu tun. Weder könnte ihre Absenkung nennenswert Arbeitsplätze erhalten, noch würde die Politik aus den Abzügen den Sozialstaat auf einmal üppiger gestalten - soviel käme ja dann auch nicht zusammen.
Eine Absenkung oder höhere Besteuerung von Managergehältern wäre lediglich ein symbolischer Akt, durch den vielleicht ein eventueller Unmut über Kürzungen und Lohnsenkungen gemildert werden kann (gibt es diesen Unmut überhaupt in relevantem Ausmaß?) - also eine rein moralische Veranstaltung, von der niemand etwas hat.

 

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